Sonnenaufgang am Gebirgsrand, im Vordergund äsende Tiere © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch September 2021

An Gottes Segen ist alles gelegen – von CBM-Mitarbeiter Daniel Magirius

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.

Haggai 1,6 (Die Bibel, Altes Testament, Buch des Haggai, Kapitel 1, Vers 6)

Ist Materielles wichtiger als Spirituelles?

Der Prophet Haggai wirkte in einer bewegten Zeit. Das jüdische Volk war aus der babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem zurückgekehrt. Doch die wichtigsten Kultstätten waren zerstört. Dazu kam eine katastrophale wirtschaftliche Lage: Eine lange Dürreperiode und die Wiedereingliederung der Rückkehrer machten große Schwierigkeiten. Die Menschen kümmerten sich deshalb eher um sich und ihre Probleme als um den Wiederaufbau des Tempels. Dabei verstand man diesen Tempel als Ort der Anwesenheit Gottes bei seinem Volk. Das führte zum Konflikt zwischen den Befürwortern eines baldigen Aufbaus und dessen Gegnern.

Zu diesem Konflikt äußert sich der Prophet Haggai: Das Volk – so schreibt er – sage, die Zeit für den Wiederaufbau des Tempels sei noch nicht gekommen. Aber eben diese Leute lebten "in getäfelten Häusern". Während das Haus Gottes als Ruine auf dem Tempelberg stehe, hätten sie genügend Zeit und Geld, ihre eigenen Häuser zu bauen.  

Materielles allein macht nicht reich

Deshalb hält Haggai den Leuten einen Spiegel vor Augen. Er spricht von fünf alltäglichen Dingen – Säen, Essen, Trinken, Sich-Kleiden und Geld verdienen – und stellt diesen Aktivitäten die Ergebnisse gegenüber. Obwohl die Menschen hart gearbeitet haben, ist der Ertrag nicht wie gewünscht. Haggai berichtet von einer kärglichen Ernte, von Hunger und Durst, von dürftiger Kleidung und finanziellem Mangel. Was war geschehen? 

Offenbar führte das Streben nach Materiellem nicht automatisch zu Wohlstand und Zufriedenheit. Man hätte es wissen können: Als der Tempel, der hier noch in Trümmern liegt, gebaut wurde, entstand der Psalm 127. Diesen kann man überschreiben mit: An Gottes Segen ist alles gelegen. In der Entfremdung von Gott hatten die Menschen dies offenbar vergessen. Die Tempelruine war beredtes Zeichen dafür.   

Worauf bauen wir?

Wie geht es uns heute? Setzen wir die Prioritäten besser? Manchmal scheint mir, wir sind in dem gleichen Kreislauf gefangen. Wir folgen ausgeklügelten Plänen und arbeiten hart für unser Vorwärtskommen, um dann, z. B. durch Corona und Starkregen, zu erkennen, dass wir letztlich nichts in der Hand haben. Auch unser Leben wird ohne den Segen Gottes nicht gelingen. Also sollten wir uns fragen lassen, wo Gott in unserem Leben seinen Platz hat.

Segen teilen

Trauen wir uns doch beispielsweise, Gottes Segen zu teilen und von unserem Einkommen abzugeben, wie es viele Spenderinnen und Spender der CBM tun. Wenn wir dem Spirituellen den Vorzug geben, machen wir Gottes Segen in unserem Leben stark.

Porträt eines Mannes © CBM
Daniel Magirius

"Am besten gefällt mir die Vielfältigkeit der Menschen, mit denen ich bei der CBM zusammenarbeite", sagt Daniel Magirius, wenn es um seine Arbeit geht. Er ist bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) IT-Infrastruktur-Manager.