Gedanken zum Monatsspruch März 2026

Gott fühlt mit uns – von CBM-Mitarbeiter Oscar Mushivochi

Da weinte Jesus.
Johannes 11,35 (Die Bibel, Neues Testament, Evangelium nach Johannes, Kapitel 11, Vers 35)*

Da weinte Jesus, lautet der Monatsspruch März. Dieser wohl kürzeste Vers der Bibel öffnet mir einen tiefen Einblick in das Wesen Gottes. In Jesu Tränen sehe ich Gottes vorbehaltlose Zuwendung zu uns Menschen.

Ein mitfühlender Gott

Jesus steht am Grab seines Freundes Lazarus. Obwohl er weiß, dass er Lazarus vom Tod auferwecken wird, ist er bewegt vom Schmerz Marias und Marthas, der Schwestern des Lazarus. Und Jesus weint. Nicht aus Verzweiflung, sondern aus tiefer Anteilnahme. Für Christinnen und Christen ist dies bis heute die Bestätigung, dass Gott mit uns Menschen fühlt.

Ein naher Gott

Hier wird also gezeigt, dass Gott nicht fern und unbeteiligt ist. Er sieht unsere Grenzen, unsere Verluste und unsere Tränen. Deshalb dürfen wir gerade in schweren Zeiten darauf vertrauen: Wenn das Leben uns überfordert und uns die Tränen kommen, ist Gott uns nahe.

Wir sollten uns unserer Gefühle, insbesondere der Tränen, nicht schämen. Das Vorbild Jesu in der Bibel lädt uns dazu ein, unsere Gefühle nicht zu verdrängen. Jesus war ganz Mensch und das sollten wir auch sein.

Ein verständnisvoller Gott

An anderer Stelle im Neuen Testament (Hebräer 2,17) wird sogar gesagt, dass die Erfahrungen, die Jesus als Mensch zu seinen Lebzeiten machte, die Sicht veränderte, die  Gott auf uns Menschen hat. Jesus musste dieselben Erfahrungen machen wie wir, um uns als Gott ganz zu verstehen und wirklich erlösen zu können. So finden wir bei ihm offene Arme und Barmherzigkeit – gerade in unseren Tränen.

Sind wir verständnisvoll und aktiv?

Jesus weinte – und danach handelte er. Dieses Vorbild prägt das Verständnis von christlichem Dienst bei der CBM. Menschen mit Behinderungen begegnen uns mit ihren Erfahrungen von Ausgrenzung, fehlenden Chancen und oft auch stillem Leiden. Wir fühlen uns beauftragt, Anteil zu nehmen und tätig zu werden, indem wir ihnen konkret helfen, ihre Würde stärken und sie auf ihrem Weg begleiten. Unsere Programme und Projekte sollen ihnen Hoffnung machen, Teilhabe ermöglichen und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern.

In der Organisationsunterstützung, in der ich arbeite, sorgen wir im Hintergrund dafür, dass alles gut organisiert ist und die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.  So dienen wir im Geist christlicher Verantwortung.  

Unser Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Ihr Engagement ist mehr als eine finanzielle Zuwendung. Sie ist Ausdruck geistlicher Verbundenheit und einer gemeinsamen Vision.

*Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart; Quelle für den Monatsspruch: "Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB)", Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Zum Autor

Porträt eines afrikanischen Mannes
Oscar Mushivochi

Oscar, bitte stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor!

Mein Name ist Oscar Mushivochi und ich lebe in Nairobi in Kenia. Bei der CBM arbeitete ich in der Abteilung für Finanzen und operative Entwicklung und achte als Verantwortlicher darauf, dass Finanzen korrekt gehandhabt und Projekte mit der höchsten Qualität umgesetzt werden.

Was ist Ihnen in Ihrem Leben als Christ wichtig?

Privat bin ich sehr aktiv, junge Christen zu fördern und in meiner Kirchengemeinde zu predigen. Außerdem möchte ich die Werte Christi in der Geschäftswelt vorleben. Ich verstehe sie als eine Quelle der Ermutigung für die Menschen um mich herum.