Ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo mit zwei Hütten und einer Frau im Vordergrund © CBM/Hayduk

Demokratische Republik Kongo – Land mit großen Chancen

Das Land im Herzen Afrikas ist reich an Natur- und Bodenschätzen. Dennoch kämpfen viele Menschen dort täglich ums Überleben.

Wasserreichster Fluss, viele Rohstoffe

Ein Junge und seine Mutter laufen durch einen Wald in der Demokratischen Republik Kongo. © CBM/Hayduk
Die Demokratische Republik Kongo ist geprägt durch beeindruckende Ökosysteme. Eines der größten zusammenhängenden Urwaldgebiete der Erde gehört hierzu.

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) weiß zu beeindrucken: Nicht nur dass das Land flächenmäßig das zweitgrößte Afrikas ist. Hier fließt zugleich der zweitgrößte Strom des Kontinents, der gleichnamige Kongo. Mehr noch: Zählt man seine Nebenflüsse und die großen Seen im Osten des Landes dazu, ist der Fluss der wasserreichste der Erde.

Viele Bodenschätze und viel Regenwald

Reich ist das Land ebenfalls an Rohstoffen: Kupfer ist ebenso vorhanden wie Zinn, Gold, Diamanten, Erdöl, Kobalt und Coltan, das besonders für die Herstellung von Handys und Laptops wertvoll ist. Dementsprechend begehrt und umkämpft sind die Bodenschätze auf dem Weltmarkt. Zudem verfügt das Land über fruchtbare Böden für die Landwirtschaft und über die größten zusammenhängenden Flächen tropischen Regenwalds neben Brasilien und Indonesien.

  • Strohgedeckte Lehmhütte auf einem Sandplatz, umgeben von Wiesen.

    Eine typische Hütte in einem abgelegenen Dorf. Kennzeichnend ist, dass es im ganzen Land kaum befestigte Straßen gibt. Foto: CBM

  • Ein Affe beißt in einen Apfel.

    Die DR Kongo ist der einzige natürliche Lebensraum der Zwergschimpansenart Bonobo. Foto: Pixabay/tsauquet

  • Ein Okapi steht im Grünen, Foto: pixabay/marc benedetti

    Das Okapi lebt zurückgezogen in den Regenwäldern. Es steht auf der Liste der gefährdeten Tierarten. Foto: pixabay/marc benedetti

  • Ein kleiner Junge schleppt einen vollen Wasserkanister durch einen seichten Fluss. Foto: CBM

    Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. An Flüssen ist es gefährlich, Wasser zu holen. Foto: CBM

Schweres Erbe und große Not

Zwei Frauen und ein Mann sitzen vor einer Hütte. © CBM
Die Ärmsten der Armen stehen besonders in der Gefahr einer Behinderung. Sie haben seltener Zugang zu sauberem Wasser oder medizinischer Versorgung.

1885 eignete sich der belgische König Leopold II. den Kongo als Privatbesitz an. Obwohl das Land formell unabhängig war, betrachtete der König die Kongolesen als rechtloses Eigentum. Damit einher ging eine jahrzehntelange Ausbeutung des Landes und Misshandlung der Bevölkerung. Auch nach der Unabhängigkeit 1960 konnte das Land nicht aufatmen. Es folgten die 32 Jahre währende autoritäre Diktatur durch Joseph Mobutu – sie zählt zu den korruptesten ganz Afrikas – , Bürgerkriege und ethnische Konflikte. Bis heute hat sich das Land nicht von den Folgen der Kolonialherrschaft, Ausbeutung, Korruption und Gewaltexzesse erholt.

Dementsprechend gehört die DR Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gibt kaum befestigte Straßen, kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, eine mangelhafte medizinische Versorgung. 40 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren sind nicht ausreichend entwickelt als Folge von Unterernährung, auf mehr als 10.000 Menschen kommt nur ein Arzt und über 52 Millionen Menschen benötigen Hilfe wegen vernachlässigter Tropenkrankheiten ("WHO Statistics 2023"/Weltgesundheitsorganisation, 2023).

© CBM
Indem freiwillige Helfer die Körpergröße bestimmen, können sie die richtige Dosis für das Medikament Mectizan berechnen, das vor Flussblindheit schützt.

Die CBM in der DR Kongo

Mit der Unterstützung der CBM und der WHO konnte das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo ein nationales Programm zur Kontrolle und Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten auflegen.

Dabei ist die CBM bei der Bekämpfung der Flussblindheit der Hauptpartner der kongolesischen Regierung. CBM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden zum Beispiel freiwillige Helfer vor Ort aus und gewährleisten den Transport und die Ausgabe des Medikaments Mectizan.

DR Kongo im Überblick

Eine Frau und ein Mann laufen eine unbefestigte Straße in Kinshasa entlang. © CBM/Foto Backofen Mhm
1881 wurde Kinshasa unter dem Namen Léopoldville gegründet. 1966 bekam die Hauptstadt ihren heutigen Namen, der auf ein Dorf zurückgeht, das damals im Stadtgebiet lag. Kinshasa ist die drittgrößte Stadt Afrikas.
  • Fläche: 2,3 Mio. km²                               
  • Einwohner: 92,4 Mio. (4)
  • Hauptstadt: Kinshasa
  • Klima: tropisch
  • Sprachen: Französisch (Amtssprache), vier Nationalsprachen, 200 weitere Sprachen¹
  • Religion: 50 Prozent röm.-kath., 20 Prozent ev., 10 Prozent musl., 10 Prozent kimbanguistisch,, 10 Prozent traditionelle animistische Religionen¹
  • Lebenserwartung: 59,2 Jahre² (Deutschland: 80,6²)
  • Kindersterblichkeit: 81 von 1.000³ (Deutschland: 3 von 1.000³)
  • Human DeveIopment Index: Platz 179 von 191²
  • Anteil der Menschen, die weniger als 1,90 USD täglich zur Verfügung haben: 77,1 Prozent (Zeitraum 2006-2016)²

Quellen:
¹ Auswärtiges Amt; ² Human-Development-Index-Report 2021/2022; ³ Länderdaten der Weltbank 2020; (4) Länderdaten der Weltbank 2021