Eine ältere blinde Frau sitzt in ihrer Hütte. Ein Baby sitzt auf ihrem Schoß. © CBM

Flussblindheit ist besiegbar

Onchozerkose, umgangssprachlich Flussblindheit genannt, ist eine von der Kriebelmücke übertragene Infektionskrankheit. Sie kann dazu führen, dass Betroffene unheilbar erblinden. Dabei sind arme Menschen von der Krankheit besonders hart betroffen. Denn häufig haben sie keinen Zugang zu sauberem Wasser oder kein Geld für eine medizinische Versorgung. Dabei ist Flussblindheit einfach zu besiegen!

Ursachen und Vorkommen von Flussblindheit

Flussblindheit gehört zu den sogenannten "Big Five" der insgesamt 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten. Neben Trachom und drei weiteren ist sie für 90 Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. Flussblindheit selbst ist die weltweit zweithäufigste Ursache für Erblindung durch Infektionen.

Überträger der Krankheit ist die Kriebelmücke. Sie dient als Zwischenwirt des eigentlichen Erregers, der Fadenwurmart Onchocerca volvulus. Lebensraum der Mücke sind vor allem Ufergebiete schnell fließender Flüsse. Da als eine Krankheitsfolge unheilbare Blindheit droht, wird die Erkrankung auch als Flussblindheit bezeichnet. Am stärksten gefährdet sind afrikanische Staaten südlich der Sahara, einige Länder Südamerikas sowie der Jemen. Insgesamt 96 Prozent aller Menschen, die in der Gefahr stehen, sich mit Flussblindheit zu infizieren, leben in Afrika.

Krankheitsverlauf und Symptome

Altere blinde Frau mit Stock © CBM
Nachdem Berthine von der Kriebelmücke gebissen wurde, trübten sich ihre Augen immer mehr. Letztendlich erblindete sie unheilbar.

Ist der Erreger einmal in den Körper eingedrungen, produziert er zahlreiche Larven, die sich im Bindegewebe ablagern und durch den ganzen Körper wandern, bis zu den Augen. Sterben die erwachsenen Würmer nach ein bis zwei Jahren ab, entsteht eine toxische Reaktion, die schließlich die typischen Symptome auslöst:

Augen

Beim Absterben der Würmer in den Augen entstehen Entzündungen, die Augen trüben sich immer mehr und nach einer gewissen Zeit erblindet man unheilbar für immer.

Haut

Betroffene Hautstellen beginnen zu jucken, Hautauschläge, Entzündungen, Schwellungen und Läsionen entstehen. Über einen längeren Zeitraum hinweg kann die Haut so stark geschädigt werden, dass sie dünn wird und Anzeichen von vorzeitiger Alterung aufweist. In dem Zusammenhang spricht man auch von "Echsen-Haut".

Soziale Folgen

In manchen Gebieten waren bis zu 50 Prozent der Erwachsenen von der Flussblindheit betroffen. Aus Angst vor einer Infektion verließen viele Familien Dörfer, die in der Nähe von Flüssen liegen. Häufig mussten Kinder die Schule verlassen, um ihre blinden Verwandten zu betreuen. In der Folge kam es zu vermehrtem sozialem Abstieg der Betroffenen, Armut und Hunger nahmen stark zu.

Der Bedarf ist riesig

Weltweit leben 205 Millionen Menschen in Gebieten, in denen die Kriebelmücke aktiv ist. Schon jetzt haben 1,15 Millionen Menschen einen Sehverlust erlitten oder sind unheilbar blind durch den Biss des Insekts. Dabei können wir Menschen wie Berthines Enkel davor bewahren, unnötig zu erblinden: Bereits eine Dosis des Medikaments Mectizan pro Jahr reicht aus, um die Parasiten zu töten und so zu verhindern, dass Menschen an der Flussblindheit erkranken.

Die CBM kämpft gegen Flussblindheit

Die CBM setzt sich dafür ein, dass Menschen, die in Gefahrengebieten leben, das Medikament erhalten. Allein im Jahr 2018 konnten wir an über 23 Millionen Menschen Mectizan ausgeben. Wenn alle Menschen in den gefährdeten Gebieten Mectizan erhalten, lässt sich Flussblindheit sogar ganz stoppen – für immer! Dafür brauchen wir Ihre Hilfe! Gemeinsam können wir Augenlicht retten und Flussblindheit besiegen!