Es schmerzt sie zutiefst, nicht mit ihnen gehen zu können. Doch ihre Sehschwäche macht es ihr zu schwer, im Unterricht mitzukommen. Dass sie gemobbt wurde, als sie noch zur Schule ging, hat alles noch schlimmert gemacht. Dabei würde Yadu so gerne am Unterricht teilnehmen! – "Ich liebe es, Neues zu lernen. Ich möchte Ärztin werden, damit ich Leuten wie mir helfen kann", sagt das Mädchen.
"Früher kam sie weinend nach Hause", sagt ihre Pflegemutter Chaltu über die Zeit, als Yadu noch zur Schule ging, "und ich weinte mit ihr. Zu sehen, wie ihr das jeden Tag das Herz brach, war unerträglich." Weil sie Yadu nicht mehr allein lassen konnte, musste Chaltu mit der Arbeit aufhören. Mit dem Backen von Injera-Brot hat sie bisher einen kleinen Nebenverdienst gehabt, um das Einkommen der armen Familie etwas aufzubessern. Aber der fällt jetzt weg – und die Angst und Sorge um Yadu wird größer. Wer kann ihr helfen? Und wie soll die Familie eine Behandlung bezahlen?
Rettende Augen-OP dank CBM-Spenderinnen und -Spendern
Als sie hört, dass Kinder wie Yadu Hilfe im CBM-geförderten GTM-Krankenhaus bekommen, schöpft die Familie endlich wieder Hoffnung – und bringt das Mädchen in die Klinik. Dort erfährt ihr Onkel vom Sozialarbeiter und Augenkrankenpfleger Abebu Gizachew, dass eine Operation Yadu helfen wird. Er ist es auch, der die Familie berät und begleitet und dafür sorgt, dass Yadu am Grauen Star operiert wird.
Als der Verband nach der OP abgenommen wird, ist Yadus Onkel dabei. "Ich kann dich sehen!", ruft sie aus und schaut ihn mit großen Augen staunend an. Und ihr Onkel ist ganz gerührt: "Ich bin einfach nur dankbar. Zu sehen, wie sie mich zum ersten Mal sieht … Das werde ich nie vergessen."