Eine junge Frau mit Schürze steht neben einer kleinen, blaugestrichenen Bretterbude, auf deren Auslage Obst und Gemüse liegen.

Gedanken zum Monatsspruch Februar 2026

Eingemachtes für guten Mut in harten Zeiten – von CBM-Mitarbeiterin Gisela Matthes

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.*
5. Mose 26,11 (Die Bibel, Altes Testament, 5. Buch Mose, Kapitel 26, Vers 11)

"Isfahan, den 3. Mai 1940

Die äußere Lage ist so, dass, wenn der Herr nicht einen Ausweg zeigt, im Laufe des Mai wir die Heime werden schließen müssen. Noch habe ich nicht alle Hoffnung aufgegeben. Einen äußeren Grund für diese Hoffnung habe ich nicht, nur frühere Erfahrungen. Beim Gedanken an die uns zugeführten Menschen krampft sich mir das Herz zusammen."

Das schreibt der CBM-Gründer Ernst-Jakob Christoffel in einem Brief.

Was mich an diesem Zitat beindruckt, ist seine Hoffnung in scheinbar aussichtsloser Lage. Sie speist sich aus dem, was er mit Gott in seiner Arbeit erlebt hat. Immer wieder hat er erfahren: Gott lässt die ihm anvertrauten Menschen nicht im Stich. Immer gab es einen Weg, auch wenn der nicht leicht war.

Vielleicht fragen Sie sich, liebe Leserin und lieber Leser, wie man zu so einer unerschütterlichen Hoffnung gelangen kann?

Der Montsspruch enthält einen wichtigen Hinweis: Es gibt in unserem Leben auch Zeiten der Fülle und des Glücks. Der Vers lädt uns dazu ein, genau diese Erfahrungen dankbar anzunehmen, zu feiern und zu genießen. Es ist wichtig, die Erinnerung an das, was Gott uns geschenkt hat, lebendig bleiben zu lassen. Das kann in Krisensituationen helfen, nicht zu verzweifeln. Auch wenn ich gerade keinen Weg sehe.

Der Vers für diesem Monat steht in der Bibel im Zusammenhang mit der Beschreibung eines Erntedankfestes. Es klingt erstmal ungewohnt, mitten im Winter ans Erntedankfest zu denken. Doch mir tut der Gedanke gut. Ich habe im letzten Jahr in meinem Garten knapp 100 Kilogramm Gemüse geerntet. Und immer, wenn ich jetzt ein Glas Eingemachtes öffne oder Gefrorenes auftaue, spüre ich Dankbarkeit und Freude.

Christoffel wird in der eingangs geschilderten Situation nicht so glücklich gewesen sein. Wie ihn seine guten Erfahrungen mit Gott vor der Verzweiflung bewahren, lässt sich aber gut herauslesen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gerade in herausfordernden Situationen in Ihrem Leben durch Erinnerungen an Gottes Güte die Hoffnung nicht verlieren!

*Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart; Quelle für den Monatsspruch: "Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB)", Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Zur Autorin

Porträt einer Frau
Gisela Matthes

Gisela, was ist Deine Aufgabe in der CBM und was schätzt Du daran am meisten?

Ich arbeite im Team Spiritualität und Kirche. Zusammen mit meinem Kollegen Christoph Müller entwickle ich Arbeitsmaterialien für Kirchengemeinden. Außerdem bin ich für die Koordination der Andachten am Montagmorgen zuständig, die von verschiedenen Mitarbeitenden gestaltet werden. Mir gefällt die Vielfältigkeit der Aufgaben und die gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen.

Vor welchen Herausforderungen stehst Du in Deiner Arbeit?

Angesichts der vielen Herausforderungen, vor denen Kirchengemeinden stehen, ist es gar nicht so einfach, ihnen immer wieder attraktive Angebote für ihre Gottesdienste  anzubieten.

Was tust Du gern in Deiner Freizeit?

Ich baue in meinem Saisongarten verschiedene Gemüse an. Außerdem unternehme ich gern mit meinem Sohn Ausflüge und kleine Radtouren hier an der schönen Bergstraße.