• Zwei Frauen laufen bei untergehender Sonne einen mit Palmen bewaldeten Hang hinauf. © CBM/argum/Einberger

Lateinamerika – Hilfsprojekte verändern Leben

Denkt man an Lateinamerika, hat man sofort Bilder von exotischen Tieren und tropischen Landschaften vor Auge. Doch hinter der Schönheit Lateinamerikas verbirgt sich auch viel Leid. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und werden oftmals ausgegrenzt. Um das Gesundheitssystem auszubauen und die Inklusion behinderter Menschen zu fördern, unterstützt die Christoffel-Blindenmission (CBM) viele Hilfsprojekte, die Betroffenen zu einem besseren Leben verhelfen.

In Entwicklungsländern erkranken zahlreiche Menschen an einer Behinderung. Schuld sind unzureichende Gesundheitssysteme, schlechte Lebensverhältnisse und niedrige Hygienestandards. Um das Leben von Betroffenen nachhaltig zu verbessern, unterstützt die CBM verschiedene Hilfsprojekte. Sie sorgt dafür, dass Menschen mit Behinderungen eine Behandlung und Rehabilitation bekommen, bildet medizinisches Fachpersonal aus, fördert die schulische und berufliche Ausbildung von Betroffenen und setzt alles daran, eine inklusive Welt zu erschaffen, in der behinderte Menschen ein fester und akzeptierter Teil der Gesellschaft sind.

Eine Frau und ein körperlich behinderter junger Mann sitzen auf einem Pferd und heben die Arme. © CBM/Harms
Eine Reittherapie kann Menschen mit Körperbehinderung wie Ariel (r.) helfen.

Menschen mit Behinderungen haben es schwer

Lateinamerika umfasst mehr als 20 Länder in Süd- und Mittelamerika. In vielen dieser Länder haben Menschen mit Behinderungen einen niedrigen gesellschaftlichen Status. Sie werden ausgestoßen, können nicht am Erwerbsleben teilnehmen und werden oft als Last empfunden. Meist sind Behinderungen nicht angeboren, sondern werden durch schlechte Lebensbedingungen hervorgerufen.

Viele Menschen leben in Lateinamerika am Existenzlimit und haben kein Geld für eine medizinische Versorgung oder den Schulbesuch. Drei Viertel aller Kinder in Guatemala besuchen nur die Grundschule. Kinder mit Behinderungen haben dabei besonders wenig Chancen: Ohne Förderung haben sie kaum Aussicht auf ein selbstständiges Leben. Um die Armut in Lateinamerika zu bekämpfen und Behinderungen frühzeitig zu behandeln, setzt die CBM bei ihrer Projektarbeit auf medizinisch-rehabilitative Programme, Aufklärung und Inklusion.

Die Hilfsprojekte der Christoffel-Blindenmission

  • 1972 Seit 1972 ist die CBM in Lateinamerika tätig.

  • 59 Hilfsprojekte unterstützt die CBM in Lateinamerika (Stand 2018).

  • 12 In 12 Ländern Lateinamerikas werden Menschen mit Behinderungen gefördert (Stand 2018).

Eine Frau sitzt im Schneidersitzt und einem Ball in der Hand auf dem Boden und reicht einem kleinen Jungen ein Spielzeug. © CBM/argum/Einberger
Inklusionsberaterin Katharina Pförtner beim Spielen mit dem zweijährigen Yesmels. Der kleine Junge aus Nicaragua hat eine verzögerte Entwicklung und wird nun seinen Bedürfnissen entsprechend gefördert.

Peru war 1972 das erste Land Lateinamerikas, in dem die CBM Projekte förderte. Seitdem hat sich viel getan: Zusammen mit dem Partner "Asociación Divino Nino Jesus" wurde z. B. die augenmedizinische Versorgung in der Region Loreto verbessert. Das Projektgebiet ist größtenteils von Regenwald bedeckt und ca. 60 Prozent der Bevölkerung hatten kaum Zugang zu kostengünstiger Behandlung. Mit CBM-Hilfe wurde daher eine Klinik in der regionalen Hauptstadt Iquitos gebaut, von der aus auch medizinische Einsätze ins Umland stattfinden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Inklusion: Es soll eine Welt entstehen, in der alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben. So fördert der CBM-Projektpartner "Asociación de Programas Integrales de Educación Comunitaria Astrid Delleman" (ASOPIECAD) z. B. die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wirtschaft. Auch in Nicaragua gibt es große Fortschritte, wie Inklusion-Beraterin Katharina Pförtner bestätigt: „Ich würde sagen, Nicaragua ist inzwischen sogar weiter als Deutschland! Hier gehören behinderte Menschen viel selbstverständlicher dazu."