Weiße, leuchtende Herrnhuter Sterne vor blau beleuchteter Fassade © CBM

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2021

Grund zur Freude – von CBM-Mitarbeiterin Gisela Matthes

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

Sacharja 2,14 (Die Bibel, Altes Testament, Buch Sacharja, Kapitel 2, Vers 14)

Immer noch unsicher

Nach mehr als anderthalb Jahren Corona bin ich von vielem müde geworden. Wir mussten alle viel zu Hause bleiben, das hat mich träge gemacht. Sicher bin ich sehr dankbar, dass durch die  Impfung wieder mehr Freiheit möglich und die Angst, sich und andere zu gefährden, kleiner geworden ist. Wir können wieder herausgehen aus den eigenen vier Wänden, Menschen treffen, im Restaurant essen, zusammen Geburtstag feiern, in den Gottesdienst gehen, ein Konzert besuchen …

Aber gleichzeitig – so habe ich es zumindest bei mir erlebt – ist da so ein vorsichtiges Tasten. Was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben? Wie werden wir in Zukunft unser Leben gestalten? Und wie werden wir Gott erleben? Auch wenn ich wieder raus darf, ist mir noch nicht ganz wohl in meiner Haut.

Gott kommt

In diese Stimmung hinein höre ich den Satz des Propheten Sacharja. Eigentlich eine schöne Adventsbotschaft, denke ich. Ich muss nichts tun. Gott kommt einfach zu mir. Er sucht mich zu Hause auf. So wie der Engel Maria und die Hirten aufsuchte. Doch was kann ich in diesem Jahr damit anfangen? Ich möchte raus und das Leben neu entdecken – und Gott sagt: "Ich komme zu dir nach Hause"?

Nach zweimal Ostern und einmal Weihnachten im Lockdown finde ich es zwar schön, dass Gott zu mir kommen und bei mir leben will. Ich würde nur gerade viel lieber mit den Hirten um die Häuser ziehen und den neugeborenen Retter suchen. Vielleicht möchten Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sogar mit den Weisen aus dem Morgenland eine großes Reise unternehmen und dabei Gottes Liebe neu entdecken?

Freude setzt sich durch

Möglicherweise verstellt die Erfahrung des Zu-Hause-Sein-Müssens auch den Blick auf die Botschaft des Verses. Es geht Gott doch nicht um meine Wohnung. Es geht ihm um mich. Er will zu mir kommen, mir begegnen, mich bewegen, mich ermutigen, mich beauftragen. Das kann überall geschehen. Natürlich zu Hause, aber auch überall mitten im Leben. In jeder Situation meines Alltags will Gott zu mir kommen und bei mir bleiben, damit ich mein Leben in seinem Sinne gestalten kann. Gerade in dieser Adventszeit und auch in manchen Unsicherheiten. So möchte ich den Vers lesen – als ein Wort, das mich in jeder Lage stärkt. Und das ist für mich wirklich ein Grund zur Freude!

Ich wünsche allen Freundinnen und Freunden der CBM eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Porträt einer Frau © CBM
Gisela Matthes

Gisela Matthes leitet das Kirchenteam der Christoffel-Blindenmission (CBM). In den Arbeitsmaterialien, die sie für Kirchen und Gemeinden entwickelt, geht es um Menschen mit und ohne Behinderungen und Inklusion – in Deutschland wie in Entwicklungsländern. "Es ist schön, dadurch Menschen die Arbeit der CBM nahezubringen. Ich freue mich über das Interesse an der CBM und das große Engagement für Menschen mit Behinderungen in den Kirchengemeinden", sagt Gisela Matthes.