Eine Frau im Rollstuhl sitzt vor ihrem Haus, das durch ein Erdbeben zerstört worden ist. © CBM

Inklusive Nothilfe: unsere Forderungen

In Katastrophenfällen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Dürreperioden, Hungersnöten oder Kriegen sind Menschen mit Behinderungen besonders hart betroffen. Humanitäre Hilfe muss daher inklusiv gestaltet werden, um alle Menschen zu berücksichtigen.

In humanitären Krisen sind letztlich alle betroffenen Menschen besonders verletzlich. Doch wenn Nothilfe, Übergangshilfe und Katastrophenvorsorge nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen vorbereitet bzw. ausgerichtet sind, besteht die Gefahr, diese Menschen zu vernachlässigen. Das Sendai-Rahmenwerk zu Katastrophenvorsorge und die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe bilden den Umsetzungsrahmen für Nothilfe für alle. Deshalb brauchen wir:

  • verbindliche Vorgaben von Deutschland zu Inklusion für die staatlichen und zivilgesellschaftlichen Umsetzungsakteure,

  • belastbare Daten darüber, wie viele Menschen mit Behinderungen von einer humanitären Krise in einem Gebiet bedroht sind sowie über deren besondere Bedürfnisse. Nur so können Projektplanung und -durchführung effizient abgestimmt werden.

  • die nötigen finanziellen Mittel, um vorhandene Umsetzungsstandards weiterzuentwickeln, zu testen und global zu verankern.

Politisch begleitet die CBM die zuständigen Regierungsstellen vor allem bei der Grundlagenarbeit. Sie tut dies eng verzahnt mit der Programmarbeit, die projektweise unterstützend tätig ist und zum Beispiel die Bundesregierung inhaltlich berät

  • im Koordinationssausschuss des Auswärtigen Amtes und
  • in der AG "Humanitäre Hilfe" des Dachverbands VENRO.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung:

  • Bis 2021 muss Deutschland gemäß seiner Selbstverpflichtungen seine humanitäre Hilfe inklusiv gestalten. Dafür sind eine entsprechende Strategie und entsprechende Richtlinien, ein Daten-Marker und eine hinreichend finanzielle Ausstattung nötig.

  • Deutschland muss seine Übergangshilfe und seine Katastrophenvorsorge-Maßnahmen in Richtung Inklusion steuern, um Inklusion zu ermöglichen. Hierzu bedarf es einer entsprechend weiterentwickelten Strategie zur Übergangshilfe und verbindlicher Umsetzungsvorgaben im Bereich der Katastrophenvorsorge.

Haben Sie Fragen?

Unsere Expertin für den Bereich inklusive humanitäre Hilfe und inklusive Umsetzung der Agenda-2030 ist für Sie da:

Porträt einer Frau

Sarah Meschenmoser, Büro Berlin Team Politische Arbeit und Beratung; Schwerpunktthemen: inklusive Umsetzung der 2030-Agenda, inklusive humanitäre Hilfe

Vertiefende Informationen zum Thema finden Sie bei den Vereinten Nationen

  • Cover der PDF-Dabei zum Thema Charter on Inclusion of Persons with Disabilities in Humanitarian Action

    Charter on Inclusion of Persons with Disabilites in Humanitarian Action (engl.)

    pdf61.0KB, nicht barrierefrei

    Die Vereinten Nationen bekräftigen Ihr Ziel, humanitäre Nothilfe für Menschen mit Behinderung inklusiv zu gestalten. Schritte sollen eingeleitet werden, um ihren Schutz und ihre Sicherheit in Krisen- und Konfliktsituationen sowie bei Naturkatastrophen zu gewährleisten.

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