Vier afrikanische Jungen sitzen vor einem Haus, im Hintergrund ein Rollstuhl © CBM/Hayduk

Gedanken zur Jahreslosung 2022

Jeder ist willkommen! – von Marenka und Dr. Heiko Philippin

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Jahreslosung 2022 aus Joh. 6,37 (Die Bibel, NeuesTestament, Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 6, Vers 37))

Jesus zieht die Menschen an

Jesus ist an den See Genezareth zurückgekehrt. Weil er in Jerusalem Kranke geheilt hatte, folgt ihm auch am entfernten See Genezareth eine immer größere Menschenmenge. Als sie Hunger bekommt, versorgt er sie mit nur fünf Broten und zwei Fischen. Nachdem sich alle satt gegessen haben, können noch viele Körbe mit den Resten gefüllt werden. Bereits am nächsten Morgen macht sich die Menschenmenge wieder auf die Suche nach Jesus. Sie haben vom Brot des Lebens gegessen und das zieht sie in seine Nähe.

Bei Jesus ist jeder willkommen

Das ist der Moment, in dem Jesus die Jahreslosung für 2022 spricht: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen." Zu ihm darf jeder kommen, auch wenn es viele sind. Niemand wird abgewimmelt oder gar abgewehrt. Überall auf der Welt kennen wir es sonst auch anders, wenn z.B. Fremde, Mittellose oder Menschen mit Behinderungen zurückgewiesen werden. Sei es durch aktiv errichtete Grenzen, erhobene Gebühren oder andere Hürden, oft sogar unbeabsichtigt. Vielleicht durch eine fehlende Übersetzung für Menschen aus anderen Sprachräumen, Kleingedrucktes, das nicht jeder lesen kann oder eine vergessene Rollstuhlrampe. Bei Jesus gibt es keine Zugangsbeschränkungen oder Ausladungen – "den werde ich nicht abweisen". Der griechische Originaltext verwendet hier eine doppelte Verneinung, die diese Aussage noch verstärkt. Gerade auch Zweifelnde und Fragende will er ermutigen, zu ihm zu kommen.

Seine Nähe verändert uns

Aber auch Jesus nennt eine Bedingung: "Wer zu mir kommt". Wir müssen uns selbst aufmachen und zu ihm kommen. Er lässt uns die Freiheit und Entscheidung und stülpt sich uns nicht über. Sind wir dann in seiner Nähe, färbt er auf uns ab. Schritt für Schritt kann uns seine Nähe verändern, uns helfen, eigene Grenzen abzubauen, Angst vor dem Fremden zu verlieren und aufmerksamer für die Nöte anderer zu werden.

Jesus hält uns sicher

Sein Zuspruch geht noch weiter: Zwei Verse später verspricht Jesus: "Kein Einziger von denen, die der Vater mir anvertraut hat, soll verloren gehen. Ich werde sie alle am letzten Tag vom Tod auferwecken." Einmal zu ihm gekommen und von ihm angenommen, wird er uns durch alles hindurchtragen und in allem bewahren, was das Leben für uns bereithält, seien es schlimme Ereignisse, Krankheiten, die uns erstarren lassen und tiefe Zweifel in uns wecken – seien es fröhliche, sorgenfreie Zeiten.

Ausblick für das Jahr 2022

Wir wissen nicht, was dieses neue Jahr 2022 bringen wird. Aber wir wissen, dass Jesus uns nicht abweisen wird. Egal wo wir sind, Jesus ist immer nur ein Gebet von uns entfernt, an jedem Tag des Jahres. In seiner Nähe können wir Liebe, Trost und Kraft finden.

Porträt einer Frau und eines Mannes © Philippin
Marenka und Dr. Heiko Philippin

Ab Januar 2007 lebten Marenka und Dr. Heiko Philippin in Afrika, zunächst in West-Kenia, wo Heiko Philippin im Auftrag der CBM als Augenarzt arbeitete.

Ende 2009 zogen sie nach Moshi in den Norden Tansanias. Am dortigen "Kilimanjaro Christian Medical Center" (KCMC) erweiterte sich Heiko Philippins Arbeit für die CBM um die Betreuung der lokalen Facharztausbildung für Augenheilkunde sowie verschiedene Forschungsprojekte.

Seit Anfang 2019 ist die Familie – inzwischen zu sechst – wieder in Deutschland. Heiko Philippin arbeitet weiter für die CBM als Augenarzt und globaler Berater für Forschung und Training sowie an der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Wer wählt eigentlich wie die Jahreslosung?

Die "Jahreslosung" ist ein Bibelvers, der Christinnen und Christen im deutschsprachigen Raum ein stärkender Begleiter durch das Jahr sein kann. Ganz anders als der Name vermuten lässt, wählt ihr Herausgeber "Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen" (ÖAG) sie nicht per Los! 

Jedes der 23 ÖAG-Mitglieder (u.a. Katholisches Bibelwerk und CVJM-Gesamtverband) schlägt Verse aus dem für das Jahr gültigen Bibelleseplan vor. In einem Diskussions- und Wahlverfahren wird dann die Jahreslosung bestimmt: Und das schon drei Jahre im Voraus! – "Erfunden" hat die Jahreslosung der schwäbische Pfarrer und Dichter Otto Riethmüller 1930. Er wollte den markigen NS-Schlagworten etwas entgegensetzen.