Eine halbe Stunde Fußmarsch zum Brunnen
Dabei könnten sauberes Wasser und regelmäßiges Gesichtwaschen helfen, eine Ansteckung mit Trachom zu vermeiden! Doch der Wassermangel ist ein großes Problem. Der nächste Brunnen ist eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt. Täglich muss das Wasser mit Kanistern herbeigeschleppt werden. Es ist kostbar! Zum Gesicht- und Händewaschen bleibt nicht viel übrig. So können sich die Bakterien, die Kokobes Augenentzündung verursachen, leicht verbreiten – von Mensch zu Mensch, von der Fliege zum Menschen.
Wiederholte Ansteckung macht die Krankheit gefährlich
Gizachew ist Augenkrankenpfleger und Sozialarbeiter bei der CBM-geförderten Partnerorganisation GTM. Er weiß genau, wie gefährlich Trachom ist. Seine Mission ist es, an Trachom erkrankten Menschen zu helfen. Er ist es auch, der Kokobe bei einer Reihenuntersuchung in der Schule findet. "Das Gefährliche ist nicht nur die einzelne Infektion," erklärt er. "Trachom kann sich schnell innerhalb einer Gemeinde ausbreiten. Wenn die Hygiene fehlt und Menschen eng zusammenleben – oft mit ihren Tieren im selben Haus – gibt es ideale Bedingungen für die Fliegen, die die Krankheit übertragen.“
Mit Aufklärung, sauberem Wasser und Antibiotika Blindheit vorbeugen
Der Trachomexperte ist viel in den Dörfern und Schulen der Region unterwegs, um die schreckliche Augenkrankheit zu bekämpfen. Nach dem Besuch von Kokobes Schule hat er auch ihre Familie und deren Nachbarn besucht. "Ich habe sofort gesehen, dass Kokobe behandelt werden muss. Wir haben ihr und ihrer Schwester Antibiotika gegeben und der Familie erklärt, wie wichtig Gesichtswäsche und Hygiene sind."
Weil die Menschen in den abgelegenen Regionen Äthiopiens, in denen die Gefahr von Trachom ständig lauert, oft gar keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, brauchen sie neue Wasserstellen. Deshalb sorgt die CBM mit ihren lokalen Partnerorganisationen dafür, dass Brunnen gebaut werden!