Kinder in Schuluniform, darunter ein Kind im Rollstuhl © CBM (Kinder in Uganda/2018)

Gedanken zum Monatsspruch September 2022

Die Liebe zu Gott ist Weisheit – von CBM-Mitarbeiterin Emily Mwamachi

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Sirach 1,10 (Die Bibel, Altes Testament/Apokryphen, Buch Jesus Sirach, Kapitel 1, Vers 10)

Das Buch Jesus Sirach wurde von einem jüdischen Schriftgelehrtem aus Jerusalem im frühen zweiten Jahrhundert vor Christus verfasst. Es thematisiert viele Bereiche des menschlichen Lebens wie Partnerschaft, Glaube und Umgang mit Geld. Sein Fokus liegt hauptsächlich darauf, den Leser und die Leserin beim Leben im Bund mit Gott zu unterstützen und zu zeigen, wie er oder sie sich selbst bei kleinen Dingen auf Gott verlassen kann. 

Das Zentrum unserer Existenz und zwischenmenschlichen Beziehung ist verankert in Gott. Wir ahmen ihn nach, wenn wir anderen dienen. Es reicht nicht, nur seine Liebe zu predigen, ohne sie in Taten umzusetzen! Sind wir gewillt, auch Opfer zu bringen und uns von Gott ändern und führen zu lassen, um fähig zu sein, seine Liebe zu teilen? Gottes verändernde Kraft in uns und unsere Opferbereitschaft führen dazu, dass Menschen gute Gaben empfangen, die vorher außer ihrer Reichweite waren.

Manchmal im Stillen oder durch Gespräche erkennen wir die Bedürfnisse von Menschen verschiedener Interessengruppen und können so ihre Erwartungen erfüllen. Wenn wir zulassen, dass Gott unser Leben weiter verändert, sollten wir das durch den Dienst an anderen Menschen zeigen.

Selbstlose Liebe 

Im 25. Kapitel des Matthäusevangelium erinnert uns Vers 40 [Anm. der Red.: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.] daran, dass der Dienst an unserem Bruder oder unserer Schwester gleichzeitig ein Dienst für Jesus Christus ist. In seiner selbstlosen Liebe und Weisheit trug Jesus das Kreuz für andere. Wir erleben die Weisheit Jesu in seiner erlösenden Begegnung mit denen, die ihn geißelten und zwangen aufzustehen, als er unter der Last des Kreuzes hinfiel. Echte Liebe ist diejenige, die uns Schmerz bereitet, und uns dennoch Freude bringt. Wenn man darüber nachdenkt, realisiert man, dass Liebe ohne die Bereitschaft, das Kreuz für jemand anderen zu tragen, nicht existieren kann.  

Während in Kenia die landesweiten Grundschulprüfungen stattfanden, wurde im Fernsehen von einem Mädchen mit Behinderung aus dem Uasin-Gishu-Bezirk berichtet, dessen Freunde es zum Unterricht trugen. So stellten sie auch sicher, dass es mit ihnen essen konnte. Es war faszinierend zu sehen, wie die Freunde auf ihre eigene unbeholfene Weise dem Mädchen den Schulbesuch und ein fröhliches Lernen in Gemeinschaft ermöglichten.

Furcht vor Gott ist der Anfang der Weisheit

Der Autor des Buchs Sirach personifiziert die Weisheit im 14. Vers: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang: Zugleich mit den Gläubigen ist sie im Mutterleib erschaffen.“ Weisheit ist göttlich, da sie gottgeschaffen ist. Sie ist eine Belohnung für das Halten seiner Gesetze und Gebote, die von Jesus zweifach zusammengefasst werden: Du sollst den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Verstand lieben. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.  

Die CBM zeigt ihre Liebe für ihre Nächsten mit Behinderung, indem sie ihre Bedürfnisse versteht und Hindernisse beseitigt, z.B. durch barrierefreie Gebäude. Auch durch Bewusstseinsbildung versucht die CBM in der Gesellschaft und auch in der Gemeinde alle einzuschließen, und niemanden auszulassen. Die CBM teilt ihre Liebe mit Menschen mit Behinderungen.  

Porträt eines Mannes © CBM
Emily Mwamachi (Kenia)

Emily, was ist Dein Job bei der CBM und welchen Teil dabei schätzt Du am meisten? 

Ich bin Finanzmanagerin im kenianischen Landesbüro, verantwortlich fürs Finanzmanagement für das gesamte Land und arbeite mit den CBM-Partnern zusammen, die ihre Projekte umsetzen. Ein Bereich, bei dem ich mithelfe, ist die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, um den von uns festgestellten Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen gerecht zu werden und die Unzulänglichkeiten der Gesellschaft für eine behindertengerechte Welt aus dem Weg zu räumen. Mir bereitet es vor allem Freude, die konkreten Beispiele für die verbesserte Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zu sehen, die durch die vielfältigen Maßnahmen der CBM erzielt worden sind. 

Welche sind die größten Herausforderungen in Deiner Arbeit?  

Der Erfolg meiner Arbeit zeigt sich in einer starken Unterstützung und dem hohen Engagement vonseiten derer, die wir fördern. Manchmal ist es eine echte Herausforderung, die Erwartungen und individuellen Situationen der verschiedenen Menschen auszubalancieren.  

Und was tust am liebsten in Deiner Freizeit? 

In Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, gibt es etliche schöne und ruhige Orte. Ich liebe Spaziergänge in der Natur, alleine oder mit meiner Familie. Außerdem finde ich Musik erfrischend und entspannend. Ich treffe mich oft mit anderen in der Gemeinde, um gemeinsam zu singen und die Musik zu genießen.