Drei Frauen sitzen hintereinander. Die Vorderste legt ihren Kopf auf ihren Arm ab, die zweite stützt ihren Kopf auf der rechten Hand auf. Dahinter ist das Gesicht einer dritten Frau zu erkennen. Ihre Gesichter sind unscharf, sie befinden sich hinter einer nassen Glasscheibe. © Barrier Free – Drei Frauen – Westafrika – Silent Tears Projekt

Barrier Free

Die Geschichte von Frauen aus Westafrika

Achtung, Triggerwarnung: Die folgende Geschichte thematisiert Gewalthandlungen gegen Frauen.

Rückenansicht dreier Frauen, die auf einem Sofa sitzen und Fernseher schauen: Sie legen sich gegenseitig die Arme um die Schultern. © Barrier Free – Drei Frauen – Westafrika – Silent Tears Projekt
In der Unterkunft von Barrier Free Livng in New York

"Das Wenige, das ich den Männern, die Menschen mit Behinderungen vergewaltigen, sagen kann, ist sie zu bitten, damit aufzuhören, weil es ein Fluch für sie sein kann. Auch wenn sie vielleicht denken, dass das Opfer behindert ist. Und wenn man feststellt, dass die Person, die man vergewaltigt hat, schwanger ist, sollte man so verantwortlich sein, ihre Entwicklung weiter zu verfolgen, um herauszufinden, ob es irgendwelche Probleme mit der Schwangerschaft gibt. Sie werden sonst vielleicht nie wissen, wie das Ergebnis des geborenen Kindes aussehen wird.“ - Teilnehmerin 1, Westafrika 2016

In der sicheren Unterkunft von Barrier Free Living in New York sind drei außergewöhnliche Frauen mit körperlicher Behinderung, die in den USA Asyl suchen. Sie kamen im November 2015 per Flugzeug aus Westafrika an, mit Geld nur für eine einzige Übernachtung in einem Hotel. Von ihren Familien gemieden und beschämt, flohen sie aus einem Land, das Menschen mit Behinderungen als verflucht definiert und in dem weibliche Genitalverstümmelung zwar verboten ist, aber in den abgelegenen Townships, aus denen sie kamen, immer noch vorkommt. Ihre unglaubliche Reise in Richtung Distanz(ierung) und Widerstandsfähigkeit ist erfüllt von dem Bewusstsein, dass solche Praktiken nicht global sind und dass sie mithilfe von Hoffnung und Gebet in der Lage sein würden, ihr Leben zu verändern. Alle wurden in einem sehr jungen Alter obdachlos, lebten mehr als drei Viertel ihres Lebens auf der Straße, und Barrier Free Living konnte ihnen ihr allererstes Bett zum Schlafen geben seit sie Kinder waren. Das Ticket wurde mit dem Preis ihrer Würde und ihres Stolzes gekauft, indem sie auf Sexarbeit als Mittel zum Zweck zurückgriffen. Aber zumindest birgt diese Geschichte den Anfang eines glücklichen Endes.

Im Sommer 2015 wurde Barrier Free Living (BFL) Apartments eröffnet, die dauerhafte Wohnungen mit Unterstützungsdiensten anbieten. Die BFL-Apartments bieten fünfzig Familieneinheiten für Familien mit einem Haushaltsvorstand mit Behinderungen, der Opfer/Überlebender häuslicher Gewalt ist, und siebzig Einzimmerwohnungen für Opfer/Überlebende häuslicher Gewalt mit Behinderungen sowie für Menschen mit Behinderungen, die von einer möglichen Unterbringung in Pflegeheimen abgehalten werden, und für Veteranen mit Behinderungen.

www.bflnyc.org