Bensheim, 12. März 2026. Wüsten breiten sich aus, Seen und Flüsse vertrocknen – in immer mehr Regionen der Welt wird Wasser knapp, besonders in Afrika. Wasser fehlt zum Trinken ebenso wie für die tägliche Reinigung von Gesicht und Händen. Ohne sauberes Wasser erkranken viele Menschen an schweren Krankheiten. So zum Beispiel die 40-jährige Mekiya aus Äthiopien. Sie hat sich mit der Augenkrankheit Trachom infiziert. Eine Augeninfektion, die bis ins 20. Jahrhundert unter den Namen "Körnerkrankheit" oder "Ägyptische Augenkrankheit" auch in Europa häufig war. Unbehandelt führt sie zu Blindheit. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) darauf aufmerksam, wie wichtig eine gute Wasserversorgung ist – gerade im Kampf gegen Trachom.
"Es juckt, es sticht. Ich möchte immer mein Auge reiben. Mein rechtes Auge tränt unaufhörlich", beschreibt Mekiya aus Äthiopien ihre Situation. Mit der Zeit wurden die Schmerzen immer schlimmer: Die wiederkehrenden Entzündungen ließen ihr Augenlid vernarben, die Wimpern wachsen jetzt nach innen und scheuern bei jedem Lidschlag über die empfindliche Hornhaut. Deshalb fing sie an, sich die Wimpern ausreißen zu lassen. "Das war auch schmerzhaft", sagt sie. Bereits seit zwei Jahren lebt sie mit den Qualen.
Nachbarschaftshilfe der anderen Art
Schließlich bekommt Mekiya Hilfe von einer Nachbarin. Erst einen Monat zuvor hatte diese eine Ausbildung zur Gesundheitshelferin absolviert - die Nachbarin erkennt: Mekiya ist an der bakteriellen Augeninfektion erkrankt – übertragen von Fliegen oder einem gemeinsam benutzten Handtuch. Sie weiß, nur eine Augenoperation kann Mekiya noch helfen, bevor die Wimpern die Hornhaut komplett blind scheuern. Dank der CBM-Spenderinnen und Spender muss sich die 40-Jährige nicht sorgen, wie sie die Operation bezahlen soll. Nach der OP ist Mekiya erleichtert: „Ich fühle mich viel besser und kann jetzt klar sehen. Kein Schmerz, keine Tränen mehr“, sagt sie dankbar.
Wasser für alle
Dass sich Menschen wie Mekiya mit Trachom infizieren, ist keine Seltenheit. Ihnen fehlt häufig der Zugang zu sauberem Wasser und das Wissen, wie wichtig gute Hygiene ist, um Trachom vorzubeugen. Sichere Wasserstellen, die für alle zugänglich sind, sind genauso wichtig wie Zäune, damit Tiere sie nicht verunreinigen. Daher hat die CBM allein in Äthiopien im vergangenen Jahr 28 Wasserstellen gebaut, von denen mehr als 16.000 Menschen profitieren – Tag für Tag. Damit ist sie einen Schritt weiter, Trachom bis zum Jahr 2030 endgültig zu besiegen.
Online-Vortrag zum gegen Trachom
Mehr über Menschen wie Mekiya und was die CBM mit ihrer Kampagne gegen die bakterielle Augenkrankheit Trachom unternimmt, erfahren Interessierte am 31. März von 18 bis 18.30 Uhr in einem online-Webinar. Unter dem Titel „Was wird aus meinen Kindern, wenn ich erblinde? – So besiegen wir die Augenkrankheit Trachom“ berichten zwei Mitarbeiter über die CBM-Trachom-Arbeit. Jetzt anmelden: www.cbm.de/veranstaltungen.
Über die CBM
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt – und das seit fast 120 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand zurückgelassen wird. Im Jahr 2024 förderte die CBM 330 Projekte in 37 Ländern.