Eine Frau und ein Kind stehen im Gegenlicht der Morgensonne auf einer Wiese und blicken auf einen See. © CBM/argum/Einberger

Gedanken zum Monatsspruch August 2024

Gute Nachricht für gebrochene Menschen – von CBM-Mitarbeiter Christoph Müller

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

Psalm 147,3 (Die Bibel, Altes Testament, Die Psalmen, 147. Psalm, Vers 3)

Wenn das Leben zu schwer wird

Kennen Sie das Gefühl, dass einem das Leben zu schwer wird? Ausgelöst vielleicht durch die vielen schlechten Nachrichten in den Medien oder durch persönliche Schicksalsschläge, durch Überforderung im Beruf oder schmerzhafte Beziehungskrisen. "Auch das noch", denkt man dann, "nein, das schaffe ich jetzt nicht mehr, das ist einfach zu viel." Und man kann direkt spüren, wie Zuversicht und Lebenskraft von Minute zu Minute immer weniger werden. Natürlich, Sie kennen das Gefühl.

Manchmal kann man dies Gefühl überwinden und merkt erleichtert, es sind doch noch Reserven da. Dann kehrt die Kraft zurück und wir überwinden die Krise. Manchmal aber ist so viel in uns zerbrochen, dass wir uns davon nicht mehr erholen können. Dann sieht die Zukunft dunkel aus.

Die Bibel kennt diese Erfahrung

Ich war überrascht zu sehen, wie oft diese Situation in der Bibel beschrieben wird. Die Bibel nennt diese Erfahrung "ein gebrochenes Herz", gebrochen von Kummer und Sorgen. Das kann dann vielleicht ein gebrochener Wille sein, man kann nichts mehr entscheiden. Vielleicht eine gebrochene Zuversicht, man kann nichts mehr hoffen. Vielleicht ein gebrochenes Vertrauen, man kann nichts mehr glauben. Ein gebrochenes Herz, wie die Bibel es beschreibt, ist ein gebrochener Mensch, letztlich ein zerbrochenes Leben.

Gott will heilen

Für eine solche Lage spricht uns der Monatsvers Mut zu: Der Herr heilt die Menschen mit den zerbrochenen Herzen und verbindet ihre Wunden. Und wieder war ich überrascht, als ich bemerkte, wie oft in der Bibel Gott verspricht, dass er unsere Herzen heilen will. Ihm ist also nicht nur das große Weltgeschehen wichtig, sondern auch ich bin ihm wichtig, mit meinem kleinen und eben manchmal zerbrochenem Leben. Das finde ich so tröstlich!

Ich will mich Gott hinhalten

Wie könnte mein zerbrochenes Leben Gottes Heilung erfahren? Vielleicht so, wie wir es als Kinder taten. Wenn etwas weh tat, liefen wir (meist) zu unserer Mutter und hielten ihr die schmerzende Stelle hin. Und wenn sie auf die Stelle pustete oder uns im Arm wiegte und dazu einen kleinen Vers sang, wurden die Schmerzen wie durch Zauberkraft weniger. Nicht alles war sofort gut, aber es ging uns auf jeden Fall viel besser.

Ich glaube, so kann man kann sich mit seinem zerbrochenen Herzen auch Gott hinhalten, auf seinen Zuspruch hören und im Blick auf ihn neue Hoffnung schöpfen. Dann ist nicht alles sofort gut, aber vieles besser und vielleicht irgendwann auch ganz heil.

Zum Autor

Porträt eines Mannes © CBM
Christoph Müller

Christoph, was ist Deine Aufgabe in der CBM und was schätzt Du dabei am meisten?

Ich bin Kirchenreferent, d.h. mit meiner Kollegin im Team Spiritualität und Kirche vertrete ich die Arbeit der CBM in den Kirchen in Deutschland. Viele CBM-Spenderinnen und -Spender sind nicht nur der CBM, sondern auch ihren Kirchen treu verbunden. Sie freuen sich, wenn die Christoffel-Blindenmission in ihren Gemeinden vorkommt, und werden dann zu weiterer Unterstützung ermutigt. Deshalb  entwickeln wir Materialien für Gottesdienste, die Mitarbeitenden in den Kirchen bei ihrer Arbeit helfen. Wir gehen auch auf kirchliche Treffen, um Menschen direkt zu begegnen.

Was sind in Deiner Tätigkeit die größten Herausforderungen?

Die Kirchen in Deutschland befinden sich in einem großen Wandel. Personal und Mittel werden in Zukunft knapper. Verständlicherweise liegt der Fokus der Pfarrpersonen und Gemeinden stark auf ihren eigenen Sorgen. Da ist es nicht leicht, den Blick für die Nöte von Menschen mit Behinderungen in anderen Weltgegenden zu öffnen.

Und was tust Du am liebsten in Deiner Freizeit?

Als Lektor im Dekanat Bergstraße feiere ich gern Gottesdienste mit den Gemeinden. Außerdem liebe ich es, mit meinem Cross-Tretroller durch den Odenwald zu rollern. Oft muss ich die Berge hinaufschieben, aber dann geht es mit Karacho wieder runter.