Ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo mit zwei Hütten und einer Frau im Vordergrund © CBM/Hayduk

Demokratische Republik Kongo - ein zerrüttetes Land

Die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo ist geprägt von Ausbeutung, Krieg und Gewalt. Obwohl das Land reich an Natur- und Bodenschätzen ist, kämpfen die Menschen täglich ums Überleben.

Ein Land mit großen Chancen

Ein Junge und seine Mutter laufen durch einen Wald in der Demokratischen Republik Kongo. © CBM/Hayduk
Die DR Kongo ist geprägt durch beeidruckende Ökosysteme. Eines der verbliebenen größten zusammenhängenden Urwaldgebiete der Erde gehört hierzu.

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) weiß zu beeindrucken: Nicht nur dass das Land flächenmäßig das zweitgrößte Afrikas ist. Hier fließt zugleich der zweitgrößte Strom des Kontinents, der gleichnamigen Kongo. Mehr noch: Zählt man seine Nebenflüsse und die großen Seen im Osten des Landes dazu, ist der Fluss der wasserreichste der Erde.

Reich ist das Land ebenfalls an Rohstoffen: Kupfer ist ebenso vorhanden wie Zinn, Gold, Diamanten, Erdöl, Kobalt und Coltan, das besonders für die Herstellung von Handys und Laptops wertvoll ist. Dementsprechend begehrt und umkämpft sind die Bodenschätze auf dem Weltmarkt. Zudem verfügt das Land über fruchtbare Böden für die Landwirtschaft und über die größten zusammenhängenden Flächen tropischen Regenwalds neben Brasilien und Indonesien.

  • Eine kleine Lehmhütte in einem Dorf in der Demokratischen Republik Kongo.

    Eine typische Hütte in einem abgelegenen Dorf. Kennzeichnend ist, dass es im ganzen Land kaum befestigte Straßen gibt.

  • Ein Bonobo sitzt am Ufer eines Bachs und isst einen Apfel.

    Die DR Kongo ist der einzige natürliche Lebensraum der Bonobos, einer Zwergschimpansenart.

  • Ein Okapi steht im Grünen

    Das Okapi lebt zurückgezogen in den dichten Regewäldern der DR Kongo. Es steht auf der Liste der gefährdeten Tierarten.

  • Ein kleiner Junge schleppt einen vollen Wasserkanister durch einen seichten Fluss.

    Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. An Flüssen ist es jedoch gefährlich, Wasser zu holen.

Schweres Erbe und große Not

Eine Familie sitzt vor ihrer Hütte in einem kleinen Dorf in der Demokratischen Republik Kongo. Der Mann in der Mitte ist an der Flussblindheit erkrankt und erblindet. © CBM
Die Ärmsten der Armen stehen besonders in der Gefahr eine Behinderung zu entwickeln. Sie haben seltener Zugang zu sauberem Wasser oder medizinischer Versorgung.

1885 eignete sich der belgische König Leopold II. den Kongo als Privatbesitz an. Obwohl das Land formell unabhängig war, betrachtete der König die Kongolesen als rechtloses Eigentum. Damit einher ging eine jahrzehntelange Ausbeutung des Landes und Misshandlung der Bevölkerung. Auch nach der Unabhängigkeit 1960 konnte das Land nicht aufatmen. Es folgten die 32 Jahre währende autoritäre Diktatur durch Joseph Mobutu – sie zählt zu den korruptesten ganz Afrikas – , Bürgerkriege und ethnische Konflikte. Bis heute hat sich das Land nicht von den Folgen von Kolonialherrschaft, Ausbeutung, Korruption und Gewaltexzessen erholt.

Dementsprechend gehört die DR Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gibt kaum befestigte Straßen, kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, eine mangelhafte medizinische Versorgung. Über sieben Millionen Menschen leiden an schwerer Unterernährung, 40 Prozent aller Kinder haben Wachstumsstörung als Folge der Unterernährung und mehr als 13 Millionen Menschen brauchen humanitäre Unterstützung.

© CBM
Indem freiwillige Helfer die Körpergröße bestimmen, können sie exakt die richtige Dosis für das Medikament Mectizan berechnen, das vor Flussblindheit schützt.

Die CBM in der DR Kongo

Mit der Unterstützung der CBM und der WHO konnte das Gesundheitsministerium der DR Kongo ein nationales Programm zur Kontrolle und Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten auflegen.

Dabei ist die CBM bei der Bekämpfung der Flussblindheit der Hauptpartner der kongolesischen Regierung. CBM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden zum Beispiel freiwillige Helfer vor Ort aus und gewährleisten den Transport und die Ausgabe des Medikaments Mectizan.

DR Kongo im Überblick

Eine Frau und ein Mann laufen eine unbefestigte Straße in Kinshasa entlang. © CBM/Foto Backofen Mhm
1881 wurde Kinshasa unter dem Namen Léopoldville gegründet. 1966 bekam die Hauptstadt ihren heutigen Namen, der auf ein Dorf zurückgeht, das damals im Stadtgebiet lag. Kinshasa ist die drittgrößte Stadt Afrikas.
  • Fläche: 2,3 Mio. km²                               
  • Einwohner: 81,3 Mio. (Stand 2017)  
  • Hauptstadt: Kinshasa
  • Klima: tropisch
  • Sprachen: Französisch (Amtssprache), vier Nationalsprachen, 200 weitere Sprachen¹
  • Religion: 50 Prozent röm.-kath., 20 Prozent ev., 10 Prozent musl., 10 Prozent kimbanguistisch,, 10 Prozent traditionelle animistische Religionen¹
  • Lebenserwartung: 60,0 Jahre² (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 94,3 von 1.000³ (DEU: 4 von 1.000)
  • Human DeveIopment Index: Platz 176 von 189²
  • Anteil der Menschen, die weniger als 1,90 USD täglich zur Verfügung haben: 77,1 Prozent (Zeitraum 2006-2016)²

Quellen:
¹ Auswärtiges Amt; ² Human Development Index; ³BMZ