Ernst Jakob Christoffel – Inspiration bis heute

Er war Theologe, Erfinder, Abenteurer, Pädagoge, Sprachtalent, Autor – unermüdlich und einfach unersetzlich: Ernst Jakob Christoffel. Ohne ihn würde es die heutige Christoffel-Blindenmission nicht geben. Ohne ihn würden – bis heute – unzählige Menschen in Not keine Hilfe bekommen. Obwohl sie dringend medizinische Behandlung, Lebensunterstützung und Zuwendung brauchen. Das alles verdanken wir dem Pastor, der heute 150 Jahre alt geworden wäre.

Ein Leben im Dienst der Menschen

Eigentlich will Pastor Ernst Jakob Christoffel verfolgten Armeniern beistehen. Deshalb übernimmt er die Leitung von Waisenheimen für armenische Kinder im kleinasiatischen Siwas. Angesicht der Not behinderter Menschen, die er dort sieht, reift in ihm ein neuer Plan.

Ein Mann steht neben neun um zwei niedrige Tische auf dem Boden sitzende Jungen. Auf den Tischen liegen aufgeschlagene Bücher, in denen die Kinder mit den Fingern tastend lesen.
Aus dem Nichts: Um unterrichten zu können, übersetzt Christoffel türkische und armenische Texte in Blindenschrift. Dazu lernt er beide Sprachen selbst und entwickelt eigens Schulbücher in Blindenschrift.

Gegen alle Widerstände und mit geringer finanzieller Unterstützung reiste Christoffel 1908 nach Kleinasien und gründete in Malatya/Türkei sein erstes Heim für blinde und anders behinderte Menschen sowie für Waisenkinder. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde er aus der Türkei ausgewiesen und versuchte 1925 erfolglos, nach Malatya zurückzukehren.

Stattdessen setzte Christoffel seine Arbeit in Persien, dem heutigen Iran, fort – zunächst in Täbris, später in Isfahan. Dort wurden in zwei weiteren von ihm eröffneten Heimen Menschen mit Behinderungen unabhängig von Religion oder Nationalität aufgenommen und gefördert.

1943 geriet der engagierte Pastor in Kriegsgefangenschaft. Erst 1951 konnte er nach Isfahan zurückkehren, um sich dort erneut um blinde und anders behinderte Menschen zu kümmern – bis zu seinem Tod 1955.

 

Video: Interview mit Christoffel-Zeitzeuge Abbas Schah-Mohammedi

Zwei Männer sitzen sich in einem Kirchenraum gegenüber, zwischen ihnen steht ein Mikrofon.

Er war einer der letzten Schüler Ernst Jakob Christoffels in Isfahan: Abbas Schah-Mohammedi. Im Juni 2024 sprach CBM-Mitarbeiter Tobias Pflanz mit ihm.

Der damals 87-jährige Abbas Schah-Mohammedi erinnert sich im Interview an seine Erlebnisse mit Christoffel. Abbas lebt heute in Berlin, wo er 30 Jahre lang Pfarrer war.

Lebendiges Vermächtnis von Ernst Jakob Christoffel

Ernst Jakob Christoffel widmete sein ganzes Schaffen armen, behinderten Kindern. Und sein Werk lebt bis heute weiter – in der Christoffel-Blindenmission. Im Geiste Christoffels setzt sich die CBM für Menschen ein, die sonst keine Chance auf eine medizinische Behandlung hätten. Mit einer Spende können Sie dabei helfen, das Lebenswerk von Ernst Jakob Christoffel fortzuschreiben.

Wo es am nötigsten ist

Sie schenken Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern mehr Lebensqualität!

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