Indische Kinder warten in einer Schlange auf ihre Augenvorsorgeuntersuchung. © CBM/argum/Einberger

Das Sankar-Augenhospital – augenmedizinische Versorgung in Indien

Die indische Sankar-Foundation kümmert sich um die augenmedizinische Versorgung armer Menschen in fünf ländlichen Distrikten. Das Augenkrankenhaus der Stiftung in Visakhapatnam bildet die Basis des CBM-geförderten Projekts. Zahlreiche mobile Augendienste ergänzen die erfolgreiche Arbeit des Hospitals.

Augenmedizin für die arme Bevölkerung

Kleines indisches Mädchen in OP-Kleidung auf dem Arm seiner Mutter © CBM/argum/Einberger
Im Fachkrankenhaus der indischen Sankar-Foundation werden täglich zahlreiche Augenpatienten operiert, darunter viele Kinder.

In Indien gibt es Regionen, in denen Kinder nur deshalb ihr Augenlicht verlieren, weil sie arm sind oder weil sie keine Gesundheitsstation erreichen können. Damit das aufhört, fördert die CBM die indische Sankar-Foundation.

Die Stiftung mit Sitz in Visakhapatnam setzt sich u. a. für die augenmedizinische Versorgung der armen Bevölkerung im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh und im Norden des angrenzenden Bundesstaates Odisha ein. Mit der CBM versorgt der Partner fünf ländliche Distrikte.

Untersuchung und Aufklärung in Augencamps

Die indische Augenärztin Dr. Nalinodbhavi Bolla untersucht die Augen der kleinen Srisatya bei einer Schul-Vorsorgeuntersuchung. © CBM/argum/Einberger
Augenärztin Dr. Nalinodbhavi Bolla untersucht ein kleines Mädchen bei einem Augencamp für Kinder.

Etwa neun Millionen Menschen leben dort häufig in ärmlichsten Verhältnissen. Als Fischer oder Bauer verdienen sie oft so wenig, dass es kaum zum Leben reicht. Viele von ihnen sind zudem Analphabeten.

Grauer Star führt in diesen abgelegenen Regionen überdurchschnittlich häufig zu Blindheit, weil Betroffene gar nicht operiert werden. Die Menschen wissen oft gar nichts über eine mögliche Behandlung.

Da ein Großteil der Bevölkerung keine Möglichkeit hat, zu weit entfernten Gesundheitszentren zu reisen, kommen Mitarbeiter der Sankar-Foundation zu ihnen. Sie besuchen Schulen und kleine Dörfer, um dort ihre Aufgabe zu erfüllen: mit Reihenuntersuchungen und Aufklärung alle zu erreichen, die sonst keine Chance hätten, jemals augenärztlich versorgt zu werden.

  • 14.644 Operationen am Grauen Star sind 2017 im Projekt durchgeführt worden.

  • 121.142 Patienten haben 2017 eine Augenuntersuchung erhalten.

  • 16.920 Billen sind 2017 angepasst worden.

Behandlung im modernen Fachkrankenhaus

© CBM/argum/Einberger
Augenärztin Dr. Suparna Ghantasala ist auf die Behandlung von Kindern spezialisiert.

Ist eine ambulante Versorgung nicht möglich, werden die Patienten in das Basiskrankenhaus der Stiftung in Visakhapatnam gebracht und dort behandelt.

In dem modernen Fachkrankenhaus wird das volle Spektrum der Augenmedizin angeboten. Augenkrankheiten der Hornhaut, des Glaskörpers und der Netzhaut werden ebenso behandelt wie Grüner und Grauer Star. Für Kinder gibt es eigene Spezialisten in Haus. Zudem ist das Hospital ein Lehrkrankenhaus, in dem Augenärzte und Optiker ausgebildet werden.

Für Patienten und ihre Familien bedeutet eine erfolgreiche Behandlung eine enorme Verbesserung der Lebensqualität. Kinder können zur Schule gehen, Erwachsene wieder arbeiten. Mütter von ehemals sehbehinderten Kindern haben plötzlich mehr Freiraum und können etwas zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Hilfe für mehr als 100.000 Menschen

Eine Gruppe indischer Augenpatienten sitzt auf einer Treppe, alle tragen Augenklappen. © CBM/argum/Einberger
Glücklich und erleichtert warten Augenpatienten nach ihrer Operation auf den Transport nach Hause.

Das Projekt ist gut in das lokale Netzwerk integriert. Denn schon bei der Planung des Augenprogramms waren auch lokale Organisationen und Behörden eng mit einbezogen. Sie sind auch an den mobilen Einsätzen des Krankenhauses beteiligt.

Jährlich werden über 100.000 Patienten untersucht und operiert. Dies soll sich noch steigern. Dafür ist beispielsweise bis 2020 geplant, fünf weitere Augenzentren im Land einzurichten. Damit noch viel mehr Menschen wohnortnah augenmedizinisch behandelt werden können.