Landschaft in Guatemala © CBM/argum/Einberger

Die CBM – seit 40 Jahren in Guatemala engagiert

Guatemala ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und dessen bevölkerungsreichstes Land. Und gleichzeitig eines mit der größten sozialen Ungleichheit weltweit! Armut, Nahrungsmittelunsicherheit, Gewalt und politische Instabilität prägen das Land.

Therapie, Inklusion und politisches Engagement

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Christoffel-Blindenmission (CBM) für arme Menschen in Guatemala. Beispielsweise setzen sich die CBM und ihr Partner ADISA ( "Asociación de Padres y Amigos de Personas con Discapacidad" = "Vereinigung der Eltern und Freunde von Menschen mit Behinderungen") auf verschiedenen Ebenen für Menschen mit Behinderungen ein: in Bildung und Gesundheit sowie in der sozialen und politischen Arbeit.

Vielfältiges Engagement

Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen erhalten beispielsweise Physio-, Sprach- oder Ergotherapie. Daneben setzt das Programm bei der inklusiven Bildung an: So organisiert ADISA für behinderte Kinder unter anderem den Transport zur Schule, damit sie am Unterricht in einer Regelschule teilnehmen können. ADISA steht in engem Kontakt mit politischen Entscheidern und macht sich intensiv für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stark.

Strukturelle Probleme und Not bestimmen den Alltag

Ein guatemaltekischer Junge mit Downsyndrom in seinem Zimmer © CBM/argum/Einberger

Dass dies dringend notwendig ist, verdeutlicht ein Blick auf die Situation im Land: Guatemala hat eine lange Phase der Gewalt, Diktatur und des Bürgerkriegs hinter sich, deren negative Auswirkungen bis heute deutlich spürbar sind. Eine kleine Elite verfügt über einen sehr großen Reichtum, während der Großteil der Bevölkerung Not leidet.

Mangel an Hygiene und Gesundheitsversorgung

So leben 59 Prozent der Guatemalteken in Armut, 23 Prozent gar in extremer Armut. Der Großteil von ihnen lebt in ländlichen Gebieten – ohne Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen oder Gesundheitssystemen. Das heißt: Extreme Armut, Unter- und Mangelernährung, fehlende Wasser- und Gesundheitsversorgung erhöhen das Risiko, eine Behinderung zu entwickeln. So gibt es heute in jedem dritten Haushalt ein behindertes Familienmitglied.

Behinderung heißt Armut

Wer mit einer Behinderung lebt, hat gleichzeitig wenig Aussichten auf eine gute Zukunft. In ländlichen Gebieten können Kinder mit Behinderungen viel seltener zur Schule zu gehen als Kinder ohne Behinderungen. Dementsprechend seltener finden sie später eine Arbeit, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Teufelskreislauf aus Armut und Behinderung entsteht.

 

Guatemala im Überblick

Panoramabild von Guatemala-Stadt © CBM/argum/Einberger
Guatemala-Stadt ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Im Ballungsraum leben ca. fünf Millionen Menschen.
  • Fläche:  108.889 km² ¹
  • Einwohner: 17,5 Mio.¹
  • Hauptstadt: Guatemala-Stadt
  • Klima: tropisch an den Küsten, gemäßigt im zentralen Hochland¹
  • Sprachen: Offizielle Sprache ist Spanisch, daneben gibt es 23 Maya-Sprachen¹
  • Religion: 45 Prozent römisch-katholisch, 45 Prozent protestantisch, traditionelle Maya-Religionen¹
  • Lebenserwartung: 73,7 Jahre² (DEU: 81,2)
  • Kindersterblichkeit: 23,9 von 1.000² (DEU: 3,7 von 1.000)
  • Human Development Index: Platz 127 von 189²

Quellen:
¹Auswärtiges Amt, ²Human Development Index