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Augengesundheitsprogramm Lahan und Biratnagar – moderne Augenmedizin in Nepal

In Nepal fördert die Christoffel-Blindenmission (CBM) ein umfassendes Augengesundheitsprogramm mit Fachkliniken in Lahan und Biratnagar. Augenpatienten finden dort bezahlbare, moderne Behandlungsmöglichkeiten. Über zahlreiche mobile Einsätze und den Aufbau kleiner, dezentraler Basis-Augenstationen werden aber auch Patienten in entlegenen Regionen erreicht.

Eine Augenklinik entsteht

Kind beim Sehtest, es trägt eine spezielle Sehtestbrille. © CBM
Gute Aussichten für kleine (und große) Patienten in Nepal – das CBM-geförderte Projekt bietet moderne Augenmedizin für alle.

Die CBM fördert das Projekt in Nepal schon seit vielen Jahrzehnten. Anfang der 1980er Jahre stellte die nepalesische Regierung fest, dass über 341.000 Nepalesen auf einem oder beiden Augen blind waren, 67 Prozent davon durch Grauen Star. Sie bat deshalb internationale Organisationen ihr beim Aufbau von Augengesundheitsprogrammen zu helfen.

Die CBM reagierte prompt: Schon ab 1982 arbeitete CBM-Augenarzt Dr. Albrecht Hennig zunächst in einem damals leerstehenden Krankenhaus in Lahan, 18 km nördlich der indischen Grenze. 1986 wurde dann offiziell das Augenkrankenhaus "Sagarmatha Choudhary Eye Hospital" (SCEH) eröffnet.

In der sehr armen Region von Lahan entstand unter der Regie von Dr. Hennig allmählich eine der größten Augenkliniken der Welt, gemessen an der Patientenzahl. Sie hat rund 400 Betten und kann aufgrund der hohen Patientenzahlen ihre Dienstleistungen zu einem erschwinglichen Preis anbieten.  

  • 733.101 Augenpatienten sind 2017 im Projekt untersucht worden.

  • 128.878 Augenoperationen sind 2017 durchgeführt worden.

  • 1.512 Kinder konnten 2017 vom Grauen Star befreit werden.

Weiterentwicklung zum umfassenden Augengesundheitsprogramm

Viele wartende Patienten sitzen im Krankenhausflur der Augenklinik in Biratnagar. © CBM
Ob in Lahan oder Biratnagar - die Patientenzahlen sind hoch, der tägliche Andrang groß.

Nach etwa 20 Jahren stieß die Klinik in Lahan an ihre Kapazitätsgrenzen. Es entstand deshalb das Konzept eines erweiterten, regionalen Augengesundheitsprogramms für Ost-Nepal mit der Klinik in Lahan und dem Plan, ein zusätzliches Hospital sowie mobile Gesundheitsdienste zu errichten, die auch Menschen in entlegenen Regionen erreichen können.

Zweite Augenklinik in Biratnagar eröffnet

Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde im November 2011 das neue Augenkrankenhaus "Biratnagar Eye Hospital" (BEH) eröffnet. Es liegt in Biratnagar, der zweitgrößten Stadt Nepals. Im Verbund mit der Klinik in Lahan verfügt das Projekt nun über rund 1.000 Betten.

Der neue Klinikstandort ist sowohl für die Bevölkerung der umliegenden Dörfer des Himalaja als auch für die zumeist arme Bevölkerung der angrenzenden nordindischen Bundesstaaten gut erreichbar. Finanziert wurde die Klinik u. a. von den Spenderinnen und Spendern der CBM.

Qualitätssicherung in Kliniken und Augenstationen

2013 erhielt auch das Augenkrankenhaus in Lahan einen weiteren Operationstrakt. So wird auch dort die hohe Qualität der augenmedizinischen Versorgung gewährleistet. Zudem ist es für die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal wichtig, einen guten Standard in den Kliniken aufrecht zu erhalten.

Mobile Augencamps und Operationen in entlegenen Regionen

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Reihenuntersuchungen werden im Rahmen des Projekts regelmäßig durchgeführt, wie hier z. B. in einer Schule.

Ergänzend zu den zentralen Kliniken kamen mit der Zeit 17 Außenstellen hinzu. Dort werden Augenbehandlungen und auch kleinere Operationen durchgeführt. Wenn es nötig ist, werden die Patienten in die Augenkliniken überwiesen.

Außerdem führen mobile Teams regelmäßig "cataract screening camps" in entlegenen Regionen durch. Ziel ist dabei, Menschen mit Grauem Star und anderen Augenleiden zu identifizieren, um ihnen helfen zu können. Zusätzlich sorgen umfassende Maßnahmen zur Bewußtseinsbildung und Aufklärung in der Bevölkerung dafür, dass immer mehr Menschen durch das Projekt erreicht werden.

Über 100.000 Operationen am Grauen Star

Lächelnde alte nepalesische Frau mit Augenklappe nach einer Augen-Operation © CBM
Viele Patienten in Nepal hoffen auf eine Operation am Grauen Star oder andere Augenbehandlungen. Dank des CBM-geförderten Projekts stehen ihre Chancen dafür gut.

Im Gesamtprojekt, das die CBM mit ihrem Projektpartner der "Nepal Netra Jyoti Sangh" durchführt, werden jährlich mehr als 100.000 Operationen am Grauen Star vorgenommen und hunderttausende Menschen untersucht. Mittlerweile gibt es auch HNO-Abteilungen an beiden Kliniken. Patientinnen und Patienten mit Hörproblemen können qualifiziert untersucht und im Hospital von Biratnagar operiert werden.  

Neue Gesundheitsstationen für Bergregionen geplant

Das Projekt entwickelt sich stetig weiter. Bis 2022 sollen beispielsweise 16 neue Basisstationen für Augengesundheit (Primary Eye Care Centre) entstehen, insbesondere in schwer zugänglichen Bergregionen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, die dringend benötigt werden.