In sich gekehrt, den Kopf vornübergebeugt, die Augen geschlossen: So sitzt Annie oft auf dem sandigen Boden vor der Lehmhütte. Nur ihre Mutter und die anderen Familienmitglieder, die gemeinsam auf dem kleinen Bauernhof leben, kümmern sich um sie. Andere Menschen machen meist einen Bogen um Annie. "'Deine Tochter ist verhext, sie schaut uns böse an', wurde mir schon oft gesagt“, berichtet ihre Mutter Shira traurig. Dabei sind die verdreht wirkenden Augen ein Symptom der Augenkrankheit, die Annie blind gemacht hat: Grauer Star.
Dass das Mädchen traurig ist, verwundert nicht. Der Sehverlust schränkt Annie so ein! Überall auf dem kleinen Hof gibt es Stolperfallen: die herumlaufenden Hühner, Furchen und Löcher im Lehmboden, der Kochtopf der Oma, in dem das heiße Essen über dem offenen Feuer brodelt. Annie muss sich an den Wänden der Hütten entlangtasten, um sich zu orientieren.
Eine Operation kann helfen
Neben Annies Schule gibt nur eine kleine Gesundheitsstation. Dorthin bringt Shira ihre Tochter. Eine Krankenschwester sagt ihr, dass Annie in der drei Stunden entfernten Stadt Kitwe Hilfe erhalten kann – im CBM-geförderten Kitwe-Augenkrankenhaus und sagt dort Bescheid, dass Annie eine Behandlung braucht. Wenige Tage später besucht Augenkrankenpfleger Hicks Mukubesa die Familie. Er erklärt der Mutter, dass Annie dringend operiert werden muss.
Kein Geld für die Behandlung
Shira schüttelt ratlos den Kopf. Wie soll sie das bezahlen? "Ich könnte warten, bis wir den Großteil der Ernte verkauft haben und könnte alles sparen, was ich als Friseurin verdiene", überlegt sie. Doch wie lange würde das dauern? Zu lange! Annie braucht jetzt Hilfe. So schnell es geht!