Augenkrankenpfleger Gezachew untersucht Mekiya. Die Frau aus Äthiopien leidet unter Trachom und wurde operiert.

Trachom besiegen – Für eine Welt ohne vermeidbare Blindheit

Millionen Menschen in ärmeren Ländern leiden an der Augenkrankheit Trachom – einer Krankheit, die durch mangelnden Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene begünstigt wird. Unbehandelt führt Trachom zur Erblindung. Das dürfen wir nicht zulassen.

Aufbruch in eine Welt ohne Trachom – Kommen Sie mit!

Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern wie Ihnen haben wir ein ehrgeiziges Ziel vor Augen – Trachom bis 2030 endgültig zu besiegen.

Unser Vorhaben ist mehr als ein Projekt, es ist eine Mission. Eine Mission, bei der wir alles daransetzen, diese Krankheit für immer einzudämmen. Mit gezielten Maßnahmen wie Operationen, der Bereitstellung von Medikamenten und der Verbesserung von Wasser- und Hygienestandards schaffen wir nachhaltige Lösungen.

Videobutton: Diese Krankheit besiegen wir weltweit.

Trachom verstehen

Trachom ist eine Augenkrankheit, die durch Bakterien übertragen und durch mangelnde Hygiene und fehlendes sauberes Wasser begünstigt wird. Sie beginnt harmlos, wie eine Bindehautentzündung, und führt unbehandelt schmerzhaft zur Erblindung. Einer Erblindung, die sich nicht operativ heilen lässt.

Mekiya aus Äthiopien hat Trachom. Fliegen sind ständig an ihren Augen auf der Suche nach Feuchtigkeit. Wegscheuchen hat keinen Zweck.
An Mekiyas Augen sitzen ständig Fliegen. SIe suchen Feuchtigkeit in dem trockenen Land. Das Wegscheuchen hat keinen Sinn.

Die Ursachen von Trachom
Trachom wird durch Bakterien der Art Chlamydia trachomatis verursacht. Diese breiten sich in Regionen aus, in denen Wasserknappheit und mangelnde Hygiene den Alltag bestimmen. Besonders gefährdet sind Kinder, Frauen und Menschen in abgelegenen und wirtschaftlich benachteiligten Gebieten.

Die Symptome von Trachom
Die Krankheit beginnt mit geröteten, gereizten Augen, die häufig tränen. Im weiteren Verlauf kommt es zu wiederholten Entzündungen, die zu Vernarbungen führen. Ohne Behandlung verschlimmert sich der Zustand: Die Augenlider biegen sich nach innen, und die Wimpern kratzen bei jedem Blinzeln über die Hornhaut. Dies verursacht nicht nur unerträgliche Schmerzen, sondern trübt auch die Augenlinsen, wodurch die Betroffenen mit der Zeit erblinden.

Wie kann Trachom behandelt werden?
Die gute Nachricht: Trachom ist heilbar und vermeidbar. Mit Antibiotika können Infektionen gestoppt werden, und Operationen helfen, die Lidverformungen zu heilen und dadurch das Augenlicht zu bewahren. Doch die entscheidende Lösung liegt in der Prävention. Sauberes Wasser, bessere Hygienestandards und Aufklärung sind essenziell, um die Krankheit langfristig zu bekämpfen.

Unser Einsatz lohnt sich – So bekämpfen wir Trachom

Die SAFE-Strategie (Surgery, Antibiotics, Facial Cleanliness, Environmental Improvement) der WHO hat sich seit rund 30 Jahren bewährt. Die CBM kümmert sich schon seit den 60er Jahren um trachomkranke Menschen. 2002 waren laut WHO noch 1,5 Milliarden Menschen weltweit der Gefahr von Trachom ausgesetzt. Heute sind es 94 Prozent weniger als zu Beginn des Jahrtausends, ein immenser Fortschritt. Aber 97,1 Millionen leben noch in Risikogebieten: Bis 2030 stoppen wir die Gefahr auch für sie!

