Junge Frauen in einem Klassenzimmer sitzen an Tischen mit Nähmaschinen und fertigen Kleidungsstücke an. © Mission 21

Inklusive Berufsschule für Tansania!

Die inklusive Kyela-Berufsschule in Tansania ist ein Modellprojekt für die Berufsausbildung junger Menschen mit Behinderungen. Und eines für die geglückte Zusammenarbeit von lokalem Partner, evangelischer Kirche und der Christoffel-Blindenmission (CBM).

Eine Frau und ein Mann halten einen überdimensionalen Scheck über 10.000 Euro hoch © CB;
CBM-Mitarbeiterin Dr. Silja Joneleit-Oesch nimmt eine der Spenden des Ev. Dekanats Bergstraße für die Schule in Tansania von Pfr. Tilmann Pape entgegen.

Den Umbau der Kyela-Schule, einer inklusiven Berufsschule in Tansania, vorantreiben und die Lehrerinnen und Lehrer dort in inklusivem Unterricht schulen: Für die Christoffel-Blindenmission (CBM) wie für das Evangelische Dekanat Bergstraße ist es eine Herzensangelegenheit, dieses Ziel zu erreichen.

Deshalb unterstützt das Dekanat mit seinen Spenden ganz gezielt die Arbeit der CBM auf dem Gebiet der Inklusion in Tansania. Wie es zu der Zusammenarbeit kam, ist eine spannende Geschichte, von der Pfarrer Pape berichtet.

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen in Tansania dringend nötig

"Als ich 2012 mit dem damaligen Vize-Präsidenten der MCT-SP (Moravian Church Tanzania – Southern Province) eine Behindertenwerkstatt in Bensheim besuchte, da staunte er nicht schlecht. Tief beeindruckt von den individuell angepassten Arbeitsplätzen sagte er mir im anschließenden Gespräch: 'So etwas bräuchten wir in Südtansania auch'. Sieben Jahre später konnten wir mit seinem Nachfolger Yonah Mwambeta und in Kooperation mit der CBM ein entsprechendes Projekt beginnen und seitdem fühlen viele Menschen mit Behinderungen sich nicht mehr ausgegrenzt in der Region."

So wird Schule inklusiv

Was hat sich geändert, was zu neuen beruflichen Perspektiven für viele Menschen führt? In Kyela, in den Highlands im Süden Tansanias, betreibt die "Moravian Church" eine Berufsschule für junge Erwachsene. Die CBM half, sie barrierefrei umzubauen. Jetzt sind die Schule und ein Wohnheim auch für Menschen mit Körperbehinderungen zugänglich und sie können einen handwerklichen Beruf erlernen (Schreinern, Schneidern, Elektrohandwerk u.a.).

Damit haben sie gute Chancen, später wirtschaftlich unabhängig zu sein. Die Berufsschule vernetzt sich mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, hilft staatliche Unterstützung zu erhalten und Fortbildung zu vermitteln, z.B. ein CBM-gefördertes inklusives Training zu finanziellem Basiswissen.

Diese Kenntnisse sind für alle jungen Menschen wichtig, ob mit oder ohne Behinderung, in Tansania oder in Deutschland: Wie eröffne ich ein Konto, wie verhindere ich Schulden, wie mache ich mich selbstständig? Oder: Wem leihe ich Geld, wem besser nicht? 

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Kyela-Schule profitieren vom neuen Finanzwissen: Auch dörfliche Spargruppen sind entstanden, die sich gegenseitig für kleinere Investitionen Geld verleihen und die Rückzahlungen miteinander verabreden. Hier werden zudem junge Start-ups mit Startkapital für die Selbstständigkeit gefördert. 

Lehrerinnen und Lehrer sind geschult worden, ihren Unterricht inklusiv zu gestalten. Nach einer Schulung in Gebärdensprache für Lehrkräfte bat ein Buchhalter auch um Teilnahme: Auch er möchte mit den Schülerinnen und Schülern, die nicht hören können, gut kommunizieren.

Das bietet die Kyela-Berufsschule

  • Rollstuhlnutzer

    Die Kyela-Schule und ihr Wohnheim wurden barrierefrei ausgebaut, z.B. mit Rampen für Rollstuhlnutzer/-innen.

  • Eine Figur schreibt etwas auf.

    Lehrerinnen und Lehrer erlernten inklusive Unterrichtsgestaltung und die Gebärdensprache.

  • Doktorhut

    Auf dem Lehrplan für Schüler/-innen mit und ohne Behinderungen: Schreinern, Elektrik, Schneiderei u.a.

Jeder ist dafür verantwortlich, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu qualitativ hochwertiger inklusiver Bildung haben.

