Der deutsche Augenarzt Dr. Manfred Mörchen untersucht ein philippinisches Kind © CBM

Projektpartner EHFI – inklusive Augengesundheit auf den Philippinen

Die "Eye hEAR Foundation, Inc." kümmert sich als Projektpartner der Christoffel-Blindenmission (CBM) landesweit um Augenpatienten auf den Philippinen, insbesondere um Menschen mit Grauem Star. Sie überwacht zudem die Aktivitäten der CBM-unterstützten, augenmedizinischen Projekte auf dem Inselstaat und hat erst 2016 ein neues Projekt für inklusive Augengesundheit gestartet.

Erfolgreiche Partnerschaft

Philippinische Augenpatienten mit Augenklappe © CBM/CBM Australia
Patienten mit Grauem Star stehen im Fokus der Projektarbeit.

Bereits seit 1992 arbeitet die CBM mit der in Bacolod City ansässigen "Eye hEAR Foundation, Inc." (EHFI, früher "Cataract Foundation Philippines, Inc.") erfolgreich zusammen. Anfangs kümmerte sich die Stiftung um Graue-Star-Patienten auf der philippinischen Insel Negros, später weitete der CBM-Partner seine Arbeit auch auf andere Gebiete aus. Mittlerweile überwacht die Stiftung die Aktivitäten der CBM-geförderten augenmedizinischen Projekte auf den Philippinen und koordiniert zudem ein eigenes Netzwerk von Partnern und ehrenamtlich mitarbeitenden Augenärzten.

Augenmedizinische Versorgung verbessern

Ziel aller gemeinsamen Aktivitäten der CBM und der EHFI ist es, die augenmedizinische Versorgung der gesamten philippinischen Bevölkerung zu verbessern. Insbesondere Patienten mit Grauem Star sollen eine Operation erhalten. Um dies zu erreichen, bietet die EHFI Programme zur Verhütung von Blindheit, augenmedizinische Basisdienste sowie mobile Augengesundheitsdienste an. Die Angebote sind auf die Versorgung von ländlichen Regionen ausgerichtet, deren Bewohner keinen Zugang zu augenmedizinischen Services haben.

Zuwenige Augenärzte auf den Philippinen

Philippinischer Augenarzt untersucht ein Kind mit der Spaltlampe © CBM
Es gibt zu wenige Augenärzte auf den Philippinen, die meisten praktizieren zudem in den großen Städten.

Denn nur rund 1.600 Augenärzte sind auf den Philippinen registriert, ohnehin viel zu wenig für die mehr als 100 Millionen Einwohner. Über 90 Prozent der Augenmediziner praktizieren zudem in den großen Städten, vorwiegend in Manila. Viele von ihnen führen gar keine Augenoperationen durch. Die augenmedizinische Versorgung auf dem Land ist daher noch immer unzureichend.

Ein neuer Schritt zur Lösung

Ein neuer Schritt, um dieses Problem zu lösen, ist der 2016 gestartete Dreijahresplan der EHFI, der sich zunächst auf die Provinzen Leyte und Eastern Samar konzentriert. Das CBM-geförderte Projekt soll qualitativ hochwertige, augenmedizinische Dienste in besonders unterversorgten Provinzen für bedürftige Menschen aufbauen bzw. bereits bestehende Strukturen verbessern. Gleichzeitig sollen diese fest ins philippinische Gesundheitswesen verankert werden.

  • 9.979 Operationen am Grauen Star sind 2017 im Projekt durchgeführt worden.

  • 110.000 Augenpatienten sind 2017 untersucht worden.

  • 5.812 Billen für Kinder sind 2017 angepasst worden.

Zugang für alle – inklusive Augengesundheit

Der deutsche Augenarzt Dr. Manfred Mörchen begleitet dieses Projekt. Er arbeitet für die CBM als augenmedizinischer Berater auf den Philippinen mit dem Fokus Inklusion, stets in enger Kooperation mit der EHFI. Die Aufgaben des auslandserfahrenen Augenmediziners sind anspruchsvoll:

Er soll die Qualität der augenmedizinischen Versorgung auf den Philippinen verbessern, gleichzeitig sollen diese Dienste inklusiv gestaltet sein. So soll sichergestellt werden, dass die medizinischen Angebote für Menschen mit Seh- oder anderweitigen Behinderungen genauso gut erreichbar sind wie für alle anderen auch.

Ein Mann in weißem Hemd und mit Brille.

65.000 Operationen am Grauen Star geplant

Ein Gemeindehelfer untersucht die Augen einer philippinischen Frau © CBM
Das Projekt wird augenärztliche Versorgung in entlegenste Gebiete bringen - erreichbar für alle.

Geplant sind für den Projektzeitraum z. B. 129.000 augenmedizinische Untersuchungen (diese Zahl ist schon jetzt mehr als erfüllt!) und rund 65.000 Operationen am Grauen Star. Neben der medizinischen Arbeit steht das Thema Aus- und Weiterbildung im Fokus. So sollen auf Gemeindeebene 120 allgemeine und 40 Gesundheitshelfer für die Mutter-Kind-Vorsorge ein Training für die Basis-Augengesundheit erhalten.

Basis für weitere Planungen

Das neue Projekt ist zudem an den Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation zur universellen Augengesundheit 2014 bis 2019 angelehnt. Mit Umfragen und Studien innerhalb der betroffenen Bevölkerung sollen mehr und bessere Daten erhoben werden, um Aufschluss über den Bedarf an augenmedizinischer Versorgung zu erhalten. So wird eine solide Basis für künftige Planungen geschaffen.