Eine gruppe afrikanischer Kinder. © CBM/argum/Einberger

Inklusion – eine Definition

Niemand darf von der Gesellschaft benachteiligt werden, nur weil er eine Behinderung hat! Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich für volle Teilhabe und Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen der Gesellschaft ein, kurz: für Inklusion! Eine Definition in einem Satz könnte lauten: Inklusion bedeutet gleiche Chancen und Rechte für alle Menschen.

Ein kleiner Junge mit Brill sitzt neben zwei anderen Kindern lachend an einem Schulpult. © CBM
So funktionierte Inklusion: Nach einer Operation am Grauen Star kann Sudip (Mitte) besser sehen – und hat mit dem Schulbesuch plötzlich volle Teilhabe.

Was bedeutet Inklusion?

Spätestens seit dem Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist Inklusion als Schlüsselbegriff in aller Munde. Doch was genau ist Inklusion eigentlich? Übersetzt heißt Inklusion "Einschluss", also das Gegenteil von Ausschluss oder Ausgrenzung, und geht über Integration hinaus. Denn Integration schafft lediglich innerhalb bereits bestehender Strukturen einen Raum für benachteiligte Menschen.

Gleiche Chancen für alle

Durch Inklusion dagegen sollen gesellschaftliche Strukturen so verändert und gestaltet werden, dass sie allen Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten von Anfang an besser gerecht werden. So muss es z.B. für ein blindes Kind wie Sudip möglich sein, einen Schulabschluss zu machen, der als Voraussetzung für eine Berufsausbildung oder ein Studium anerkannt wird. Die Definition von Inklusion schließt also mit ein, dass Menschen mit Behinderungen aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht benachteiligt werden dürfen.

Ausgrenzung vs. Teilhabe - Inklusion besser verstehen

  • Grafik zu Darstellung des Begriffs "Exklusion". Drei schwart eingefärbte Figuren halten sich an den Schultern, während eine einzelne weiß eingefärbte Figur ihnen gegenüber steht.

    Viele Menschen mit Behinderungen sind vom gesellschaftlichen Geschehen ausgeschlossen.

  • Eine Grafik, die den Begriff "Integration" veranschaulicht. Mehrere schwarz eingefärbte Figuren und zwei weiß eingefärbte Figuren bilden einen Kreis. Die beiden weißen Figuren stehen nebeneinander.

    Oft sind Menschen mit Behinderung zwar integriert, bilden aber eine Sondergruppe.

  • Grafik, die den Begriff "Inklusion" darstellt. Vier schwarz eingefärbte Figuren und vier weiß eingefärbte Figuren stehen abwechselnd nebeneinander und bilden einen Kreis.

    Durch Inklusion haben Menschen mit Behinderung volle Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen.

Ein afrikansicher Junge sitzt auf einer Stufe und hebt lachend den Daumen in die Luft. © CBM/Hayduk
Inklusion ist laut Definition erst dann verwirklicht, wenn alle Menschen gleiche Chancen und Rechte haben, d.h. auch Kinder mit einer Behinderung wie Lonjezo.

Inklusion - Abkehr von Kategoriendenken

Damit eine Gesellschaft entstehen kann, in der alle Mitglieder in ihrer Unterschiedlichkeit die gleichen Möglichkeiten und Rechte erhalten, ist eine Abkehr vom Denken in den zwei Kategorien "behindert" und "nicht behindert" nötig. Denn nur durch Inklusion ist es möglich, dass alle Menschen – mit und ohne Behinderungen – ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben führen und ihre Fähigkeiten einbringen können.

Ziel: eine inklusive Gesellschaft

Inklusion ist in aller Munde. Die Definition ist eine Sache. Ihre Umsetzung eine andere. Eine inklusive Gesellschaft, in der alle Kinder die gleichen Voraussetzungen für ihre Entwicklung haben, ist noch Vision. Die CBM verfolgt diese Vision zielgerichtet mit ihren Reha-Projekten und ihren medizinischen Partner-Einrichtungen. Sie setzt sich gleichzeitig dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Rechte erhalten wie alle anderen Menschen auch, und dass sich gesellschaftliche Strukturen so verändern, dass alle gleichberechtigt teilhaben können.

Fachpublikationen zum Thema Inklusion als kostenloser Download

  • Cover der Fachpublikation "Inklusion – ein Gewinn für alle"

    Inklusion – ein Gewinn für alle (PDF/9 MB)

    pdf8.3MB, barrierefrei

    Der zweite Band der CBM-Fachpublikationsreihe Behinderung – Inklusion – Entwicklung untersucht, welche ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Kosten die Exklusion von Menschen mit Behinderungen verursacht. Der Band zeigt auf, wie die ganze Gesellschaft wirtschaftlich und sozial von Inklusion in den zentralen Gesellschaftsbereichen Gesundheit, Bildung sowie Arbeit und Sicherung des Lebensunterhalts profitiert.

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  • Cover der Fachpublikation "Zukunft inklusiv(e)!"

    Zukunft inklusiv(e)! (PDF/ca. 7 MB)

    pdf6.5MB, barrierefrei

    Der erste Band der CBM-Fachpublikationsreihe Behinderung – Inklusion – Entwicklung befasst sich mit der Frage, warum Menschen mit Behinderungen explizit in die internationale Entwicklungszusammenarbeit und in humanitäre Maßnahmen einbezogen werden müssen. Leserinnen und Leser bekommen theoretische Grundlagen und praktische Beispiele an die Hand, wie die Verwirklichung von Inklusion gelingen kann.

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  • Cover der PDF-Datei "The Economic Costs of Exclusion and Gains  of Inclusion of People with Disabilities"

    The Economic Costs of Exclusion and Gains of Inclusion of People with Disabilities (engl.)

    pdf2.8MB, nicht barrierefrei

    Diese Studie liefert wissenschaftliche Daten und Hintergründe, wie Armut und Behinderung in Entwicklungsländern zusammenhängen und wie Inklusion funktionieren kann. In einer Analyse von 97 Einzelstudien werden die zusätzlichen wirtschaftlichen Kosten untersucht, die die Exklusion von behinderten Menschen für das Individuum, dessen Familie sowie Staat und Gesellschaft bedeuten. Gleichzeitig wird der wirtschaftliche Nutzen von Inklusion erforscht.

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