Ein Krankenpfleger mit Mundschutz beugt sich über das Gipsbein eines Kindes - Gedanken zum Monatsspruch © CBM

Gedanken zum Monatsspruch Mai 2020

Einander dienen heißt füreinander einstehen – von CBM-Mitarbeiterin Ute Winker

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

Der Monatsspruch Mai aus 1. Petrus 4,10 (Die Bibel, Neues Testament, 1. Brief des Apostels Petrus, Kapitel 4, Vers 10)

Dieser Aufruf gilt den Christen in der römischen Provinz Kleinasien vor fast zweitausend Jahren. In einer feindlichen Umgebung sehen sie sich vor große Herausforderungen gestellt. Sie spüren die Verpflichtung, sich offen zu ihrem Glauben zu stellen, aber auch füreinander zu sorgen, indem jeder und jede die eigenen Gaben zum Wohl aller einsetzt.

Diese gegenseitige Fürsorge ist schon im normalen Alltag nicht einfach, wie viel mehr unter erschwerten Bedingungen.

Jetzt gilt es!

Seit Wochen leben wir in Deutschland in einer für uns alle neuen Situation. Mit den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wurde uns die äußere Selbstbestimmung in großem Maße genommen. Angst macht sich breit. Jetzt gilt es, besonnen zu bleiben, auch wenn sich manche Umstände geändert haben.

Mir hat es da sehr geholfen, mich an Gottes Wort und SEINE Gnade zu halten. Sie verlieren ihre Gültigkeit nie, wie auch immer die Umstände sind. In der Krise gibt es auch die Chance, uns neu der Abhängigkeit von unserem Schöpfer bewusst zu werden. Wenn wir IHM vertrauen, behält die Angst nicht die Oberhand.

Offene Herzen und Augen für andere!

Gerade in Krisenzeiten haben wir die Aufgabe, die vielfältige Gnade Gottes durch die eigene Gabe und Begabung zu unseren Mitmenschen zu bringen. Selbst dann, wenn physisch Abstand gefordert wird.

Wie kann ich, wie können wir in buchstäblich gesundem Maße tätig sein? Zieht sich jetzt nicht jeder und jede auf sich selbst zurück? Wo sollen meine Gabe und Begabung einem anderen Menschen zugutekommen, könnte man fragen. 

Ich bin mir aber gewiss, dass es gerade in diesen Zeiten umso mehr für uns zu tun gibt. Schon mit einem Anruf und anderen Kommunikationsmöglichkeiten kann man gut miteinander in Verbindung bleiben – oder neue Kontakte schaffen. Viele von uns haben doch jetzt die Zeit dazu. Also nutzen wir die digitalen Medien, soweit wir damit vertraut sind.

Auch kann auf der Straße und im Supermarkt eine Geste des Verständnisses und Rücksichtnahme Wunder wirken und einen gestressten Menschen beruhigen, wie auch ein Dankeschön an den Mann oder die Frau an der Kasse. So geben wir Gottes Gnade weiter, die wir selbst erlebt haben. Damit stärken wir andere und werden dadurch selbst gestärkt.

Als Christinnen und Christen können wir auch die Chance nutzen, füreinander im Gebet einzustehen.

Und denken wir ebenso an die Menschen in den CBM-Projekten, von denen die meisten nicht die Möglichkeiten und finanziellen Mittel haben, sich gegen das Virus zu schützen. Viele Spenderinnen und Spender stehen gerade vor eigenen Fragen und Sorgen – und spenden dennoch weiterhin für Menschen mit Behinderungen. Dafür sind wir ihnen von Herzen dankbar: dass sie trotz eigener Unsicherheiten teilen, um anderen zu helfen!

Jetzt erst recht!

Halten wir fest: Auch und gerade in schwierigen Umständen wollen wir füreinander einstehen, mit den Gaben, die wir von Gott empfangen haben. So kann die vielfältige Gnade Gottes von vielen Menschen erfahren werden, zum Segen aller.

Porträt einer Frau © CBM

Ute Winker ist die freundliche Dame am Empfang der Christoffel-Blindenmission (CBM) in Bensheim. Täglich begegnet sie vielen CBM-Mitarbeiterinnen, -Mitarbeitern und Gästen aus der Umgebung und aus aller Welt: "Es macht mir Freude, für eine Organisation wie die CBM zu arbeiten, der christliche Werte wichtig sind, die sie auch umsetzt – hier in Bensheim und in den Projekten."