Boot, auf dem ein Mann steht, in einem ruhigen Fluss; ein Regenbogen im Hintergrund © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch Februar 2020

Freiheit braucht Aufmerksamkeit – von CBM-Vorstand Dr. Peter Schießl

Ihr seid teuer erkauft worden, werdet also nicht der Menschen Knechte.

Monatsspruch Februar aus 1. Korinther 7,23 (Die Bibel, Neues Testament, 1. Korintherbrief, Kapitel 7, Vers 23)

"Ihr seid teuer erkauft worden." Wie bitte? Wir sind doch keine Sklaven! Wir sind doch als Menschen mit Würde und Rechten ausgestattet, die uns unmittelbar und ohne Gnadenerweise von irgendwem zukommen! So ist es, und als Christen bekennen wir sogar, dass uns diese Würde von Gott als seinen Geschöpfen zugesprochen ist, weil er uns alle gleichermaßen liebt und uns diese Liebe nicht entzieht, auch wenn wir uns im Widerspruch zu ihr verhalten.

Teuer erkauft

Und doch mussten wir teuer erkauft werden, weil uns unsere vielfache Abkehr von Gottes Liebe in Bindungen führte, aus denen Jesus uns erlösen will. Denn Gott hat es nicht bei seinem Zorn über unsere Abkehr von seiner Liebe belassen, sondern sich mit Jesus in unsere Wirklichkeit hineinbegeben und an unserer Stelle das Äußerste ertragen, was Menschen anderen Menschen zufügen können. Das Leiden und Sterben Jesu war der Preis für unsere Freiheit. Wer dies glaubt, kann frei werden von allen negativen Bindungen.

Vorsicht vor selbstverursachter Knechtschaft

Nach dem Zuspruch "Ihr seid teuer erkauft" müssen wir aber auch den Anspruch hören: "Werdet also nicht der Menschen Knechte". Diese Mahnung gilt heute auch uns freien Menschen in einer freien Gesellschaft, auf dass wir unsere Freiheit verantwortungsvoll nutzen. Denn die Gefahr ist groß, dass unsere in sich guten Sehnsüchte, Wünsche, Herzensbewegungen missbraucht werden und wir uns verleiten lassen, im Widerspruch zu unserer Würde und unserem Gewissen zu handeln und so wieder in Bindungen zu geraten. Je größer die Freiheit, desto größer die Verantwortung, für uns selbst und andere.

Bewusst auf Gottes Liebe antworten

In den großen und kleinen Entscheidungen unseres Lebens sollen wir uns fragen, wie wir auf die Liebe Gottes zu uns am besten antworten können. Was wäre sein freimachender Wille in dieser oder jener Situation? Für jeden wird die Antwort anders ausfallen. Für mich hieß sie einmal, mich als Vorstand der Christoffel-Blindemission zu bewerben. Und seitdem bemühe ich mich, dem Tag für Tag gerecht zu werden. Dabei weiß ich mich getragen und verpflichtet von den vielen Entscheidungen, die den Spenden zugrunde liegen, die wir entgegennehmen dürfen. Die Erfahrung hat mich gelehrt und ich bin ganz sicher:

Wenn wir das "Dein Wille geschehe" unseren Willen prägen lassen, gehen wir als Freie durchs Leben und sind nicht unsere oder der Menschen Knechte, was auch immer unsere äußeren Lebensumstände sein mögen.

Porträt eines Mannes © CBM
Dr. Peter Schießl

Dr. Peter Schießl ist Vorstand der Christoffel-Blindenmission (CBM) und verantwortet die Bereiche Fundraising und Verwaltung.