Bensheim, 26. Mai 2026. Jeder Schritt tut weh. Fünf Jahre lang kennt der kleine Bedasa aus Äthiopien nichts anderes. Geboren mit beidseitigem Klumpfuß, bleibt ihm vieles verwehrt, was für andere Kinder selbstverständlich ist: spielen, rennen, zur Schule gehen. Für seinen Vater Shasho ist das kaum zu ertragen – denn er weiß genau, was seinem Sohn bevorsteht. Er selbst lebt schon sein ganzes Leben lang ebenfalls mit dieser Behinderung. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) erinnert zum Weltklumpfußtag am 3. Juni daran, dass viele Kinder wie Bedasa keine rechtzeitige Behandlung erhalten – obwohl Heilung möglich wäre.
Weltweit kommt etwa eines von 800 Kindern mit ein- oder beidseitigem Klumpfuß zur Welt. Doch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erhält weniger als jedes fünfte betroffene Kind eine Behandlung.
Für Bedasa bedeutet das: Er kann den Schulweg nicht bewältigen. Während andere Kinder lernen und spielen, bleibt er allein zurück. Jeder Schritt ist schmerzhaft. "Mein ganzes Leben lang schon leide ich unter meinen Klumpfüßen. Zu wissen, dass mein Sohn die gleichen Schmerzen haben wird, bricht mir das Herz", sagt sein Vater Shasho. Für ihn selbst ist es zu spät für eine Operation.
Wenn Hilfe unerreichbar bleibt
Deshalb suchen Bedasas Eltern früh Hilfe. Doch für eine Behandlung ist er noch zu klein – die Ärztinnen und Ärzte raten, zu warten.
Als dieser Zeitpunkt gekommen ist, bleibt die Rückkehr ins Krankenhaus aus: Die Familie kann sich die Reise nicht leisten, politische Unsicherheit erschwert den Zugang. Aus Monaten werden Jahre.
Was Bedasa in dieser Zeit Halt gibt, ist die Stärke seines Vaters. Trotz seiner körperlichen Einschränkungen arbeitet Shasho unermüdlich, repariert Schuhe und Schirme und bewirtschaftet die kleine Farm. Sein Sohn bewundert ihn.