Ein etwa achtjähriger Junge in Schuluniform schiebt ein Mädchen im Rollstuhl auf einem Feldweg entlang. Vier etwa gleichaltrige weitere Jungen gehen im Gänsemasch hinter ihm.

Gedanken zum Monatsspruch September 2026

Von CBM-Mitarbeiterin Ute Winker

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.
Der Prediger Salomo/Kohelet 4,6 (Die Bibel, Altes Testament, Buch Kohelet, Kapitel 4, Vers 6)*

Was brauchen wir wirklich?

Kennen Sie das? Sie wünschen sich etwas, setzen viel Zeit und Kraft dafür ein und besitzen es schließlich. Doch nachdem Sie es erreicht haben, sind Sie nicht glücklicher als zuvor. Im Gegenteil, der Drang nach immer mehr wird oft mit Rastlosigkeit und Erschöpfung bezahlt.

Der Prediger Salomo erinnert uns daran, dass ein Leben mit innerem Frieden wertvoller ist als großer Besitz ohne echte Erfüllung. Wer beide Fäuste voller Arbeit, Verpflichtungen und Besitz hat, erlebt häufig innere Leere. Das Bild vom "Haschen nach Wind" beschreibt eine Mühe, die am Ende keinen bleibenden Gewinn bringt.

Weniger ist mehr!

Darum warnt Salomo vor einem Leben, das allein von Ehrgeiz oder dem Habenwollen bestimmt wird. Zeit, Gelassenheit und Seelenfrieden helfen uns mehr als Statussymbole. Weniger Besitz kann auch weniger Sorgen und mehr Freiheit bedeuten. Und wer Pausen zulässt, bewahrt sich die Freude an dem, was er tut.

Aber unsere Terminkalender sind voll, die Aufgabenlisten lang. Immer gibt es etwas zu planen, zu organisieren oder zu finanzieren. Es ist ja auch gut, dass viele von uns sich mit großem Einsatz engagieren und mit beiden Händen anpacken.  

Doch Salomo hält uns einen Spiegel vor. Wer beide Hände krampfhaft mit Arbeit, Projekten oder dem Anspruch füllt, alles kontrollieren zu müssen, hat keine Hand mehr frei. Trotz großer Mühe bleibt der Ertrag gering, so als würde man versuchen, den Wind zu fangen.

Die Hand öffnen

Öffnen wir dagegen eine Hand, um zu geben und zu teilen, geschieht etwas Erstaunliches: Großzügigkeit schenkt Zufriedenheit und die Gewissheit, etwas Bleibendes zu bewirken. Gleichzeitig wird die offene Hand bereit, neuen Segen und neue Freude zu empfangen.

Genau das erleben viele Freundinnen und Freunde der CBM. Mit ihrer geöffneten Hand teilen sie von dem, was ihnen anvertraut ist, und schenken Menschen mit Behinderungen Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und neuen Perspektiven. Ihre Unterstützung verändert Leben und gibt Hoffnung weit über den Augenblick hinaus.

Sie wissen, wenn wir geben, werden unsere Hände nicht leer, sondern frei für das, was wirklich zählt.

Lassen Sie uns heute bewusst eine Hand öffnen. Lassen wir den Leistungsdruck einmal los und tauschen ihn gegen Gottes Ruhe ein. Mit der anderen Hand packen wir weiterhin an – gelassen, fröhlich und ohne Krampf. So können wir dankbar sein für das, was Gott uns bereits geschenkt hat.

Von Herzen Danke für Ihre großzügige Verbundenheit!

*Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart; Quelle für den Monatsspruch: "Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB)", Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Zur Autorin

Porträt einer Frau
Ute Winker

Ute, was ist Deine Aufgabe bei der CBM?

Neben meinen Tätigkeiten am Empfang bin ich als Mitarbeitervertreterin mit sechs Kolleginnen und Kollegen Ansprechpartnerin für die Belange aller Mitarbeitenden.

Was macht Dir dabei besonders Freude?

Zu erleben, wie unser großes Miteinander aus verschiedensten Begabungen, Herkünften und Prägungen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet, weil Gott will, dass allen Menschen geholfen werde: Augenlicht schenken und erhalten sowie Inklusion leben.

Was tust Du gern in Deiner Freizeit?

Als Prädikantin der Evangelischen Landeskirche freue ich mich, Gottesdienste halten zu dürfen sowie Menschen in besonderen Lebensumständen zu begleiten.