Eine größere hält eine kleine Hand © CBM/Hayduk

Gedanken zum Monatsspruch November 2019

Halt in schweren Zeiten – von CBM-Mitarbeiter Oskar Krein

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Der Monatsspruch November aus Hiob 19,25 (Die Bibel, Altes Testament, Das Buch Hiob, Kapitel 19, Vers 25)

In Zeiten, in denen es uns nicht gut geht, in denen Sorgen, Verzweiflung oder vielleicht Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen uns schwer zu schaffen machen, sind wir als Christen besonders herausgefordert, zu glauben. Und wir erleben dann, wovon unser Glaube abhängt und auf wen oder was er sich gründet.

Im Alten Testament wird uns die Geschichte von Hiob als Vorbild eines Menschen mit tragfähigem Glaubens erzählt. Wir lernen ihn dort kennen als einen leidgeplagten Mann, voller Verzweiflung über die ihm zugefügten Schicksalsschläge. 

Hat Leid das letzte Wort?

Dies wird uns berichtet: Hiob lebt als frommer, rechtschaffener und reicher Mann mit seiner Großfamilie glücklich und zufrieden im biblischen Land Uz. Eines Tages wird er von schweren Schicksalsschlägen getroffen. Er verliert seinen gesamten Besitz, seine Kinder verunglücken tödlich und er selbst leidet an einer schweren Krankheit. Er wird missverstanden von seinen Freunden und am Ende wendet sich auch seine Frau von ihm ab und fordert ihn auf: "Willst du immer noch an Gott glauben? Verfluche ihn, bevor du selbst sterben wirst!" (Hiob 2,10). Die Frage steht im Raum: Wie kann Gott es zulassen, dass ein Gerechter so leidet? Aber gegen allen Widerschein hält Hiob daran fest, dass Gott es gut mit ihm und mit allen seinen Geschöpfen meinen muss. Und so beruft er sich auf Gottes Treue, aber klagt ihn auch an und verlangt Rechenschaft von ihm.

Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, hat das letzte Wort

Und was sagt Gott zu alledem? Gott, der sich im Hiobbuch in die Klagen einschaltet, versteht Hiob, so wie auch uns versteht. Aber er muss Hiobs Anklagen zurückweisen und macht eines ganz klar: Menschen sind viel zu klein und unbedeutend, als dass sie die Ereignisse in ihrem Leben und die der ganzen Welt beurteilen könnten. In einer dramatischen Gottesrede wird Hiob vor Augen gestellt, wer Gott ist und welche Macht er als Schöpfer hat (Hiob 38-41) und wie klein Hiobs Einblick in Gottes Tun ist.

So entsteht mitten in der Klage, mitten im Kampf mit, für und gegen Gott, Hiobs Bekenntnis: "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt." Gott schenkt ihm die unerschütterliche Hoffnung, dass es in der Tiefe des Abgrunds Halt gibt. Sein Sturz geht nicht ins Bodenlose.

Ob es uns gerade wie Hiob geht oder nicht, diesen Vers können wir für unser Leben annehmen. Auch wir dürfen glauben und bekennen, dass Gott unser Erlöser ist, der in allen unseren Krisen da ist und uns nicht fallen lässt. Der in unserem Leben und Sterben bis zum Schluss das letzte Wort hat. Auch wir dürfen wissen: unser Erlöser lebt!

Porträt eines Mannes im Anzug mit Brille © CBM
Oskar Krein

Oskar Krein, Theologe, ist Mitarbeiter im CBM-Team für Vorsorge- und Nachlassregelungen.

Sein Fazit aus dem Arbeitsalltag: "CBM-Freundinnen und -Freunde beschenken Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern reich. Viele tun das mit einer testamentarischen Verfügung sogar über ihre irdische Lebenszeit hinaus. Das erfüllt mich mit Freude und großer Dankbarkeit!"