Sonnenaufgang am Gebirgsrand, im Vordergund äsende Tiere © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch September 2020

Versöhnung ist möglich! – von CBM-Mitarbeiter Oskar Krein

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

Der Monatsspruch September aus 2. Kor. 5,19 (Die Bibel, Neues Testament, 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, Vers 19)

Gute Saat

Es ist Erntezeit! Ein sommerlicher Spaziergang in den Feldern zeigt uns, wie der gereifte Weizen goldgelb in den blauen Himmel strahlt. In diesem Jahr haben wir viel Glück. Das Wetter spielt im Wechsel von milden, warmen und dann wieder regnerischen Tagen mit, dass trotz Klimawandels das Getreide reifen konnte. Ganz praktisch erleben wir ein Wort der Bibel: "Was der Mensch sät, das wird er ernten" in Gal. 6,7 (Die Bibel, Neues Testament, Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 6, Vers 7).

Böse Saat

Was aber, wenn Menschen Schlechtes säen? Die in diesem Jahr in den USA und auch bei uns sichtbar gewordene Protestbewegung "Black Lives Matter" ist ein lauter Schrei nach Gerechtigkeit und Versöhnung für alle Menschen, unbesehen von Herkunft, Religion, Bildung und sozialem Status. Sie beklagt eine Jahrhunderte alte Saat von Unrecht und Missständen, die der Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-68) so auf den Punkt gebracht hat: "Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben."

Sehnsucht nach Versöhnung

Wie Schwestern und Brüder versöhnt leben zu können, bleibt eine Sehnsucht, die in allen Menschen steckt. Als Christen sehen wir die Kraft der Versöhnung tief in unserem Glauben verwurzelt: In Jesus Christus ist sie uns mit Gott geschenkt worden und damit die Möglichkeit, uns mit unseren Mitmenschen zu einigen statt im Streit zu leben. In 2. Kor. 5,19 (Die Bibel, Neues Testament, 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, Vers 9) stellt der Apostel Paulus fest: "Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat."

Versöhnung ist möglich

Bei Gott findet also ein Tausch statt! Gott nimmt uns Menschen in Christus unsere Unversöhnlichkeit, spricht uns davon frei und schenkt uns seinen Frieden. Damit sind die Ursachen für Vorurteile und Hass unter Menschen beseitigt. Als mit Gott versöhnte Menschen sind wir frei, unseren Mitmenschen Versöhnung anzubieten und friedlich mit ihnen zu leben. Wir können sogar zu Botschaftern guten Miteinanders werden, indem wir unser Umfeld zur Versöhnung mit Gott einladen. Ferner können wir einen Lebensstil der Rücksichtnahme einüben, auf dem praktischen Übungsfeld, das Gott uns dazu gegeben hat, der christlichen Gemeinde.

Wenn die Christoffel-Blindenmission für eine inklusive Welt arbeitet, in der alle Menschen im vollen Genuss ihrer Rechte und Möglichkeiten leben können, dann denkt sie letztlich an eine versöhnte Menschheit, in der den Menschen die Würde zuerkannt wird, die sie von Gott erhalten haben.

Danke, liebe Spenderinnen und Spender, dass Sie uns in dieser Arbeit unterstützen. Denn: Versöhnung ist möglich.

Porträt eines Mannes im Anzug mit Brille © CBM
Oskar Krein

Oskar Krein, Theologe, ist Mitarbeiter im CBM-Team für Vorsorge- und Nachlassregelungen.

Sein Fazit aus dem Arbeitsalltag: "CBM-Freundinnen und -Freunde beschenken Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern reich. Viele tun das mit einer testamentarischen Verfügung sogar über ihre irdische Lebenszeit hinaus. Das erfüllt mich mit Freude und großer Dankbarkeit!"