Ein Krankenpfleger mit Mundschutz beugt sich über das Gipsbein eines Kindes - Gedanken zum Monatsspruch © CBM

Gedanken zum Monatsspruch Juni 2020

Gott sei Dank kennt Gott mein Herz – von CBM-Mitarbeiter Christoph Müller

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.

Der Monatsspruch Juni aus 1. Könige 8,39 (Die Bibel, Altes Testament, 1. Buch Könige, Kapitel 8, Vers 39)

Der Vers zum Juni spannt einen großen Rahmen: Du (Gott) allein kennst das Herz aller Menschenkinder.

Bedrohlich – oder erfreulich?

Spontan entdecke ich in mir zwei Reaktionen. Die eine: Hilfe, das klingt bedrohlich! Ich mag zwar andere Menschen, und manchmal mich selbst, über mich täuschen können. Aber hier ist einer, der mich vollkommen kennt und alles von mir weiß. Gefällt mir das?    

Die andere: Er allein kennt das Herz aller Menschen. Gott sei Dank! Wenigstens einer, der mich kennt und versteht, wo ich mir selbst doch oft ein Rätsel bin.

Vorbereitung auf Krisenzeiten

Spannend ist der Ursprung unseres Verses. In einem Gebet reflektiert der König Salomo Krisenereignisse, wie sie im Leben seines Volkes geschehen könnten. Er spricht davon, dass das Volk Israel plötzliche Seuchen und wirtschaftliche Not erfahren könnte, die es tief erschüttern würden.

Wenn das geschehe, dann möge Gott hören, wenn sich die Menschen zu ihm wenden und ihn um Hilfe bitten. Und weil er der Einzige ist, der alle Menschen genau kennt, möge er Verständnis mit ihren oft nicht klugen Entscheidungen haben und ihr Gebet gnadenvoll annehmen.

Fördert unser Herz die Krise?

Während ich diese Zeilen schreibe, ist die pandemische Lungenerkankung Covid-19 noch lange nicht Geschichte. Das, was in unseren Herzen ist, nämlich dass wir immer mehr von allem wollen und zwar überall auf der Welt, hat wohl zur Pandemie geführt. Der Raubbau an der Natur ließ das Virus vom Tier auf den Menschen springen und die Globalisierung tat das Übrige.

Unser Herz – voll Kleinmut und voll Großmut

Die Pandemie offenbart auch im Kleinen, was in unseren Herzen ist: Das Hamstern von Toilettenpapier zeigt den Kleinmut, der selbstlose Dienst von Ärzten und Pflegern den Großmut, zu dem wir fähig sind. Vielleicht hat mancher von uns in dieser Zeit Dinge in seinem Herzen entdeckt, die er lieber nicht erzählen möchte. Und hat sich vielleicht doch von seinem Herzen bewegen lassen, anderen in der Not Gutes zu tun. So wie die Spenderinnen und Spender der CBM, die in erfreulichem Maße für die Corona-Hilfe in den ärmsten Regionen der Welt gespendet haben!

Ich bin froh, dass Gott mein Herz kennt!

Da nun beides in meinem Herzen ist, Edles und Schäbiges, will ich froh sein, dass mich Gott durch und durch kennt und in Liebe und Gnade ansieht. So entscheide ich mich, aus dem Vers Kraft zu schöpfen: Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. Auch meines – Gott sei Dank!

Porträt eines Mannes © CBM
Pastor Christoph Müller

"Das Eintreten für Inklusion lässt das Evangelium heller strahlen. Christinnen und Christen, mit denen wir uns darüber austauschen, stellen sich gerne hinter das Anliegen der CBM!"

Christoph Müller arbeitet im Team Kirche der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der freikirchliche Pastor schätzt die vielen Begegnungen in Kirchen und kirchlichen Werken – und die große Offenheit für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern.