Bensheim, 24. Februar 2026. Das Gehör des kleinen Kayshas in Sambia wird im Laufe seiner ersten Lebensjahre immer schlechter. Als er dann in die Schule kommt, hört der Siebenjährige bereits so schlecht, dass er das, was die Lehrkräfte sagen, kaum mehr wahrnimmt. Für ihn beginnt damit ein schleichender Ausschluss vom Unterricht. Anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März erinnert die Christoffel-Blindenmission (CBM) an Schicksale wie das von Kaysha: Rund 430 Millionen Menschen benötigen medizinische Hilfe, um ihre schwerwiegende Hörbeeinträchtigung zu behandeln. Darunter 34 Millionen Kinder. Gerade in Ländern mit niedrigem Einkommen fehlt oft das Geld für die benötigten Hörgeräte.
Vogelgezwitscher, ein heranfahrendes Motorrad, die Erklärung der Lehrer – all das dringt zu Kaysha nicht mehr durch. Gerade erst eingeschult, bleibt ihm der Schulalltag bald verschlossen. Von Gefahren im Straßenverkehr ganz abgesehen. Die Sorgen seiner Mutter Maggie begannen bereits ein halbes Jahr zuvor, als sie merkte, dass Kaysha fast nichts hörte: "Wenn wir hinter ihm standen und ihn ansprachen, reagierte er nicht", erzählt Maggie. "Seitdem sprechen wir immer laut mit ihm – und trotzdem kommt er ganz nah, um uns zu verstehen."
Hörbehinderung macht einsam
Maggie beobachtet, wie ihr Sohn mit immer mehr Abstrichen leben muss: Viele Freunde wenden sich von ihm ab. Sie finden es anstrengend, ständig zu schreien, um sich verständlich zu machen. Auf die Schule, in der er die erste Klasse begonnen hat, kann er nicht mehr gehen. Für den Jungen ist das ein schwerer Einschnitt. Noch kann Kaysha sprechen – doch die Zeit drängt. Denn ohne Hörhilfe droht ihm langfristig der Verlust dieser Fähigkeit. Es ist nicht möglich, den Jungen zu operieren. Das haben die Ärzte Maggie gesagt.
Das Geld von ihr und ihrem Mann reicht gerade so, um Kaysha und seine sieben Geschwister zu ernähren. Ihr fehlen die Mittel, ihrem Sohn zu helfen. Sie sieht keinen Ausweg und schaut sich nach Schulen für Kinder mit Behinderungen um.