Eine Frau hinter einer Scheibe voller Wassertropfen hat ihre Hand auf die Scheibe gelet. © A Thousand Tears – Adame – Mali – Silent Tears Projekt

A Thousand Tears

Ein Bericht von Adame aus Mali

Achtung, Triggerwarnung: Die folgenden Berichte thematisieren Gewalthandlungen gegen Frauen.

Zwei Frauen stehen in einem Garten, vor und neben ihnen sitzen fünf Männer auf Stühlen und Bänken. © A Thousand Tears – Adame – Mali – Silent Tears Projekt
Adame (hinten, 2.v.r.)

"Als Frau und als Aktivistin werde ich mein ganzes Leben lang den Kampf für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte und vor allem der Frauenrechte führen. Vielleicht sind in meinem Alter viele Frauen bereits Großmütter und sogar Urgroßmütter. In Mali beginnt das Heiratsalter für ein Mädchen ab 15 Jahren und schon mit 30 ist sie Großmutter, mit 45 ist sie Urgroßmutter. Trotzdem werde ich bis an mein Lebensende weiterkämpfen, wenn Gott es zulässt.

Ich habe mein Familienleben geregelt, ich habe studiert, und auch meine Kinder haben geheiratet. Mein Lebensziel ist es, für Frauenrechte zu kämpfen, bis sie in Mali Realität sind. Gesetze, die weibliche Genitalverstümmelung, alle Übergriffe gegen Frauen, frühe Heirat, Ernährungstabus, geschlechtsbasierte Gewalt im Allgemeinen und viele andere Dinge verbieten. Diese Gesetze gibt es hier zwar, aber sie sind in unserer Zeit nicht selbstverständlich. Diese Praktiken dürfen nicht existieren."

Adame, Mali 2015

"In diesem Jahr werden drei Millionen sehr junge Mädchen durch das "Schneiden", die schockierend schmerzhafte Praxis der Entfernung von Teilen ihrer Genitalien, lebenslange Schäden erleiden. Die Rights of Girls Initiative Ltd. wurde ins Leben gerufen, nachdem ich 2012 von meiner Freiwilligenarbeit an einer Reihe von Schulen und medizinischen Kliniken in Afrika zurückgekehrt war. Wie die meisten Menschen hatte ich von der weiblichen Genitalbeschneidung gehört, hatte aber keine Ahnung von dem Schrecken, der wirklich damit verbunden war. In Afrika wird geschätzt, dass 86 Prozent der jungen Mädchen "beschnitten" werden. Warum? Damit ihrer Familie, wenn sie heiraten, ein Brautpreis bezahlt werden kann – in der Regel ein Nutztier. Wenn der neue Ehemann bezahlt hat, hat er das Recht, seine Braut in der Hochzeitsnacht aufzuschneiden, damit sie Sex haben können."

Toni Fitzgerald, Direktor – The Rights of Girls Initiative Ltd Australien www.rightsofgirls.com