Bei Außeneinsätzen finden wir betroffene Menschen und sorgen dafür, dass sie Medikamente bekommen und an den Augenlidern operiert werden. Und wir informieren, wie sie sich vor der Krankheit schützen können.

  • Auge

    Surgery (Operation): Wir operieren die vernarbten Augenlider trachomkranker Menschen und stoppen so die Schmerzen und die Blindheit.

  • Arztkoffer

    Antibiotika: Wir verteilen antibiotische Augensalbe und Tabletten, damit die Augentzündung abheilt und keine Neuansteckung erfolgt.

  • Megaphon

    Facial Cleanliness (sauberes Gesicht): Bei Kampagnen informieren wir die Menschen, wie regelmäßiges Gesichtwaschen Ansteckungen verhindert.

  • Wasserhahn

    Environmental Improvement (verbesserte Lebensumstände): Durch Versorgung mit sauberem Wasser (neue Brunnen u.a.) stoppen wir die Trachom-Ausbreitung.

CBM-Hilfe für trachomkranke Menschen – von den Anfängen bis heute

1960er

Die gezielte Trachomarbeit der CBM beginnt

"Mit dem Unterhalt einer Armenapotheke unweit von Isfahan fällt der Startschuss im Kampf gegen blindmachende Krankheiten", berichtet die CBM in den 1960er Jahren ihren Spenderinnen und Spendern. Bald darauf beginnt auch die Trachomarbeit in Afghanistan, wo ab 1966 in der NOOR-Augenklinik in Kabul routinemäßig Trachomoperationen durchgeführt wurden, dann auch in Pakistan, Indien und in Äthiopien.

Eine Frau im weißen Kittel untersucht das Auge einer anderen Frau.
1970er

Augensalbe für die Menschen in Afrika

Anfang der 1970er wird Trachom als großes Problem der Augengesundheit auch in CBM-geförderten Projekten in Ägypten und weiterhin in Äthiopien behandelt. 1973 wird die antibiotische Tetracyclin-Augensalbe eingeführt. Mitarbeiter in CBM-geförderten Projekten verteilen sie – mit Erfolg! Die Salbe bewirkt, dass die akute Augenentzündung abheilt.

Ein Mann behandelt das Auge eines Kindes mit Salbe.
1980er

Besonders stark betroffen: Äthiopien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 500 Millionen Menschen in armen Regionen an Trachom leiden. Äthiopien ist besonders stark betroffen, schon die Kinder. Ein CBM-Augenarzt und sein Team behandeln und operieren dort bis zu 140 trachomkranke Menschen pro Tag.

Frau mit geschwollenen Augenlidern
1990er

Erstmals spezielle Trachomprogramme

1993 wird in 245 CBM-unterstützten Projekten Trachom vorgebeugt – mit Dorf-Gesundheitsaufklärung, Bau von Brunnen und sanitären Anlagen, Augenlid-Operationen und der Verteilung von Tretracyclin-Salbe. Ab 1999 fördert die CBM spezielle Trachom-Bekämpfungsprogramme ("Trachoma Control Programmes"): 14 in Äthiopien, Ghana und Tansania, eines in Myanmar. Dazu kommen viele Augenkliniken, die auch bis dahin und weiterhin trachomkranke Menschen bei Außeneinsätzen untersuchen, Medikamente an sie verteilen und sie operieren.

Ein Mann mit Stirnlampe untersucht die Augen eines Kindes, weiter Personen sitzen dabei.
2000er

Eine Tablette für ein ganzes Jahr

Neben Tetracyclin-Salbe werden jetzt auch in großem Stil die vom Pharmakonzern Pfizer zur Verfügung gestellten Azithromycin-Tabletten in CBM-geförderten Trachomprogrammen verteilt. Der außerordentliche Vorteil: Eine Tablette muss einmal eingenommen werden und bietet Schutz für ein ganzes Jahr.

Ein Kind mit Kopftuch streckt die Hände hoch, in denen es einen Becher und zwei Tabletten hält.
2007

Kenia – auf dem Weg, TRACHOMFREI zu werden!

