Porträt einer afrikanischen Frau mit Wassertropfen im Gesicht vor einer Glasscheibe voller Wassertropfen. © Rain – Roslyn – Südafrika – Silent Tears Projekt

Rain

Die Geschichte von Roslyn aus Südafrika

Achtung, Triggerwarnung: Der folgende Bericht thematisiert Gewalthandlungen gegen eine Frau.

Eine Frau sitzt mit einer Fernbedienung in der Hand auf einem Sofa. © Rain – Roslyn – Südafrika – Silent Tears Projekt
Roslyn

"Mein Name ist Roslyn und ich habe, seit ich klein war, viel Missbrauch erlebt. Meine Eltern lehnten mich ab und damit habe ich sehr zu kämpfen. Ich habe heute niemanden hier bei mir, deshalb ist es sehr, sehr, sehr traurig für mich. Ich habe zu kämpfen und ich habe keine Kinder und ich werde alt. Ich wurde einmal von zehn Männern vergewaltigt, einem nach dem anderen, einem nach dem anderen. Diese Sache wird mich verfolgen, bis ich alt werde.

Meine Mutter war eine Prostituierte und sie benutzte den Job, um mich und mein Leben zu zerstören. Ich habe sehr zu kämpfen. Ich war mit einem Mann verheiratet, der jetzt mit einer anderen Frau Kinder bekommt. Und ich bin allein, sogar meine Familie will mich nicht in ihrer Nähe haben. Ich habe eine Schwester, die keine Beziehung zu mir aufbauen will. Sie will mich nur, wenn sie etwas für sich braucht. Sie will von mir profitieren, aber sie will mich nicht sehen. Sie liebt mich nicht. Denn wenn ein Mensch dich liebt, dann liebt er dich so, wie du bist, und nicht so, wie er dich haben will.

Ich leide, aber ich werde nicht aufgeben, weil jemand mir das angetan hat. Ich leide, aber es ist nie zu spät. Kraft ist das Wichtigste. Kraft, Lachen, Geduld: Das sind die Dinge, die man braucht. Ihr müsst sie in eurem Leben haben. Denn in allem, in eurem Verstand, in euren Gefühlen, sogar in eurem Wesen, steckt Kraft.

Ich sage den Leuten immer, dass ich nicht glaube, dass jemand anderes den Schmerz, dem ich ausgesetzt war, überleben würde. Aber ich werde nicht an Dingen festhalten, die meine Zeit verschwenden. Meistens sage ich zu Gott: 'Warum ich, Gott?' Und Gott sagte zu mir: 'Schau dich an, Nummer Eins, du bist so schön und du hast einen Sinn für Humor und du bist einzigartig. Du siehst nicht anders aus, ich habe dich so erschaffen, wie du bist. Also gib niemals auf, gib niemals auf.' Ich bin jetzt stark, ich kann fühlen, dass ich stark bin. Ich kann Anerkennung erfahren. Ich habe diese Behinderung, aber auf diese Behinderung kann ich mich nicht konzentrieren."

Roslyn, Südafrika 2017