Nesia Mahenge

Nesia Mahenge, Leiterin des CBM-Landesbüros in Tansania, beschreibt die inklusive Kyela-Berufsschule als eines der "Vorzeigeprojekte der CBM Tansania im Bereich der Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen".

Gemeinsam für barrierefreie Bildung

Sie freut sich darüber, dass die Zusammenarbeit beim Kyela-Schulprojekt auch den Mitarbeitern der Kirche und der Gemeinschaft die Gelegenheit gegeben hat, die Bedeutung von Inklusion zu verstehen und zu erkennen. Denn Nesia Mahenge ist der Überzeugung, dass jeder Verantwortung trägt, Menschen mit Behinderungen qualitativ hochwertige inklusive Bildung zu ermöglichen.

 

Auch die Theologie wird inklusiv

Die Partner haben gemeinsam mit der Kyela-Schule und der Kirche Praktisches und Theologisches miteinander verbunden. Eine Rampe zu bauen ist kein Selbstzweck, auch eine theologische Fortbildung nicht, sondern inklusiv denken und handeln bedeutet: Wenn wir es ernst nehmen, dass Gott uns alle zu seinem Ebenbild geschaffen hat, dann ergibt sich daraus eindeutig Gottes Auftrag zu Inklusion von der Grundschule bis hin ins Pfarramt.  

Inklusion und Vielfalt bedeuten, dass "das Besondere" nicht besonders bleibt, sondern selbstverständlich wird, und in der Kirche und in Bildungseinrichtungen nicht nur für Menschen mit Behinderungen Barrieren abgebaut werden, sondern Teilhabe für alle erreicht wird.

Unterschiedliche Menschen bereichern sich gegenseitig

Wenn es barrierefreie Eingänge in die Kirche gibt, freuen sich auch ältere Menschen, die nicht mehr gut Treppen steigen können. Inklusion ist nicht nur ein Thema für Länder aus dem Globalen Süden, sondern eine Aufgabe für die weltweite Kirche. Arbeiten Menschen mit vielfältigen Perspektiven und Erfahrungen zusammen – Junge, Ältere, Männer, Frauen mit und ohne Behinderungen – kommen selbstverständlich vielfältige Lösungsansätze heraus. Das bereichert alle. 

Schon das Bild Gottes, das uns in der Bibel erzählt wird, ist vielfältig und zeigt sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und dieser Sohn Gottes zeigt sich wiederum in menschlicher Schwachheit, Gebrochenheit und im Sterben und bleibt trotzdem: Gott.

Wenn Gott in Jesus krank, beeinträchtigt und schwach sein kann, dann kann Beeinträchtigung und Behinderung keine Störung für seine Gnade und seine Aufträge sein. Keiner und keine ist deshalb weniger Gottes Ebenbild oder weniger versöhnt. 

Perspektivwechsel 

Wenn wir Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen nicht mehr als Bedürftige sehen, sondern als Teil der Gemeinschaft mit denselben (Menschen-)Rechten und denselben Zusprüchen Gottes, dann beginnt Inklusion.

Inklusion in Tansania weiter fördern

Können Menschen mit Behinderungen in Tansania Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen besuchen? Können möglicherweise weitere kirchliche Berufsschulen im Land inklusiv gestaltet werden? Können diakonische Gemeindegruppen darin unterstützt werden, inklusiv zu arbeiten? Wie können noch mehr Lehrerinnen und Lehrer geschult werden, inklusiv zu unterrichten? 

Zusammen mit Partnern in Tansania möchte die CBM, gemeinsam mit den Herrnhutern (Moravian Church), mission21 und anderen kirchlichen Organisationen in weiteren Projekten Inklusion in Kirchengemeinden und Bildungseinrichtungen fördern.

Spenden. Helfen. Freude schenken.

Unterstützen Sie Kinder und Erwachsene mit Behinderungen in armen Regionen! Durch Ihre Spende erhalten sie eine gute Bildung und die Chance, später ein möglichst unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

  • Afrikanischer Junge schreibt auf eine Tafel - dank Spenden-Geschenk Schulbesuch
    50
    Spenden

    Schulbesuch

    Einen ganzen Monat lang zur Schule gehen – das ermöglichen Sie einem behinderten Kind mit diesem Geschenk.

  • Kind mit Schulranzen - dank Spenden-Geschenk Schul-Kit
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    Spenden

    Schul-Kit

    Spenden Sie Schulmaterial für ein blindes Kind wie eine Braille-Tafel mit Griffel und ein Mathe-Set mit Abakus.

  • Dank Spendengeschenk Ausbildung arbeitet eine Frau mit einer Nähmaschine, eine zweite leitet sie an.
    140
    Spenden

    Ausbildung

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