In Kenia fördert die CBM ab 1971 augenmedizinische Arbeit. Schwester Gloria Sauck (l.) zeigt Schulkindern in Samburu, wie sie sich am besten das Gesicht waschen, damit Trachom sich nicht mehr so schnell verbreiten kann. Gloria zieht ihre Wimpern nach oben. Hellrosa Haut wird sichtbar: "Hier versteckt sich die Krankheit am liebsten", erklärt sie den Kindern.

Schulkinder stehen in einer Schlange vor einem Eimerchen, das an einem Baum hängt und aus dessen Boden ein dünner Wasserstrahl läuft.
2016

Trachom-Aktion: Welttag des Sehens in Uganda

Eine CBM-Aktion in der Region Karamoja sensibilisiert die Menschen am Welttag des Sehens in Uganda für die Augenkrankheit Trachom, sogar der Minister der Region ist dabei. Noch gibt es Trachom in Uganda, doch vor 2030 soll das Land TRACHOMFREI werden. Seit 1971 fördert die CBM Partnerprojekte im Land, die Augenpatienten versorgen.

Drei Menschen stehen neben einem Plakat, auf dem über einen medizinischen Außeneinsatz für Augenpatienten in Karamoja/Uganda am Weltsehtag 2016 informiert wird.
2016

CBM-Trachomarbeit ausgezeichnet: Water-Award

2016 erhält die CBM den "Water Award" der "International Society for Neglected Tropical Diseases" (Internationale Gesellschaft für vernachlässigte Tropenkrankheiten) für ihren innovativen Ansatz im Kampf gegen Trachom in Äthiopien.

Ein Junge wäscht sich die Augen mit Wasser. Es fliept aus einem Wasserhahn, der an einer Kunststofftonne angebracht ist.
2018

Ghana ist trachomfrei!

2018 bestätigt die WHO die Ausrottung von Trachom in Ghana! Die CBM war dort mit ihrem lokalen Partner seit 1995 an der Trachom-Bekämpfung beteiligt. Sie ermöglichte dutzende Außeneinsätze, schulte Fachkräfte und beteiligte sich an einer Studie zur Massenverteilung von Antibiotika. CBM-Arzt Dr. Barar Qureshi: "Dass Ghana als erstes afrikanisches Land Trachom besiegt hat, ist ein Meilenstein und ein Grund zu feiern – nicht nur für Ghana, sondern für den gesamten Kontinent."

Eine junge, lachende Frau hält beide Hände hoch. Sie steht im Freien vor einer Hütte.
2018

Hilfe für den Jemen

Die erste groß angelegte Behandlungskampagne gegen Trachom im Jemen unterstützt die CBM 2018 mit ihren Partnern: Etwa 450.000 Menschen in Hochrisikogebieten erhalten Antibiotika – und die Hygienebedingungen werden verbessert.

Eine Frau im weißen Kittel untersucht das Auge einer anderen Frau.
2020

Myanmar ist trachomfrei!

In Myanmar gelingt die Eliminierung von Trachom! Seit den 1980er Jahren hatte die CBM an der Seite der Regierung des südostasiatischen Landes und der WHO gekämpft, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Sie stellte Antibiotika zur Verfügung, schulte einheimische Fachkräfte und half mit medizinischer Ausrüstung und Fahrzeugen, um die augenmedizinische Hilfe in die abgeschiedensten Regionen des Landes zu bringen.

Ein Mädchen wäscht sich die Hände an einem Wasserhahn.
2021

Erste Trachomhilfe für den Südsudan

Die CBM ist die erste Organisation, die umfassende Hilfe zu den von Trachom bedrohten Menschen im Bundesstaat Unity bringt. 2021 ging es los mit der Verteilung von Antibiotika sowie Hygieneschulungen. Augenlid-Operationen retten die schwer erkrankten Menschen vor dem Erblinden. Auch die Ausbildung von Trachom-Chirurgen gehört zum Hilfsprogramm.

Afrikanisches Kleinkind auf dem Arm einer Frau
2022

Malawi ist trachomfrei!

