Hope

Die Geschichte von Ngatinem aus Indonesien

Eine lachende Frau mit Kopftuch sitzt vor Polsterstühlen auf einem Webteppich mit einem Kind auf dem Schoß, im Hintergrund zwei Jungen. © Never Give Up – Ummul – Indien – Silent Tears Projekt
Ngatinem mit Kindern

"Ich bin Mutter von drei Kindern. Alle Eltern möchten ein perfektes oder "nicht fehlerhaftes" Kind haben. Aber in der Realität habe ich eine Tochter, die sehbehindert geboren [wurde]. Eines Tages brachte ich meine Tochter in ein Krankenhaus, das auf Augenheilkunde spezialisiert ist, mit der großen Hoffnung, dass ich eine Lösung oder ein Heilmittel für den Zustand meiner Tochter finden kann. Von drei Ärzten bot keiner eine Lösung oder eine zufriedenstellende Antwort. Darüber hinaus kamen sie zu dem Schluss, dass "alles ein Geschenk Gottes ist, das überhaupt nicht verändert werden kann".

Das brach mir das Herz; meine Beine schienen nicht in der Lage zu sein, meinen Körper zu tragen. Es wurde noch schlimmer durch meine Geschwister, die mich nicht unterstützten. Niemand kümmerte sich um den gesundheitlichen Zustand meiner Tochter. Sie sagten: "Mein Leben gehört mir, dein Leben gehört dir". Wir fühlten uns also ziemlich allein, keine Geschwister kümmerten sich um unsere Tochter. Darüber hinaus gab es Menschen, die sagten: "Es ist sinnlos, für ein solches Kind medizinische Hilfe zu suchen, weil es so geboren wurde."

 

Ich hoffe, dass die Menschen da draußen verstehen, dass Menschen mit Behinderungen dieselben Rechte haben wie Menschen ohne Behinderungen.

Ngatinem

Als sie fünf Jahre alt war, wurde ich dieser Inklusiven Gruppe vorgestellt. In dieser Gruppe stellten meine Tochter und ich langsam fest, dass es viele Freunde und Familien gibt, die ähnlich sind. Jetzt ist sie im Regel-Kindergarten, und in kurzer Zeit wird sie mit der Grundschule beginnen. Jetzt spielt sie mit anderen Kindern, die keine Behinderung haben. Sie können zusammen Fahrrad fahren und gemeinsam mit anderen Kindern lernen. Als ihr Elternteil ist es meine gegenwärtige große Hoffnung, meine Tochter unabhängig leben zu sehen. Wenn sie erwachsen wird, möchte ich, dass auch andere ihren Wert erkennen.

Und ich möchte, dass sie den Menschen da draußen zeigt, dass Menschen mit Behinderungen nicht immer zu einer Last werden. Ich kann alles ohne die Hilfe anderer tun. Ich kann sogar anderen helfen. Als ein Mitglied der Gesellschaft hoffe ich, dass die Menschen da draußen verstehen, dass Menschen mit Behinderungen dieselben Rechte haben wie Menschen ohne Behinderungen. Dass wir Eltern von Kindern mit Behinderungen wie andere Eltern sein wollen, dass wir aktiver Teil der Organisation und der Gesellschaft sein wollen."

Ngatinem, Indonesien 2016