Ein Mann im roten CBM-T-Shirt und ein Junge berühren lachend ihre jeweils zur Faust gemachte Hand. Sie sitzen vor einem Augenuntersuchungsgerät und einer ebenfalls lachenden Frau, die dabeisteht.

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2026

Amos und die Frage nach der Gerechtigkeit – Von CBM-Mitarbeiter Andreas Nordt

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,24 (Die Bibel, Altes Testament, Buch des Amos, Kapitel 5, Vers 24 )*

Kümmern wir uns eigentlich genug um Menschen, die es im Leben schwerer haben – Arme, Menschen mit Behinderungen oder sozial Benachteiligte? Diese Frage berührt sowohl unser persönliches Umfeld als auch unsere gesellschaftliche Verantwortung. Sie ist heute so aktuell wie je und klingt wieder im Monatsvers für den Juli.

Ein unbequemer Rufer zur Gerechtigkeit

Hier stellt der Prophet Amos seinem Volk nicht nur unbequeme Fragen. Er klagt Israel an, weil es die Armen unterdrückt, hohe Abgaben von ihnen verlangt und die Gerichte durch Bestechung korrumpiert. Sein Ruf nach Gerechtigkeit ist eindringlich und poetisch klar:

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)

Mehr als Recht: Gottes Gerechtigkeit

Doch welche Gerechtigkeit meint Amos? Die Justiz, die sich bemüht, anhand von Gesetzen und Verfahren Gerechtigkeit herzustellen?  Sie ist notwendig, aber schon Amos wusste: Eine Gesellschaft kann sich auf ihre Justiz berufen und dennoch ungerecht sein. Deshalb fordert er eine andere, eine tiefere Gerechtigkeit. Nicht nur juristische Korrektheit, sondern eine Gerechtigkeit Gottes, die sich im täglichen Miteinander zeigt: in Barmherzigkeit, Schutz der Schwachen, fairem Umgang und echtem Respekt vor jedem Menschen.

Gerechtigkeit heute – gesellschaftlich und persönlich

Deutschland befindet sich mitten in einer Reformphase seines Sozialstaats. Vieles wird getan, manches verbessert sich – aber ob Menschen mit Behinderungen und sozial Benachteiligte ausreichend berücksichtigt werden, bleibt eine offene Frage. Und jenseits politischer Entscheidungen bleibt unsere persönliche Verantwortung. Jede und jeder von uns muss sich fragen: Wie unterstütze ich Menschen, die weniger Chancen haben als ich? Wo kann ich konkret handeln?

Unser Beitrag als CBM

Wir von der CBM verstehen unsere Arbeit als eine Antwort auf diesen Ruf nach Gerechtigkeit: Menschen mit Behinderungen zu stärken und ihnen gerechte Chancen zu ermöglichen. Viele Spenderinnen und Spender stehen an unserer Seite und leben damit etwas von dem Gerechtigkeitsverständnis, das Amos fordert – eine Gerechtigkeit, die nicht nur urteilt, sondern handelt.

Ein Bach, der weiterfließt

Vielleicht beginnt echte Gerechtigkeit genau dort, wo wir uns nicht mit dem Mindestmaß zufriedengeben. Wo wir Gottes Ruf hören und uns selbst als Teil dieses „nie versiegenden Bachs“ verstehen. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – lässt das Wasser des Rechts ein Stück kräftiger fließen.

Und so möge Gottes Gerechtigkeit auch durch uns spürbar werden – in kleinen Taten, klaren Entscheidungen und offenen Herzen.

*Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Zum Autor

Porträt eines Mannes
Andreas Nordt

Andreas, was ist Deine Aufgabe in der CBM und was schätzt Du dabei am meisten?

Ich bearbeite Stiftungs- und andere Spenderanfragen. Am meisten schätze ich dabei das Gespräch mit unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, um mit ihnen gemeinsam eine gute Lösung für ihr Anliegen zu finden.

Was sind in Deiner Tätigkeit die größten Herausforderungen?  

Den Wünschen und Bedürfnissen unserer Spenderinnen und Spender bestmöglich gerecht zu werden.

Und was tust Du am liebsten in deiner Freizeit?

Mich sportlich betätigen, um fit für die Triathlonteilnahme zu sein. So habe ich zum Beispiel schon fünfmal mit dem CBM-Team am Zehn-Freunde-Triathlon in Darmstadt teilgenommen.