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Von der Förderschule zum preisgekrönten Inklusionszentrum

Gehörlose Kinder besuchen das Gweru-Naran-Zentrum, blinde Kinder die Kadoma-Schule und Kinder mit einer Körperbehinderung das "Waterfalls Centre" in Harare. Wie gut, dass es in Simbabwe Bildungsmöglichkeiten für Kinder mit Behinderungen gibt! Doch es geht noch besser: Weil die Schulen inklusiv werden, können Kinder mit und ohne Behinderungen bald gemeinsam die Schulbank drücken. Und das ist preiswürdig!

"Zero Project Award" – internationaler Preis für innovatives Schulkonzept

Zwei Männer und zwei Frauen vor einer Wand mit dem Schriftzug Zero Project Award © CBM
(v. l.) Dr. Michael Fembeck (Essl Foundation), Deborah Tigere (CBM) mit dem "Zero Project Award", Edvina Dedic (Essl Foundation) und Martin Essl (Gründer der Essl Foundation)

Weil sie mit ihrem Bildungskonzept Vorbildcharakter haben, erhielten die Schulen im Februar 2020 den "Zero Project Award". Entschieden hat das die Jury der Initiative "Zero Project" der gemeinnützigen Essl Foundation, die mit den Vereinten Nationen (UN) zusammenarbeitet. Jedes Jahr zeichnet die Initiative Projekte und Programme in der ganzen Welt aus, die Inklusion fördern.

Stolz auf Partner und Lehrkräfte in Simbabwe

2020 sind innovative Bildungsprojekte im Fokus – und damit auch die CBM-geförderten Inklusionszentren in Simbabwe. Am 20. Februar 2020 konnte Deborah Tigere, CBM-Landeskoordinatorin aus Simbabwe, bei der "Zero Project Conference" in Wien den Preis entgegennehmen. Deborah Tigere ist überzeugt davon, dass Inklusion nur gelingen kann, weil viele Menschen und Institutionen Hand in Hand arbeiten: "Unsere Projekt-Schulen arbeiten erfolgreich mit vielen verschiedenen Akteuren zusammen, was uns jeden Tag zeigt, dass wir wirklich nur gemeinsam Veränderungen für mehr inklusive Bildung in Simbabwe erreichen können." Die Kooperation bewirkt, dass ein neues Konzept bewährter Schulen endlich zum Vorbild in Simbabwe wird. Deborah Tigere: "Wir schaffen dort gemeinsame modellhafte Inklusionszentren. Die Auszeichnung mit dem Zero Project Award ist eine großartige Wertschätzung für unsere Arbeit."

Die Preisverleihung hat die Landeskoordinatorin zum Anlass genommen, diejenigen zu erwähnen, die das inklusive Schulprojekt so engagiert verwirklichen: "Einen besonderen Dank möchten wir auch unserem Projektpartner Jairos Jiri Association aussprechen. Wir sind stolz auf unsere Partnerorganisation, die das Projekt tagtäglich begleitet, aber auch auf alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Schulen. Diese Preisverleihung ist eine großartige Auszeichnung unserer Arbeit, sie motiviert uns und zeigt uns, dass wir mit unserem Ansatz auf dem richtigen Weg sind.“

Drei Musterschulen für ein ganzes Land

  • Auge

    Kadoma-Schule: 90 Kinder mit einer Sehbehinderung erhalten Schulbildung und Unterrichtsmaterial.

  • Ohrmuschel

    Gweru-Naran-Zentrum: 250 Kinder mit einer Hörbehinderung im Grundschulalter erhalten umfassende Bildung und Förderung.

  • Rollstuhlnutzer

    Waterfalls Centre: 140 Kinder mit einer Körperbehinderung erhalten Frühförderung, 35 werden ganztägig betreut und besuchen umliegende Grundschulen.

"Ohne diese Schulen würden viele als Better leben!"

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Maidei Mpofu (Mitte), leitet die Kadoma-Schule. Die blinde Lehrerin freut sich über die Entwicklung ihrer Schützlinge: "Die meisten gehen zur Universität. Ich bin stolz auf meine Schüler."

Das Gweru-Naran-Zentrum, die Kadoma-Schule und das Waterfalls Centre (WCH) sind extrem wichtige Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen in Simbabwe, denn: "Ohne diese Schulen würden viele von ihnen als Bettler auf der Straße leben!", erklärt Maidei Mpofu. Sie ist die Direktorin der Kadoma-Schule, selbst blind, und weiß aus eigener Erfahrung, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit Behinderungen zu kämpfen haben.

Schulplätze sind begehrt

Einen Schulplatz zu bekommen ist für sie meist alles andere als selbstverständlich. In Simbabwe gehen mehr als 50 Prozent aller Kinder mit Behinderungen nicht zur Schule. Denn noch sind die Regelschulen meist nicht bereit, sie aufzunehmen. Eltern aus dem ganzen Land hoffen deshalb auf einen Platz an den CBM-geförderten Schulen des Partner Jairos Jiri Association (JJA) für ihre Kinder. Denn sie wünschen sich für sie eine optimale Förderung. Die bekommen die Kinder in allen drei Schulen!

"Umgekehrte Integration"

Damit nicht genug: Die Bildungseinrichtungen sind offen für Kinder mit – und ohne Behinderungen! Früher nannte man das "umgekehrte Integration". Doch eigentlich geht es hier darum, Bildung inklusiv zu machen. Die Schulträger handeln – anders als die der Regelschulen – entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention, die die Inklusion bei der Schulbildung fordert. Denn alle Kinder haben gleichermaßen ein Recht auf eine Bildung, durch die sie ihre Potenziale voll ausschöpfen können. Anesu ist so ein Junge, der seine Begabungen dank der Förderung in der Kadoma-Schule gut entfalten kann:

Gemeinsam sind wir stark

Anesu will sich weiterentwickeln: "Ich muss noch entscheiden, welchen Berufsweg ich einschlage. Ich habe Spaß an Technik, aber ich wäre auch gerne Herzchirurg!" Lächelnd fährt er fort: "Ich will so viel lernen, um die verlorene Zeit aufzuholen. Wenn ich von hier weggehe, werde ich mich immer an die Großzügigkeit der Menschen erinnern, die mein Leben verändert hat. Ich will immer versuchen, anderen zu helfen. Denn ohne einander sind wir nichts!"

Unser Partner

Alle drei Schulen werden vom lokalen CBM-Projektpartner Jairos Jiri Association (JJA) geführt. Die Partnerschaft zwischen JJA und der CBM ist lange bewährt: Sie besteht schon 1976. JJA betreut in 16 Einrichtungen Kinder und Erwachsene. Jährlich erhalten so über 6.500 Menschen umfassende Hilfe!

Spenden. Helfen. Freude schenken.

Helfen Sie Kindern mit Behinderungen wie Anesu mit einer guten Schulbildung! Ihre Spende ermöglicht ihnen eine gute Zukunft.

  • Zwei Frauen an einer Nähmaschine
    140
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    Ausbildung

    Schenken Sie einem Menschen mit Behinderung in einem armen Land eine Perspektive – indem Sie eine Ausbildung spenden.