• Ein afrikanisher Junge hält eine kleine Tablette zwischen den Fingern und hält sie vor sein Gesicht. © CBM

Vermeidbare Behinderungen: Prävention schützt vor folgenschweren Erkrankungen

Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Menschen mit Behinderungen. Das sind über 15 Prozent der gesamten Weltbevölkerung. Ein Großteil von ihnen (80 Prozent) lebt in Entwicklungsländern und hat einen schlechteren Gesundheitszustand, eine niedrigere Schulbildung und ist ärmer als Menschen ohne Behinderungen. Dabei ließen sich zahlreiche Behinderungen durch Prävention vermeiden.

  • 89% aller Menschen mit Hörbehinderung leben in Entwicklungs- und Schwellenländern.

  • 50% aller Hörbehinderungen könnten vermieden werden.

  • 89% aller sehbeeinträchtigten Menschen leben in Entwicklungsländern.

  • 75% aller Sehbehinderungen könnten vermieden oder geheilt werden.

Lächelndes Mädchen © CBM/Erin Johnson
Margil war eines von vielen sehbehinderten Kindern in Entwicklungsländern. Eine Graue-Star-Operation hat sie vor lebenslanger Sehbehinderung bewahrt.

Behinderungen besser verstehen

Behinderungen können alle Bereiche der körperlichen, psychischen und geistigen Gesundheit betreffen. Dabei gibt es ein weites Spektrum, das unterschiedliche Ausprägungen wie verlorene Gliedmaßen, Funktionsverluste bei Sinnesorganen sowie Sprach- oder Lernbehinderungen einschließt. Unterschieden werden angeborene Behinderungen und solche, die erst im Laufe des Lebens erworben werden.

Alle Behinderungen betreffen nur einen bestimmten Bereich im Leben eines Menschen. Dennoch werden die Betroffenen von anderen oft lediglich unter dem Aspekt ihrer Behinderung wahrgenommen und somit generell als ein defizitärer Mensch definiert. Deshalb werden Menschen mit Behinderungen häufig ausgegrenzt und können somit nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Ursachen von Behinderungen in Entwicklungsländern

Vielfach entstehen Behinderungen im Laufe des Lebens – sie sind also nicht angeboren, sondern werden erst nach der Geburt erworben. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und hängen in der Regel mit den zumeist schlechten Lebensverhältnissen der Menschen zusammen, denn in Entwicklungsländern leben 82 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Häufig spielen folgende Faktoren bei der Entstehung von Behinderungen eine Rolle:

© CBM
Einseitige Ernährung führt in Entwicklungsländern häufig zu gefährlichen Mangelerscheinungen, die wiederum Behinderungen auslösen können – gerade bei Kindern. Eine ausgewogene Kost könnte viele Behinderungen vermeiden.

Unter- und Mangelernährung

In Entwicklungsländern entstehen durch die unzureichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen Mangelerkrankungen. Bei Kindern führen diese früh zu körperlichen und geistigen Schäden.

Wassermangel und fehlende Hygiene

Die Wasserversorgung ist in vielen Entwicklungsländern unzureichend, gleichzeitig fehlt oft eine Abwasserentsorgung. Häufig ist deshalb das Wasser mit Krankheitserregern oder Parasiten verseucht. Wird es zum Trinken oder Waschen verwendet, können Krankheiten entstehen, die Behinderungen verursachen.

Unzureichendes Gesundheitssystem

Das größte Problem besteht meist darin, dass funktionierende Gesundheitssysteme fehlen. Krankenhäuser sind häufig schwer erreichbar und vor allem ländliche Regionen bleiben unterversorgt. Ohne medizinische Behandlung breiten sich Krankheiten aus, die zu Behinderungen führen können.

Behinderungen durch Prävention vermeiden

Viele Behinderungen kann man durch rechtzeitiges Eingreifen vermeiden. Deshalb leistet die Christoffel-Blindenmission (CBM) in Entwicklungsländern gezielte Präventionsarbeit. Hierbei werden die Faktoren bekämpft, die Behinderungen auslösen. Die Präventionsarbeit der CBM umfasst ein breites Spektrum an vorbeugenden Maßnahmen:

Ein junger Mann beugt sich unter einen Wasserstrahl und wäscht sich das Gesicht. © CBM/ Hayduk 2017
Die CBM ermöglicht dank Spenderinnen und Spendern zahlreichen Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Wasser. Das ist sehr wichtig, denn durch hohe Hygiene-Standards lassen sich viele Behinderungen vermeiden.

Ernährungsprogramme

Eine gesunde Ernährung kann Mangelerkrankungen vorbeugen. Deshalb versorgt die CBM Menschen in gefährdeten Regionen mit Lebensmitteln. Zudem werden Menschen im Landbau ausgebildet und dabei unterstützt, selbst nachhaltig Obst und Gemüse anzubauen und sich selbst mit Nahrung zu versorgen.

Wohnsituation verbessern

Die Verbesserung der Wohnsituation reduziert die Gefahr von Krankheiten, die Behinderungen verursachen, erheblich. Besonders wichtig sind der Zugang zu sauberem Wasser und die Verbesserung der Hygiene. Dies ermöglicht die CBM z. B. durch Hygieneaufklärung und den Bau von Brunnen.

Gesundheitliche Vorsorge

Einige Krankheiten, die zu Behinderungen führen, lassen sich durch Medikamente behandeln. Bei anderen sind Schutzimpfungen die wichtigste Maßnahme, um gefährliche Infektionen schon im Vorfeld abzuwehren. Damit zuverlässige Gesundheitssysteme entstehen, fördert die CBM den Bau von Krankenhäusern und lässt Fachpersonal schulen.

Wie rechtzeitige Hilfe Behinderungen aufhält

Die präventive Arbeit der CBM zahlt sich aus – durch Aufklärung und Früherkennungsmaßnahmen bewahren CBM-Spenderinnen und -Spender jedes Jahr zahlreiche Erwachsene und Kinder davor, eine Seh-, Hör- oder Körperbehinderung zu entwickeln. In unserer Erfolgsgeschichte erfahren Sie, wie bei Baby Ian eine Behinderung vermeidbar war:

Verschiedene Behinderungen und ihre Ursachen

Viele auslösende Faktoren einer Behinderung gehen auf die schlechten Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zurück, können aber auch anderweitig bedingt sein. Erfahren Sie hier, welche Ursachen für Seh-, Hör- und Körperbehinderungen verantwortlich sind und wie Behinderungen vermieden oder behandelt werden können.