Sonnenuntergang über einem Fluss in Simbabwe. © Pixabay

Simbabwe – Paradies mit vielen Problemen

Große Steinhäuser: So etwa lässt sich der Landesname Simbabwe übersetzen. Gleichzeitig sind die Steinhäuser stumme Zeugen einer frühen Hochkultur. Heute jedoch ist Simbabwe eines der ärmsten Länder der Welt – und leidet immer wieder unter schweren Katastrophen.

Kultureller Reichtum und paradiesische Natur

Die Victoriafälle in Simbabwe © Pixabay
An den majestätischen Victoriafällen stürzt der Sambesi über eine Länge von 1.700 Metern in die Tiefe - damit zählen die Victoriafälle zu den größten Wasserfällen der Erde.

Selten lagen afrikanische Kultur und koloniale Besatzungszeit so friedlich beieinander: Das Grab von Cecil Rhodes (1853-1902), englischer Imperialist und Namensgeber der früheren englischen Kolonie Rhodesien, liegt am "World's View" im Matopo-Gebirge. Das Besondere dabei: Das Gebirge enthält eine der umfangreichsten Sammlungen steinzeitlicher Kunst und Höhlenmalereien im südlichen Afrika und ist heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die knapp 100 Jahre währende englische Kolonialherrschaft war gemessen an der langen Geschichte Simbabwes jedoch nur ein kurzer Abschnitt. Um 1250 entstanden Großreiche, die bis in den arabischen und asiatischen Raum hinein Fernhandel betrieben. Steinerne Zeugen sind die Überreste von Great Zimbabwe: eine Festungsstadt, deren Blütezeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert lag. Die Anlage, deren Name so viel wie "große Steinhäuser" bedeutet, ist der größte vorkoloniale Steinbau südlich der Sahara und heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Victoriafälle, benannt nach der früheren britischen Königin, sind seit 1989 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Hier stürzt der Fluss Sambesi donnernd bis zu 108 Meter in die Tiefe. Dabei entsteht ein Sprühnebel, der bis zu 300 Meter aufsteigt und den Wasserfällen seinen Namen in der Sprache der Einheimischen gibt: donnernder Rauch.

  • Ein Flusslauf in der simbabwischen Landschaft

    Der Sambesi ist mit einer Fließstrecke 2.574 km der viertlängste Fluss Afrikas und der größte, der in den Indischen Ozean fließt. (Foto: Pixabay)

  • Ein Elefant in der simbabwischen Savanne.

    In den simbabwischen Nationalparks leben Tierarten der sogenannten Big Five, unter anderem der afrikanische Elefant. (Foto: Pixabay)

  • Ein Affenbrotbaum in den simbabwischen Savanne.

    Der Baobab (Affenbrotbaum) ist in Simbabwe weit verbreitet. Einer Studie zufolge ist das älteste Exemplar 1.800 Jahre alt. (Foto: Pixabay)

  • Ein ausgetrocknetes Flussbett in Simbabwe.

    Das Land leidet immer wieder unter Naturkatastrophen: Dabei wechseln sich Dürreperioden mit Überflutungen ab. (Foto: JJA/Ziegler).

Not und Hunger bestimmen den Alltag

Gruppenbild einer simbabwischen Familie. Ein junger Mann sitzt im Rollstuhl. © JJA/Ziegler
72 Prozent aller Menschen in Simbabwe leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze und leiden unter Fehl- bzw. Unterernährung. Dabei stehen Menschen mit Behinderungen besonders in der Gefahr, in Notsituationen nicht berücksichtigt zu werden.

Trotz seiner Bodenschätze, des touristischen Potentials und der fruchtbaren Böden ist Simbabwe eines der ärmsten Länder der Erde. Dazu trug auch das autoritäre Mugabe-Regime bei. So war Mugabes Amtszeit zwischen 1980 und 2017 geprägt von Landenteignungen, Repressionen gegen die eigene Bevölkerung, Hyperinflation und Korruption.

Zudem leidet das Land immer wieder unter schweren Dürreperioden, die zu schweren Hungersnöten und einer instabilen Versorgungslage der Menschen führen. Daneben treten immer wieder schwere Überflutungen auf, so wie zuletzt im März, als Zyklon Idai schwere Zerstörungen hinterließ und 700 Menschen das Leben kostete.

Menschen mit Behinderungen besonders betroffen

Studien zufolge haben sieben Prozent der Menschen in Simbabwe eine Behinderung. Besonders häufig treten körperliche und Sehbehinderungen auf. Gerade in Notsituationen stehen behinderte Menschen besonders in der Gefahr, vernachlässigt zu werden. Hinzu kommt, dass in ländlichen Gebieten die medizinische Versorgung kaum gewährleistet ist, sodass behinderte Menschen nahezu keinen Zugang zu Gesundheitssystemen haben.

Die CBM in Simbabwe

Der Schwerpunkt der Arbeit der CBM in Simbabwe liegt auf der Augengesundheit. Hierbei ist die 2016 eröffnete Kinderaugenklinik in Bulawayo, der zweitgrößten Stadt Simbabwes, beispielhaft. Seither wurden hier bereits mehr 7.000 Kinder behandelt! Dabei hat die Augenabteilung eine Leuchtturmfunktion: Sie ist die erste Kinderaugenklinik in einem Einzugsgebiet von 4,9 Millionen Menschen, davon 2,2 Millionen Kinder.

Damit auch Menschen abseits des Ballungszentrums eine augenmedizinische Versorgung erhalten, fahren Teams regelmäßig in ländliche Gebiete und nehmen Reihenuntersuchungen vor. Kinder, die eine Behandlung benötigen, erhalten eine Überweisung an die Kinderaugenklinik.

Hilfe in Notsituationen

In Katastrophenfällen, wie zuletzt nach dem schweren Zyklon Idai, leistet die CBM Nothilfe. Dabei arbeiten wir eng mit Partnern vor Ort zusammen, damit Hilfe schnell bei den Schwächsten ankommt: behinderten Menschen.

Simbabwe im Überblick

Die simbabwische Hauptstadt Harare mit ihren Wolkenkratzern. © Pixabay
Nach der Unabhängigkeit von Großbritannien wurde die simbabwische Hauptstadt nach einem Häuptling der Shona benannt: Harare.
  • Fläche: 390.580 km² ¹
  • Einwohner: 16,53 Mio. (Stand 2017)¹
  • Hauptstadt: Harare
  • Klima: größtenteils subtropisch¹
  • Sprachen: Englisch, Shona, Ndebele und weitere 13 Sprachen ethnischer Minderheiten¹
  • Religion: 87,5 Prozent Christen (davon 75 Prozent protestantisch), traditionelle afrikanische Religionen und eine muslimische Minderheit¹
  • Lebenserwartung: 61,7 Jahre² (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 50,3 von 1.000³ (DEU: 3,7 von 1.000)
  • Human Development Index: Platz 156 von 189²

Quellen:
¹Auswärtiges Amt; ²Human Development Index; ³Länder-Informations-Portal