Ein afrikanisches Mädchen hält seine Hände unter einen Wasserstrahl. © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2022

Durst nach Leben ist Durst nach Gott – von CBM-Mitarbeiterin Gisela Matthes

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Ps. 42,3 (Die Bibel, Altes Testament, Die Psalmen, Kapitel 42, Vers 3)

Wasser ist Leben

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Es ist absolut lebensnotwendig, seinen Durst mit Wasser zu stillen. Wenn Wasser knapp oder verunreinigt ist, kommen Menschen und alle anderen Lebewesen schnell in Gefahr. Das erfahren auch CBM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in unseren Projektländern.

Wasser in der Bibel

In der Bibel ist Wasser deshalb ein Sinnbild für alles Lebenswichtige und damit auch für Gott. Gottes ist die Quelle des Lebens. Er schuf im Anfang alles Leben, so beschreibt es der Schöpfungshymnus in Genesis 1 (1. Buch Mose, das erste Buch in der Bibel) und letztlich ist er es, der uns und allem Lebendigen das Leben schenkt.

Der Verfasser von Psalm 42 stellt beide Bedeutungen – die reale und die sinnbildliche – zusammen, wenn er sich an Gott wendet: "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott."

Durst nach Gott

Der Psalmbeter ist augenscheinlich in Not, aber wohl nicht durch äußerliche Probleme. Es ist offenbar seine Seele, die Durst hat, Durst nach einem gelingenden Leben. Für mich klingt es, als sei der Durst so groß, dass sein Leben in Gefahr ist. Er klagt Gott seine Sorgen und ist sich gleichzeitig gewiss, woher er Hilfe erwartet. Aus seinen Worten lassen sich Verzweiflung und Zuversicht gleichermaßen herauslesen. Der Beter vertraut auf Gott. Er ist sich sicher: Was mir fehlt, finde ich bei Gott. Er sieht aber derzeit nicht, in welcher Weise, bzw. wie ihm konkret Hilfe zuteilwird.

Wir wissen nicht, welche Nöte den Beter des Psalms umgetrieben haben und was seinen Durst nach Gott, die Sehnsucht nach Gottes Nähe, konkret ausgelöst hat. Doch vielleicht spricht der Vers Sie an, liebe Leserin und lieber Leser, und Sie können Ihre aktuelle Lebenssituation in die Worte des Psalmbeters hineingeben.

Durst nach Leben

Mir scheint, im Moment haben wir alle großen Durst in diesem bildhaften Sinne, sei es nach Frieden zwischen Staaten, nach Gesundheit oder einfach nur Normalität. Deshalb passt der Vers für mich sehr gut in die aktuelle Situation in dieser Welt. Angesichts der vielen schrecklichen Nachrichten, die täglich zu sehen und zu lesen sind, könnte man verzweifeln. Aus eigener menschlicher Kraft heraus scheint es kaum Lösungen zu geben.  In unserem großen Durst wenden wir uns mit dem Psalmbeter an Gott, im Vertrauen darauf, dass er seine Welt in der Hand hält und die Geschicke und Herzen von uns Menschen zum Guten lenkt.

So wünsche ich Ihnen, die Sie diese Zeilen lesen, dass Ihr Vertrauen zu Gott immer ein wenig größer sein möge als Ihre Sorgen und Ängste.

Porträt einer Frau © CBM
Gisela Matthes

Gisela,  was ist Deine Aufgabe bei der CBM und was schätzt du dabei am meisten?

Als Leitung des Kirchenteams bin ich für kirchliche Multiplikatoren zuständig. Z.B. entwickeln wir Materialien für Gottesdienste, die Mitarbeitenden in den Kirchen bei ihrer Arbeit helfen. Dabei ist es uns wichtig, Inklusion theologisch zu begründen. Auch darüber hinaus suchen wir viele Möglichkeiten, mit kirchlich Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, sodass die Arbeit sehr vielfältig ist. Besonders schätze ich die gute Zusammenarbeit, die wir im Kirchenteam miteinander haben.

Was sind in Deiner Tätigkeit die größten Herausforderungen?

Die kirchliche Landschaft verändert sich gerade und Inklusion ist dabei ein zentrales, aber nicht unumstrittenes Thema. Es ist eine schöne Herausforderung, als CBM  weiterhin unseren Beitrag für eine inklusive Kirche zu leisten.

Und was tust Du am liebsten in deiner Freizeit?

Hier an der schönen Bergstraße unternehme ich gern mit meiner Familie kleine und große Ausflüge. Überall gibt es interessante Ecken, die zum Verweilen und Entspannen einladen.