Eine Straße in einem philippinischen Dorf. Der Straßenrand ist mit Blumen und einer Wäscheleine mit Kleitung gesäumt. © CBM

Die CBM in den Philippinen

45 Jahre währt sie bereits, die Zusammenarbeit zwischen der Christoffel-Blindenmission und ihrem Partner in den Philippinen. Während dieser Zeit konnten wir gemeinsam vielen Menschen zu einem besseren Leben helfen. Doch noch immer wartet genügend Arbeit auf uns.

Armut erschwert Zugang zu medizinischer Versorgung

Denn etwa sieben von zehn Philippinern besuchen während ihres gesamten Lebens niemals einen Arzt. Das hat viele Gründe: Die meisten Menschen können sich einen Arztbesuch einfach nicht leisten. Knapp 22 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze, acht Prozent gelten sogar als extrem arm (Zum Vergleich: In Deutschland gilt niemand als extrem arm).

Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte der Einwohner in abgeschiedenen ländlichen Gegenden lebt und der Weg zum nächsten Arzt oder Krankenhaus zu weit ist.

Zu wenige Augenärzte in den Philippinen

Die meisten Ärzte praktizieren in der Metropolregion rund um die Hauptstadt Manila oder in einem der wenigen anderen Ballungszentren. In den ganzen Philippinen gibt es ohnehin nur 1.600 Augenärzte und viele von ihnen führen keine Operationen durch.

Ein Schwerpunkt der CBM-Arbeit in den Philippinen liegt daher auf der augenmedizinischen Versorgung. Die CBM und ihr Partner "Eye hEAR Foundation, Inc." (EHFI) kümmern sich insbesondere um Patienten mit Grauem Star. Dieser ist eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Blindheit in Entwicklungsländern.

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit unserem aktuellen Großprojekt wollen wir erreichen, dass kein Mensch in den Philippen unnötig erblindet. Dafür haben wir einen Fünfjahresplan bis Ende 2023 entwickelt – mit einer Besonderheit: Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe!

Inklusive Nothilfe in einem gefährdeten Land

Ein Taifun hinterlässt Zerstörungen auf den Philippinen. © CBM
Ein Bild des Schreckens: Die Auswirkungen eines von jährlich ca. 20 Taifunen, der über den Philippinen tobt.

Die Philippinen gelten als drittgefährlichster Ort der Welt! Jedes Jahr fegen allein 20 Wirbelstürme über die Inseln hinweg. Insgesamt ist das Land eines derjenigen, das am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist.

Hier sind sogenannte verletzliche Personengruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, besonders betroffen: Häufig bleiben sie bei Plänen zur nationalen Katastrophenvorsorge bzw. in akuten Katastrophensituationen unberücksichtigt.

Das Ziel: niemanden zurücklassen!

Hier setzt ein zweiter Arbeitsschwerpunkt an: Mit einem inklusiven Programm zur Katastrophenvorsorge wollen wir sicherstellen, dass bereits vor dem Katastrophenfall Menschen mit Behinderungen in sämtliche Planungen miteingeschlossen werden. Beispielsweise bereiten wir Gemeinden besser auf Naturkatastrophen vor, erstellen Notfallpläne und stellen sicher, dass die Infrastruktur funktionsfähig ist. Tritt der Notfall dann ein, leisten wir Soforthilfe und sorgen für einen barrierefreien Wiederaufbau.

Philippinen im Überblick

Eine Gruppe CBM-Mitarbeiter läuft auf eine Hütte in einem philippinischen Dorf zu. © CBM
Eine typische Hütte in einem philippinischen Dorf.
  • Fläche: 300.000 km² ¹
  • Einwohner: 100 Mio.
  • Hauptstadt: Manila
  • Klima: maritimies Tropenklima¹
  • Sprachen: Philipino, Englisch, etwas Spanisch¹
  • Religion: 85 Prozent Christen (davon 85 Prozent katholisch, 2,8 Prozent evangelisch), 5 Prozent Muslime¹
  • Lebenserwartung: 69,2 Jahre² (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 42 von 1.000³ (DEU: 3,7 von 1.000)
  • Human Development Index: Platz 113 von 189²

Quellen:
¹Auswärtiges Amt; ²Human Development Index; ³Länder-Informations-Portal,