Zwei Frauen und zwei Mädchen sitzen lächelnd auf einem Mauervorsprung und winken. © @2012 Lam & Associates

Agenda 2030 – die UN-Nachhaltigkeitsziele

Wachsende Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit – diese weltweiten Probleme führen am Anfang des 21. Jahrhunderts dazu, dass sich die führenden Politikerinnen und Politiker der Welt bei den Vereinten Nationen (UN) versammeln und gemeinsame Strategien zur Bewältigung der Probleme entwickeln. Im Jahr 2015 sind in diesem Prozess 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet worden, die bis 2030 erfüllt werden sollen.

Übersicht der UN-Entwicklungsziele der Agenda 2030 © United Nations
Die Sustainable Developement Goals (SDG) der Vereinten Nationen: In der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung werden Menschen mit Behinderungen in globalen Entwicklungszielen erstmals explizit berücksichtigt.

Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen (UN) die  2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Kernstück der Agenda sind 17 Entwicklungsziele, Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDG) genannt, die als weltweit gültiges Regelwerk für Regierungen sowie NGOs verstanden werden können. Ziel der Agenda-2030 ist es extreme Armut zu bekämpfen, die Lebensverhältnisse aller Menschen langfristig und dauerhaft zu verbessern und unseren Planet Erde zu schützen. Die SDGs verknüpfen zu diesem Zweck insgesamt drei Dimensionen von Nachhaltigkeit, die untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig bedingen – Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

Die Agenda-2030 ist jedoch keinesfalls die erste ihrer Art. Im Jahr 2000 hatten die Vereinten Nationen bereits acht Millenniums-Entwicklungsziele formuliert, die nun durch die neuen Nachhaltigkeitsziele abgelöst werden. Historisch ist die Verabschiedung dieser neuen Ziele aus Sicht der CBM besonders in einem Punkt: Die globalen Entwicklungsziele sind inklusiv d.h. sie berücksichtigen erstmals auch Menschen mit Behinderungen. In acht der 17 Ziele bzw. deren Unterzielen werden behinderte Menschen einbezogen.

Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.

Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016

Die 2030-Agenda und ihre Ziele für eine nachhaltige Entwicklung werden uns in den nächsten 15 Jahren begleiten – auf dem Weg in eine Zukunft, in der niemand bei der globalen Entwicklung zurückgelassen werden soll! Die Agenda besteht aus vier Teilen und gilt gleichermaßen für Entwicklungsländer, Industriestaaten und Schwellenländer.

Das Grundprinzip "Leave no one behind", niemanden zurückzulassen, wird ausdrücklich in der einleitenden Deklaration erklärt. Sie wendet sich gegen Diskriminierung, auch von Menschen mit Behinderungen, und erkennt internationale Menschenrechtsverträge wie die UN-Behindertenrechtskonvention als handlungsleitend an. Sie beschreibt, dass besonders gefährdete – wie behinderte – Menschen bei Nothilfemaßnahmen vorrangig Hilfe brauchen.

 

Jetzt kommt es darauf an, die 2030-Agenda umzusetzen, auf globaler, regionaler und nationaler Ebene. Anfang 2016 wurden Messgrößen beschlossen. Mit ihnen wird sichtbar, ob die Umsetzung schnell genug vorankommt. Die CBM hat Indikatoren gefordert zur Messung dessen, was für behinderte Menschen erreicht wird. Sie wird sich in die Umsetzungsprozesse auf allen Ebenen einbringen, damit die Belange von Menschen mit Behinderungen auch wirklich berücksichtigt werden. Die 2030-Agenda selbst verspricht, in der Umsetzung alle wesentlichen gesellschaftlichen Akteure einzubeziehen.

Acht Nachhaltigkeitsziele mit Bezug zu Menschen mit Behinderungen

Menschen mit Behinderungen werden in acht Entwicklungszielen der Agenda-2030 thematisiert: Sie werden explizit oder als Teil verletzlicher Personengruppen erwähnt. Dass zu diesen Personen auch Menschen mit Behinderungen gehören, definiert die einleitende Deklaration (Icons: ©United Nations).

  • Symbol des UN-Entwicklungsziesl "Armut": Mehrere große und kleine Menschen reichen sich die Hände

    Armut bekämpfen und allen Menschen Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen und Sozialsystemen ermöglichen.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziesl "Kein Hunger": dampfende Schale.

    Ernährungssicherheit erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern: Kein Mensch soll mehr an Hunger leiden.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziesl "Gesundheit und Wohlergehen": EKG-Diagramm mit Herz-Symbol

    Ein gesundes Leben für alle Menschen gewährleisten. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung muss allen Menschen möglich sein.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziel "Hochwertige Bildung": Ein Buch und ein Stift.

    Inklusive und hochwertige Bildungs- und Ausbildungsangebote für alle anbieten und barrierefreie Bildungsstätten bauen.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziel "Sauberes Wasser": Tropfen in einem Becher und ein nach unten zeigender Pfeil.

    Verfügbarkeit von Wasser, nachhaltige Bewirtschaftung und Sanitärversorgung gewährleisten und Wasserqualität verbessern.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziel "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum": Grafik mit Aufwärtstrend

    Wirtschaftswachstum, das nachhaltig ist, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziel "Armut": Gleichheitszeichen mit einem sich öffnenden Kreis drum herum.

    Höhere Einkommenszuwächse für Arme, mehr Mitbestimmungsrechte in globalen Finanzinstitutionen für Entwicklungsländer.

  • Symbol des UN-Entwicklungsziel "Nachhaltige Städte und Gemeinden": Mehrere Häuser und Hochhäuser nebeneinander.

    Städte und Siedlungen inklusiv, sicher und barrierefrei gestalten: Der städtische Wohnraum soll für alle bezahlbar werden.