Ein Mann im CBM T-Shirt sitzt mit einer Brille auf dem Kopf und einer Taschenlampe in der Hand auf einem Hocker vor einer Frau mit Augenleiden. © CBM/Diemer

Trachom – eine hochansteckende Krankheit

Trachom ist eine hochansteckende bakterielle Augeninfektion. Sie wird auch als "ägyptische Körnerkrankheit" bezeichnet und trifft vor allem arme Menschen in heißem Klima, wenn die hygienischen Verhältnisse extrem schlecht sind. Unbehandelt führt Trachom zur Erblindung. Dabei ist die Behandlung von Trachom so einfach!

Ein Arzt untersucht mit einer Taschenlampe das Auge einer jungen Frau. © CBM/Diemer
Ein Projektmitarbeiter überprüft die Sehkraft der 28-jährigen Genet und diagnostiziert Trachom.

Ursachen von Trachom

Weltweit sind rund 200 Millionen Menschen von Trachom bedroht. Der Erreger "Chlamydia trachomatis" wird durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Er gelangt z.B. über die Hände in die Augen. Insbesondere in tropischen Ländern übertragen auch Fliegen den Erreger, indem sie sich in die Lidwinkel setzen und die Augen infizieren.

Trachom: Symptome und Verlauf

Die bakterielle Infektion Trachom macht sich zunächst wie eine unspezifische Entzündung der Bindehaut durch tränende Augen und angeschwollene Lider bemerkbar. Dann führt die Erkrankung an der Innenseite des Augenlids zu grobkörnigen Gewebsveränderungen. Die Körner sind weißlich gefüllte Bläschen, sogenannte Follikel. Sie vergrößern sich, bis sie aufplatzen.

Zwei afrikanische Kinder in blauer Kleidung bekommen Wasser aus einer Kanne in die Hände geschüttet. © CBM/Diemer
Hygiene schützt vor Trachom. Genets Kinder lernen, sich richtig das Gesicht zu waschen.

Ohne Behandlung droht Erblindung

Aus den geplatzten Follikeln entstehen Narben und die Lidinnenseite "schrumpft", bis sich die Wimpern nach innen ziehen und auf der Hornhaut scheuern. Es kommt zu Verletzungen, die sich infizieren und unter Narbenbildung abheilen. Durch die Narben schwindet das Sehvermögen. Erhalten Infizierte keine Behandlung, erblinden sie unwiderruflich. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 1,9 Millionen Menschen durch Trachom erblindet oder sehbehindert.

Trachom-Symptome rechtzeitig behandeln

Es ist wichtig, Betroffene rechtzeitig mit Antibiotika – und im Fall vernarbter Lider mit Augenlidoperationen – zu behandeln. Die CBM setzt zudem auf Aufklärungskampagnen in Entwicklungsländern, um die Hygienesituation zu verbessern. Allein im Jahr 2017 wurde in CBM-geförderten Projekten 3,7 Millionen Antibiotika an Patienten verteilt. Außerdem wurden mehr als 11.000 Augenlidoperationen durchgeführt.

S.A.F.E. – Mit diesen vier Maßnahmen lässt sich Trachom bekämpfen

  • Eine Frau im Operationskittel sitzt in einem OP-Saal und blickt durch ein Mikroskop-ähnliches Gerät.

    (S)urgery:
    Eine Augenlid-OP bewahrt bei Trachom vor dem Erblinden

  • (A)ntibiotics:
    Die Antibiotika-Verteilung stoppt Trachom-Infektionen

  • Ein Junge steht vor einem Kanister mit Zapfhahn aus dem Wasser fließt und wäscht sich das Gesicht.

    (F)ace Washing:
    Hygieneaufklärung beugt neuen Trachom-Erkrankungen vor

  • Eine afrikanische Frau steht an einer großen Pumpe, unter deren Öffnung mehrere Kanister stehen.

    (E)nvironment:
    Wasserversorgung erleichtet die Hygiene und verhindert Trachom

Ghana hat den Kampf gegen Trachom bereits gewonnen

Dass Ghana als erstes afrikanisches Land Trachom besiegt hat, ist ein Meilenstein und ein Grund zu feiern – nicht nur für Ghana, sondern für den gesamten Kontinent

Dr. Babar Qureshi (CBM-Direktor für vernachlässigte Tropenkrankheiten)

Ein großer Erfolg bei der Bekämpfung vermeidbarer Blindheit: Die  WHO hat die Eliminierung der Augeninfektion Trachom in Ghana im Frühsommer 2018 bestätigt. Die CBM war dort mit ihrem lokalen Partner seit 1995 an der Bekämpfung von Trachom beteiligt. Sie ermöglichte dutzende Außeneinsätze in entlegenen Landesteilen, um die Bevölkerung über wichtige Hygienemaßnahmen zu informieren und Operationen durchzuführen. Des Weiteren schulte die CBM Fachkräfte und war an einer Studie zur Massenverteilung von Antibiotika beteiligt – bis heute eine zentrale Maßnahme im weltweiten Kampf gegen Trachom.

In Äthiopien warten unzählige Menschen auf Hilfe

Während der Kampf gegen Trachom in Ghana erfolgreich war, sind unsere Fachkräfte in Äthiopien noch immer im Dauereinsatz: Bisher haben sie dort bereits 3.993 Augenlider operiert. Bis Mitte 2019 sollen noch mehr als 6.000 OPs folgen. Diese können allerdings nur mit der Hilfe von CBM-Spenderinnen und -Spendern realisiert werden. Werden auch Sie AugenlichtRetter und bewahren Sie Menschen in Entwicklungsländern vor dem Erblinden durch Trachom!