Schüler ais Äthopien waschen sich an einer Wasserstelle, die sinnbildlich für die Quelle des Lebens in der Jahreslosung 2018 steht. © CBM/Hayduk

Gedanken zur Jahreslosung 2018

In seiner Auslegung zur Jahreslosung 2018 (Offenbarung 21,6) zeigt Christoph Huppenbauer auf, dass wir – gestärkt durch die Quelle des lebendigen Wassers – die nötigen Reserven haben, uns für andere Menschen einzusetzen.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Jahreslosung 2018 aus Offenbarung 21,6 (Die Bibel, Neues Testament, Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Vers 6)

Umsonst – der Doppelsinn dieses Wörtchens weckt meine Aufmerksamkeit: Was meint umsonst – gratis oder vergeblich?  

Zunächst einmal: Alles Leben ist umsonst, gratis. Keiner hat sich selbst geschaffen. Leben ist das kostbarste Geschenk überhaupt, unbezahlbar. Ohne eigene Vorleistung wurden wir geboren. Hoffentlich und allermeist sind wir Menschen ein Geschenk der Liebe – und falls nicht, so sagt doch unser Glaube: Du bist gewollt, dein Leben ist ein Gottesgeschenk. Kein Mensch ist ein "unwertes Leben".

Kein Leben ist vergeblich

Unsere Nazigeschichte einerseits, aber auch die moderne Gentechnik und Forschungen zur Entwicklung von "Designer-Babys" sind Anlass genug, daran zu erinnern: Jedem menschlichen Leben, ob mit oder ohne Behinderungen, ist die uneingeschränkte Menschenwürde zugesprochen. Sie ist eine Gabe Gottes und uns als Aufgabe zu solidarischem Miteinander anvertraut. Heute heißt das Inklusion. D. h.: Jeder ist gleichberechtigter Teil der menschlichen Gemeinschaft. Kein Leben ist umsonst, sinnlos, vergeblich.

Lebendiges Wasser: Erfülltes Leben und Heimat bei Gott

Niemand wünscht sich als Urteil über seinem/ihrem Leben: "Es war umsonst". Denn in der Regel hören wir dabei: vergeblich, sinnlos, gescheitert. Doch wer so über sich oder andere denkt, sagt damit zugleich: Mir, bzw. diesem Menschen wurde vorenthalten, was unabdingbar zum Leben gehört, nicht zuletzt seine Würde. Vielleicht hat ein solcher Mensch zu wenig Liebe erfahren, zu wenig Anerkennung, zu wenig Zutrauen. Oder auch: Es haben ihm die elementarsten Lebensbedingungen gefehlt: Nahrung, Wasser, ein Dach über dem Kopf, medizinische Hilfe, Bildung und eine intakte Nachbarschaft. Das alles ist eingeschlossen in dem biblischen Begriff lebendiges Wasser und noch mehr: Sinn, Erfüllung und endgültige Heimat bei Gott.

Umsonst – Amazing Grace

Gott will, dass diese Gaben gratis sind, umsonst. Das hat Konsequenzen für unser Handeln: Wer immer anderen Menschen solche Lebensgaben vorenthält, wer ihnen elementare Lebensmöglichkeiten verweigert und Lebensgrundlagen zerstört, – aus Profitgier, Egoismus, Machtinteressen, ideologischer und religiöser Verblendung oder welche Motive auch immer eine Rolle spielen – wer so handelt, der entwertet und missbraucht das kostbarste Geschenk, das uns gegeben ist. Gratis, umsonst! So will es Gott. Neben der Bedeutung Geschenk klingt darin auch mit an, was noch dazu gehört und das Leben bereichert: Gnade, Dank, Grazie – amazing grace!

Solidargemeinschaft als Mission

Einzustimmen in den Willen Gottes und Leben für alle in solidarischer Gemeinschaft zu ermöglichen und zu erhalten, das ist die Mission der Christoffel-Blindenmission (CBM) von Anfang an. Sie wird konkret in unserem Mandat: die Lebensqualität blinder und anders behinderter Menschen zu verbessern.

Mit Ihrer Gratisgabe werden Sie Teilhaber an dieser großen Aufgabe!

Porträt eines Mannes © CBM
Pastor i.R. Christoph Huppenbauer, Aufsichtsrat der CBM

Christoph Huppenbauer engagiert sich bereits seit 1994 im Aufsichtsrat der Christoffel-Blindenmission (CBM). Bis zu seinem Ruhestand war der Schwabe, der die meiste Zeit seines Lebens in Hamburg und Schleswig-Holstein verbrachte, Gemeindepastor, Mentor in der Vikariatsausbildung am Hamburger Predigerseminar und zuletzt Pastor für Personal- und Gemeindeentwicklung im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde.

Seine Anliegen sind die Förderung des ökumenischen und interreligiösen Dialogs sowie die Stärkung des Selbstverständnisses der CBM als einer weltoffenen Organisation christlicher Prägung.