So erleben blinde Menschen Fußball
Damit blinde und sehbehinderte Menschen volle Teilhabe am Fußball-Erlebnis haben können, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Zu Hause
Einige TV-Sender und Streamingdienste bieten bei Fußballübertragungen eine Audiodeskription über eine zweite Tonspur an. Die Audiodeskription beschreibt das Spielgeschehen detailliert, einschließlich Spielernamen, Torraumszenen und Schiedsrichterentscheidungen. Radiosender bieten ebenfalls einen gesonderten Audiokommentar an. - Im Stadion
Eigens geschulte Reporter vermitteln Fans im Stadion als sogenannte Blindenreporter das Spiel hautnah. Dabei ist die Devise "sprechen, sprechen, sprechen". Denn Fans können dem Spielverlauf nur folgen, wenn die Reporterinnen und Reporter den Spielverlauf möglichst detailreich schildern: die Parade des Torhüters, das ungenaue Passspiel, die Schwalbe. Wichtig dabei ist, dass die Reporter sich nur auf den Spielverlauf konzentrieren und alles außer Acht lassen, was nichts mit dem Spielgeschehen zu tun hat. So haben Wechselgerüchte oder Trainerwechsel nichts bei der Beschreibung verloren. - Haptische Geräte
Fans können ein Spiel auf speziellen Haptik-Geräten verfolgen. Diese kombinieren Echtzeitdaten der Teams und Ligen mit ausgeklügelter Technik und einer Vibrationstechnologie, wie sie in Mobiltelefonen eingesetzt wird. Damit können Fans die Spannung und Dynamik eines Spiels förmlich spüren. Die Technologie besteht aus einer Tafel mit einem kleinen magnetischen Ring, der den Ball darstellt und sich auf dem simulierten Spielfeld hin- und herbewegt. Zudem gibt eine Möglichkeit für Audiokommentare und eine Art haptische Sprache, die verschiedene Spielzüge und -szenen mittels spezifischer Vibrationen kommuniziert. Fans erhalten sofort eine Rückmeldung, ob es einen Pass oder ein Tackling gab und ob ein Schuss ins Tor ging oder sein Ziel verfehlte.