Ruandische Hügellandschaft © CBM

Ruanda – das Land der tausend Hügel

Starkes Wirtschaftswachtum, zunehmendes urbanes Leben und eine morderne Krankenversicherung: Ruanda gilt als eines der Musterländer Afrikas. All diese Entwicklungen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land der tausend Hügel mit zahlreichen Problemen konfrontiert ist.

Das Engagement der CBM in Ruanda – umfassende Hilfe für arme Menschen

Obwohl ca. 90 Prozent der Menschen in Ruanda eine Krankenversicherung haben, fehlen armen Patienten dennoch häufig die Gelegenheit und die finanziellen Mittel für den Transport zum nächsten Arzt. Daher liegt ein Schwerpunkt der CBM-geförderten Augenabteilung des Kabgayi-Krankenhauses auf der mobilen Arbeit.

Einzigartig in Runda: Grauer Star-OPs für Kinder

Mit ihren Außendiensten erreicht das Klinik-Team 15 der 30 Distrikte des Landes. Wenn nötig, werden Patienten an das Krankenhaus überwiesen und dort operiert. Zehntausende Menschen erhalten hier jährlich Hilfe. Das Besondere an dem Krankenhaus: Es ist das einzige in ganz Ruanda, das auch Kinder am Grauen Star operiert.

Hilfe für körperlich behinderte Menschen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rehabilitation für körperliche behinderte Menschen. So leistet das von der CBM unterstützte „Gahini Rehabilitation Centre“ (GRC) umfassende chirurgische und rehabilitative Hilfe.

Große Not trotz wirtschaftlichem Aufschwung

Zwei afrikanische Kinder © CBM
Armut und Mangelernährung sind in weiten Teilen Ruandas allgegenwärtig.

In Sachen wirtschaftlicher Aufschwung und Modernisierung nimmt Ruanda heute eine Leuchtturmfunktion innerhalb der afrikanischen Länder ein. Allein 2018 lag das Wirtschaftswachstum bei über acht Prozent. In der Hauptstadt Kigali entstehen immer mehr große Einkaufszentren und Bürokomplexe, die Infrastruktur gilt als eine der besten in der Region und der Dienstleistungssektor macht mittlerweile knapp 50 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Mehr als ein Drittel der Menschen leidet Hunger

Und dennoch: Ruanda ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Über 55 Prozent der Menschen leben in extremer Armut, knapp 37 Prozent sind unterernährt und die Trinkwasserversorgung ist, insbesondere in ländlichen Gegenden, unzureichend.

Unbewältigte Geschichte

Bis heute sind die Auswirkungen des Völkermordes vor 25 Jahren noch deutlich spürbar. Traumatisierung, Flucht und Rückkehr aus dem Exil sind, die das gesellschaftliche Zusammenleben prägen und mitunter spannungsgeladen sind. Eine gesellschaftliche Aufarbeitung des Völkermordes findet beispielsweise kaum statt.

Ruanda im Überblick

Die ruandische Hauptstadt Kigali im Sonnenuntergang © CBM/Hayduk
Die zunehmende Urbanisierung der Hauptstadt Kigali ist unübersehbar: Moderne Bürokomplexe, Einkaufszentren und Verkehrskonzepte sorgen für eine verbesserte Infrastruktur. Das steht im krassen Gegensatz zur Situation auf dem Land.
  • Fläche:  26.340 km² ¹
  • Einwohner: 12,3 Mio.²
  • Hauptstadt: Kigali
  • Klima: tropisches Hochlandklima, große Regenzeit Februar bis Mai, große Trockenzeit Juni bis Mitte September¹
  • Sprachen: Kinyarwanda, Englisch, Französisch, Swahili ¹
  • Religion: 44 Prozent Katholiken, 38 Prozent Protestanten, 12 Prozent Adventisten, 3 Prozent Muslime¹
  • Lebenserwartung: 68,3 Jahre³ (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 35,3 von 1.000² (DEU: 3,7 von 1.000)
  • Human Development Index: Platz 158 von 189³

Quellen:
¹Auswärtiges Amt; ²BMZ; ³Human Development Index