© CBM/Hayduk

Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2021

Damit das Gespräch nicht abreißt! – von CBM-Mitarbeiterin Ute Winker

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Hebräer 10,24 (Die Bibel, Neues Testament, Brief an die Hebräer, Kapitel 10, Vers 24)

Einander wahrnehmen

Aufeinander achtzuhaben und füreinander zu sorgen ist – Gott sei Dank – nun wieder einfacher geworden. Der Monatsspruch für den Oktober ermutigt uns dazu.

Der Kontext des Spruchs aus dem Hebräerbrief greift das Bild des alttestamentlichen Gottesdienstes auf, in dem es für den einfachen Gläubigen unmöglich war, ins "Allerheiligste" zu kommen. Keiner außer dem Hohenpriester durfte diesen Ort im Tempel betreten, in dem Gott auf besondere Art anwesend war.

Zur Zeit der Abfassung des Briefes lag der Tempel zwar schon in Trümmern. Aber der Schreiber nimmt den Tempel als Bild für den neuen Weg zur Gottesbeziehung, den Weg über Jesus Christus. Hier braucht es keinen Hohenpriester mehr, hier ist das Allerheiligste die Liebe. Wer die Liebe im Herzen hat, so wie sie sich in Jesus offenbart, der darf sich Gott nähern.  

Wie zeigt sich die Liebe?

Liebe lebt davon, dass wir aufeinander achthaben und uns die Achtung des anderen erwerben, auch in der christlichen Gemeinde. Wir Menschen sind auf Gemeinschaft angelegt, wir sind also Beziehungswesen. Auch wenn manche vielleicht allein leben, können wir doch füreinander beten, füreinander da sein "mit Herzen, Mund und Händen" und so in lebendiger Gemeinschaft stehen.

In dieser Gemeinschaft mag man auch einmal heftig und leidenschaftlich diskutieren und Konflikte austragen, aber das ist nicht schlimm und gehört dazu. Manchmal passiert es allerdings, dass jeder nur noch bei sich und in seinen Argumenten gefangen ist, in seinen Befindlichkeiten, Verletzungen und Kränkungen. Was andere sagen, wird nicht mehr gehört. Frustriert brechen manche dann das Gespräch ab oder verlassen sogar die Gemeinschaft.

Wenn das passiert, haben wir nicht achtgehabt.

Achthaben

Der Briefschreiber hat für dieses "Aufeinander-Achten" konkrete Vorschläge. Wir sollen uns gegenseitig motivieren, liebevoll miteinander umzugehen und Gutes zu tun. Wir sollen uns gegenseitig barmherzig ermutigen, unseren Alltag positiv zu leben.

Manchmal ist damit sogar gemeint, ein Auge zuzudrücken, damit sich das Gegenüber vor lauter Beachtung nicht eingeengt fühlt, sondern den Geist der Freiheit spürt, von dem in der Bibel die Rede ist.

Deshalb wirbt der Briefschreiber darum (in Vers 25, der auf den Monatsspruch Oktober folgt), die Gemeinschaft nicht zu verlassen. Damit das Gespräch nicht abreißt und die Liebe immer wieder eine neue Chance hat. Zu einer solchen Gemeinschaft will ich doch unbedingt gehören! 

Wir sind mit hineingenommen

"Lasst uns aufeinander achthaben und uns anspornen …" Das ist eine Aufforderung in der Wir-Form. Sie gilt im Original den "Hebräern", an die der Brief geschrieben wurde, und gilt heute uns – wir sind mit hineingenommen!

So sehe ich auch die Spenderinnen und Spender der CBM als eine solche große Gemeinschaft, in der man sich zur Liebe und guten Werken anspornt. Für diese Gemeinschaft bin ich dankbar!

Porträt einer Frau © CBM
Ute Winker

Ute Winker ist die freundliche Dame am Empfang der Christoffel-Blindenmission (CBM) in Bensheim. Täglich begegnet sie vielen CBM-Mitarbeiterinnen, -Mitarbeitern und Gästen aus der Umgebung und aus aller Welt: "Es macht mir Freude, für eine Organisation wie die CBM zu arbeiten, der christliche Werte wichtig sind, die sie auch umsetzt – hier in Bensheim und in den Projekten."