Mächtiger Baobab-Baum vor Wolkenhimmel © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2024

Von CBM-Mitarbeiter Andreas Nordt

Folge nicht der Mehrheit, wenn diese im Unrecht ist.

2. Mose 23,2 (Die Bibel, Altes Testament, 2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 2)

Der Bibelvers aus dem zweiten Buch Mose erinnert mich an die dunkelste Zeit in der Geschichte Deutschlands. Meine Großmutter erzählte mir im Rückblick, dass sie mit Blick auf das Naziregime von vornherein ein ungutes Gefühl hatte. Mein Großvater, der evangelischer Pfarrer in einem schwäbischen Dorf war, äußerte seine Bedenken zum Regime öffentlich, was ihm große Probleme einbrachte. Er wurde frühzeitig eingezogen und an die Front nach Russland geschickt, was ihn schließlich das Leben kostete.

Biblische Weisheiten sind aktueller denn je

Wie das sogenannte "Dritte Reich" endete, wissen wir alle. Die Erinnerung an meine Großeltern macht deutlich, wie wahr dieser Bibelvers ist und was geschehen kann, wenn Menschen der Mehrheit im Unrecht folgen. Wie schwierig jedoch die Umsetzung dieses Gebotes sein kann, erleben wir aktuell in vielen Gegenden der Welt. Wie hört und lebt man diesen Vers in einer Diktatur?

Im Ernstfall gegen die Mehrheit

Gewiss gibt dieser Vers uns nicht das Recht, Menschen zu verurteilen, die im falschen Moment der Mehrheit folgen. Dies steht uns schon deshalb nicht zu, weil keiner von uns weiß, wie wir selbst in solchen Lagen reagieren würden. Wir hoffen zwar, dass wir im Ernstfall den Mut haben, uns gegen die Mehrheit zu stellen. Aber schon bei Kleinigkeiten fällt uns auf, wie schwierig das ist.  

Verantwortung tragen wir alle

Trotzdem bleibt unsere Verantwortung, für das einzustehen, was wir richtig finden. Vielleicht haben wir zum Beispiel schon erlebt, wie in einem Gespräch plötzlich bestimmte Menschengruppen pauschal beschimpft werden. Das können zugewanderte Menschen sein, Menschen anderen Glaubens oder ganz allgemein Menschen, die sich von der Mehrheit unterscheiden. Vorurteile gibt es leider viele.  An so einem Punkt kann es nötig sein, Stellung zu beziehen.

Das eigene Gefühl und Gewissen ernst nehmen

In diesem Zusammenhang sollten wir das eigene Gefühl oder Gewissen ernst nehmen. Diese "innere Instanz" kann uns sagen, was richtig oder falsch ist. Das dürfen wir, so der Bibelvers, nicht ignorieren: Wir sollen nicht der Mehrheit folgen, wenn wir merken, dass sie im Unrecht ist. Und vielleicht gelingt es uns ja auch, das Gewissen anderer Menschen zu wecken.

In schwierigen Situationen auf Gottes Beistand vertrauen

Wir Menschen müssen Entscheidungen treffen und werden dabei nicht immer das Richtige tun. Wir dürfen aber darauf vertrauen, dass wir von Gott die Stärke und den Mut erhalten, auch in schwierigen Situationen unserem Gewissen und Gefühl zu folgen. Gottes Beistand ist uns zugesichert, wenn wir uns im Vertrauen auf ihn gegen die Meinung der Mehrheit stellen und somit, bildlich ausgedrückt, gegen den Strom schwimmen.

Zum Autor

Porträt eines Mannes © CBM
Andreas Nordt

Andreas, was ist Deine Aufgabe in der CBM und was schätzt Du daran am meisten?

Ich bearbeite Stiftungs- und andere Spenderanfragen. Am meisten schätze ich dabei das Gespräch mit unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, um mit ihnen gemeinsam eine gute Lösung für ihr Anliegen zu finden.

Was sind in Deiner Tätigkeit die größten Herausforderungen?  

Den Wünschen und Bedürfnissen unserer Spenderinnen und Spender bestmöglich gerecht zu werden.

Und was tust Du am liebsten in Deiner Freizeit?

Mich sportlich betätigen, um fit für die Triathlonteilnahme (Kurzdistanz: 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Fahrradfahren und fünf Kilometer Laufen) zu sein. So habe ich zum Beispiel schon dreimal mit dem CBM-Team am Zehn-Freunde-Triathlon in Darmstadt teilgenommen.