In Malawi haben wir mit dem Gesundheitsministerium und Partnerorganisationen die vier wichtigen SAFE-Maßnahmen über Jahre konsequent umgesetzt: Operationen (Surgery), Antibiotika-Verteilung, Hygieneschulungen (Facial cleanliness), Wasserversorgung (Environment). Es hat sich gelohnt! Das Land ist frei von Trachom.

Ein Chirurg beugt sich über den Patienten auf dem OP-Tisch.
2024

Pakistan ist trachomfrei!

Mehr als drei Millionen Menschen haben durch die CBM-Hilfe der vergangenen Jahre profitiert: Zahlreiche neue Waschstationen, Handpumpen und Toiletten ermöglichen eine bessere Hygiene, die wichtig ist zur Vorbeugung der Augenkrankheit. In sogenannten WASH-Clubs lernten Schülerinnen und Schüler, sich regelmäßig das Gesicht und die Hände zu waschen. Außerdem verteilten CBM-Partnerprojekte Medikamente und führten mehr als 20.000 Augen-Operationen durch.

Plakat mit der Aufschrift "Free Medical and Eye Camp", daneben steht eine Frau im Sari und ein Mann in Hemd und Pluderhose
2025

Burundi ist trachomfrei!

Die gefährliche Augenkrankheit Trachom ist in Burundi gestoppt! Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Land offiziell für trachomfrei erklärt. Seit 2007 engagiert sich die CBM dort bei der Trachombekämpfung: Über eine Million Menschen haben CBM-geförderte Hilfe erhalten – durch die Verteilung von Antibiotika und Augen-Operationen.

Eine Frau im weißen Kittel untersucht die Augen eines jungen Mannes im gelben T-Shirt.

Hier hat die CBM geholfen!

In Äthiopien, im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Repbulik und in der Demokratischen Republik Kongo sind CBM-Partnerprojekte im Einsatz gegen Trachom. In Burundi, Kamerun, Kenia, Madagaskar, Tansania, Uganda und weiteren Ländern haben CBM-Partnerprojekte Menschen über die Krankheit informiert, sie mit Medikamenten versorgt und wenn nötig an den Augenlidern operiert.

Mekiya kann endlich aufatmen


Durch eine Lidoperation konnten wir Mekiyas Augenlicht bewahren. Sie und ihre Tochter haben zudem das Antibiotikum gegen Trachom erhalten.

Mekiya, eine 40-jährige Mutter aus Äthiopien, litt jahrelang unter Trachom. Die Krankheit verursachte unerträgliche Schmerzen – bei jedem Blinzeln kratzten ihre Wimpern über die Hornhaut. Doch das Schlimmste war nicht der körperliche Schmerz, sondern die Angst um ihre kleine Tochter.

Mekiya wusste, dass Trachom ansteckend ist und dass auch ihre Tochter gefährdet war. Dank einer Lidoperation konnte Mekiyas Augenlicht bewahrt und ihre Schmerzen endlich gelindert werden. Doch das war nicht alles: Durch die Gabe eines Antibiotikums sind nun sowohl Mekiya als auch ihre Tochter vor einer weiteren Ansteckung geschützt.

Diese lebensverändernde Hilfe war nur durch Ihre Unterstützung möglich. Dank Ihnen können wir solche Einsätze durchführen und Familien wie der von Mekiya Hoffnung schenken. 

Die CBM – als seriöse Spendenorganisation ausgezeichnet

Wir wollen die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern verbessern. Deshalb arbeiten wir auch mit anderen Organisationen zusammen – weltweit. Denn im Netzwerk erreichen wir als internationale Hilfsorganisation umso mehr für Menschen mit Behinderungen.

  • Seit dem Jahr 1993 erhalten wir das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

  • Wir erfüllen die Pflichten transparenter Kommunikation für gemeinnützige Spendenorganisationen.

  • Erfahrene Fachorganisationen: Gemeinsam mit zehn großen NGOs ist die CBM Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft.

  • Seit 1989 arbeiten wir mit der WHO zusammen und haben seit 2002 Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.