Ein elfjähriges Mädchen mit Gehbehinderung geht mit Hilfe von Krücken einen Hügel in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch hinunter. © CBM/Patwary

Inklusive Entwicklungszusammenarbeit: unsere Forderungen

Belange von Menschen mit Behinderungen müssen konkret und systematisch in der Entwicklungspolitik umgesetzt werden. Dazu fehlen nach Ansicht der Christoffel-Blindenmission (CBM) jedoch noch Voraussetzungen. Die CBM ist in Deutschland Meinungsführerin zum Thema inklusive Entwicklungszusammenarbeit.

Artikel 32 der 2006 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet die Vertragsstaaten zu inklusiver Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Studien zeigen jedoch, dass die Umsetzung noch in den Kinderschuhen steckt.

Für die Geberländer ist Inklusion in der EZ eine Querschnittsaufgabe, die alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft. Daher brauchen wir:

  • verbindliche Vorgaben für die staatlichen Entwicklungsakteure sowie ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen bei den staatlichen Akteuren,
  • die konsequente Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in der Umsetzung in den Geber-, aber insbesondere auch in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit,
  • verlässliche Daten sowohl zur Projektplanung als auch zur Fortschrittsmessung.

Die CBM ist in Deutschland Meinungsführerin zu dieser Thematik. Sie bringt sich intensiv in Beteiligungsprozesse ein. Dabei arbeitet sie vor allem mit der AG "Behinderung und Entwicklung" des Dachverbandes VENRO zusammen, in der andere Entwicklungsorganisationen und Menschen mit Behinderungen vertreten sind.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung:

Deutschland arbeitet an einer Inklusionsstrategie. Durch die Strategie muss sichergestellt sein, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und seine Durchführungsgesellschaften zur Mitwirkung verpflichtet sind. Zudem müssen sowohl Personal als auch Budget vorhanden sein, um Impulse setzen zu können, sodass

  • hier und in den Partnerländern Menschen mit Behinderungen in Projekte miteingebunden werden können und
  • endlich Daten zur Projektplanung und zum Nachweis von Fortschritten in der Strategieumsetzung vorhanden sind.

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Porträt eines Mannes

Michael Herbst, Büro Bensheim Leitung Politische Arbeit und Beratung; Schwerpunktthemen: Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, inklusive Umsetzung der 2030-Agenda

Vertiefende Informationen zum Thema als Download

  • Niemanden zurücklassen – Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit

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    "Niemanden zurücklassen" – lautet das zentrale Versprechen der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss stärker als bisher Menschen mit Behinderungen in den Blick nehmen. Das Dossier zeigt, warum Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit wichtig ist und welchen Beitrag sie zur weltweiten Armutsbekämpfung leistet.

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