Der Annapurna-Gebirgszug in Nepal © CBM

Die CBM in Nepal

Jahrelanger Bürgerkrieg, ein verheerendes Erdbeben und politische Instabilität machten Nepal zu einem der ärmsten Länder Asiens. Gerade arme Menschen haben häufig keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem. Um die Situation armer Menschen zu verbessern, ist die CBM bereits seit 1972 in Nepal tätig.

Umfassendes Augengesundheitsprogramm für Nepal

Der Schwerpunkt der CBM-Arbeit in Nepal liegt auf der Augengesundheit. Ziel ist es, mehr Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten zu ermöglichen. Hierzu fördert die CBM ein umfassendes Augengesundheitsprogramm mit Fachkliniken in Lahan und Biratnagar. Zum Programm gehören auch mobile Einsätze, um kranke und behinderte Menschen in entlegenen Bergdörfern ausfindig zu machen.

Schlechte medizinische Versorgung in den Bergen

Denn knapp die Hälfte der Einwohner lebt in abgeschiedenen Hochgebirgsgegenden. Hier gibt es tendenziell mehr arme Menschen als in tiefer gelegenen Regionen. Sie haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen sind dabei besonders dramatisch: Eine Studie ergab, dass gut 42 Prozent von ihnen in einer schlechten körperlichen Verfassung sind.

Hinzu kommt, dass aufgrund der schlechten Ernährungslage, mangelnder Hygiene und der schlechten medizinischen Betreuung viele Kinder bereits mit einer Behinderung geboren werden. Neben körperlichen Behinderungen ist Blindheit die zweihäufigste Ursache für Behinderungen.

Große soziale Ungleichheit bestimmt den Alltag

Eine arme nepalesische Familie sitzt vor ihrer Hütte. © CBM
Viele Behinderungen könnten vermieden bzw. geheilt werden. Weil ein Großteil der Bevölkerung jedoch zu arm für eine medizinische Untersuchung ist, bleiben Behinderungen bei vielen Menschen unbehandelt.

Obwohl Nepal seit 2015 eine demokratische Verfassung besitzt und grundsätzlich jedem Menschen die gleichen Rechte garantiert, herrscht nach wie vor eine große soziale Ungleichheit im Land. Gerade arme Menschen, die der unteren Kaste angehören, finden im politischen und wirtschaftlichen Leben kaum Gehör.

Armut ist allgegenwärtig

Hinzu kommt, dass sich die Wirtschaft der jungen Republik vom langen Bürgerkrieg kaum erholen konnte. Und die verheerenden Erdbeben des Jahres 2015 taten ihr Übriges: Schätzungen zufolge sind mehr als eine Million Menschen aufgrund des Erdbebens in die Armut gedrängt worden.

Dementsprechend dramatisch sind die Zahlen: Gut 32 Prozent der Menschen leben von weniger als 3,10 US-Dollar pro Tag. Damit einher geht, dass viele Kinder bereits sehr früh gezwungen sind zu arbeiten, um das Überleben der Familien zu sichern: Knapp 43 Prozent aller Kinder zwischen sieben und 14 Jahren müssen arbeiten!

 

Nepal im Überblick

ouddhanat.Boudhanath Stupa ist mit das bedeutendste buddhistische Heiligtum ausserhalb Tibets. © CBM
Boudhanath Stupa ist mit das bedeutendste buddhistische Heiligtum ausserhalb Tibets. Der Stupa ist mit 40 Metern Höhe der größte im Land.
  • Fläche:  147.181 km² ¹
  • Einwohner: 29,3 Mio.²
  • Hauptstadt: Kathmandu
  • Klima: Monsunklima, im Norden durch Höhenlage gemildert¹
  • Sprachen: Nepalesisch ist offizielle Landessprache, daneben gibt es ca. 50 Minderheitensprachen und Dialekte¹
  • Religion: rund 80 Prozent Hindus, 9 Prozent Buddhisten, 4 Prozent Muslime, 1,4 Prozent Christen¹
  • Lebenserwartung: 70,6 Jahre³ (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 28,4 von 1.000³ (DEU: 3,7 von 1.000)
  • Human Development Index: Platz 149 von 189³

Quellen:
¹Auswärtiges Amt, ²BMZ, ³Human Development Index