Ein Mann untersucht die Augen einer Frau mit Refaktionsbrille © CBM/Hayduk

Inklusive Gesundheitsversorgung: unsere Forderungen

Nur ein Bruchteil der etwa 800 Millionen Menschen mit Behinderungen in Ländern des globalen Südens hat Zugang zu angemessener Prävention und medizinischer Behandlung. Bei Menschen ohne Behinderung ist bei der oftmals schlechten Gesundheitsversorgung das Risiko von Behinderungen signifikant höher.

Wir fordern daher, dass

  • allen Menschen ein allgemeiner Zugang zu gesundheitlichen Versorgungsleistungen (Universal Health Coverage/UHC) ermöglicht wird. Sie muss für jede und jeden leicht auffindbar, barrierefrei zugänglich, umfassend nutzbar und bezahlbar sein.
  • die deutsche Bundesregierung ihr finanzielles Engagement in der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) deutlich erhöht – sowohl in der bilateralen wie der multilateralen Zusammenarbeit.
  • inklusive Prävention, Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Teilhabe in der neuen Strategie der Bundesregierung zu Globaler Gesundheit prominent verankert wird. Dies muss sich in allen Bereichen und Prozessen der bi- sowie der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit niederschlagen.

Zu Gesundheitsversorgung gehört auch Bildung

Gesundheitsversorgung in wirtschaftlich armen Regionen muss mehr sein als nur medizinische Versorgung. Überall auf der Welt sollten Gesundheitssysteme darauf ausgerichtet sein, Beeinträchtigungen vorzubeugen, diese zu erkennen, zu therapieren und ihre Folgen medizinisch zu rehabilitieren, zum Beispiel durch Sehhilfen, Hörgeräte, Prothesen, Rollstühle etc. Dabei geht es um mehr als rein medizinische Versorgung. Gesundheitliche Bildung und Aufklärung sind ebenso wichtig wie die Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen und Hygienemaßnahmen ("WASH"). Das wird drastisch deutlich durch die Corona-Pandemie, von der Menschen mit Behinderungen besonders schwer betroffen sind.

  • Titel des Infoblatts "Trachom und andere NTDs bekämpfen"

    Covid-19: Empfehlungen für inklusive Bekämpfung

    pdf170.8KB, nicht barrierefrei

    Empfehlungen, wie man Menschen mit Behinderungen in Programmen der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Covid-19 einbeziehen sollte

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Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 1,5 Milliarden Menschen unmittelbar von den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs – engl. Neglected Tropical Diseases) betroffen. Dazu gehören auch die Augenkrankheiten Trachom sowie Flussblindheit (Onchozerkose). Die WHO zählt insgesamt 20 Erkrankungen zur Gruppe der NTDs. Unbehandelt führen sie zu schweren und dauerhaften Beeinträchtigungen, oftmals auch zum Tod – sei es durch die jeweilige Krankheit selbst, sei es durch erhöhte Anfälligkeit für andere Erkrankungen. Die durch vernachlässigte und armutsassoziierte Tropenkrankheiten verursachte weltweite Krankheitslast ist immens und vergleichbar der von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit unverzichtbar

Im folgenden PDF "Trachom und andere NTDs bekämpfen" finden Sie ein Good-Practice-Beispiel aus unserer Projektarbeit: Ein CBM-Partner in Äthiopien bekämpft vernachlässigte Tropenkrankheiten und stärkt damit das Gesundheitssystem. Es verdeutlicht, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist, wenn es um die globale Gesundheit geht. Zudem werden unsere politischen Forderungen dazu kurz umrissen.

  • Titel des Infoblatts "Trachom und andere NTDs bekämpfen"

    Trachom und andere NTDs bekämpfen - Good-Practice-Beispiel

    pdf1.5MB, barrierefrei

    Die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) stärkt Gesundheitssysteme: In Äthiopien verknüpfen die Trachom-Programme der CBM Krankheitsbehandlung und -vorsorge mit gesundheitlicher Aufklärung. Zugleich verbessern sie Wasserversorgung und sanitäre Infrastruktur.

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Innovative und digitale Ansätze für die Augengesundheit

Die CBM unterstützt die Entwicklung und den Einsatz von Apps für die Verbesserung flächendeckender augenmedizinischer Versorgung. Lesen Sie mehr dazu in unserem Infoblatt:

  • Titel des Infoblatts "Digitale Innovation in der Augenmedizin"

    Digitale Innovation in der Augenmedizin - Good-Practice-Beispiel

    pdf2.7MB, barrierefrei

    Digitale Innovationen können Gesundheitssysteme stärken: Mit der Smartphone-App "Peek Capture" geht die CBM gegen vermeidbare Blindheit vor.

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Gemeinsam für eine weltweit bessere Gesundheitsversorgung

Politisch engagieren wir uns im Bereich Globale Gesundheit in folgenden zivilgesellschaftlichen Bündnissen in Deutschland:

  • Deutsches Netzwerk für vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs)
  • Deutsches WASH-Netzwerk
  • Arbeitsgruppe "Gesundheit" im Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
  • Global Health Hub Germany
  • Global Health Alliance

Im Rahmen dieser Bündnisse arbeiten wir mit anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe sowie mit Partnern aus Forschung und Privatwirtschaft zusammen.

Bei der WHO hat die CBM einen Beraterstatus inne.

Haben Sie Fragen?

Unsere Experten für den Bereich globale Gesundheit sind gerne für Sie da: