Ein Mann im Rollstuhl wäscht sich die Händer in einem Keramikwaschbecken im Freien © CBM/CDD

Die Agenda 2030 und Menschen mit Behinderungen

Was uns die Corona-Krise für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung lehrt

Die Corona-Pandemie stellt die Welt vor ungeahnte Herausforderungen. Was als Gesundheitsrisiko begann, hat schnell Konsequenzen für weitere Bereiche nach sich gezogen und stellt Bildungssysteme, Arbeitsmärkte und nicht zuletzt das gesellschaftliche Miteinander auf die Probe.

Die aktuellen Ereignisse unterstreichen, dass Staaten über sehr unterschiedliche finanzielle, personelle oder infrastrukturelle Ressourcen verfügen, um auf eine solche Bedrohung zu reagieren. Insbesondere die Länder des Globalen Südens können sich nur selten auf resiliente staatliche Systeme stützen. Die Befürchtung liegt nahe, dass sich durch die Pandemie bestehende Ungleichheiten innerhalb und zwischen Staaten manifestieren und ohnehin diskriminierte Gruppen überproportional von der Krise betroffen sind.

Konsequente Agenda-2030-Umsetzung hätte Pandemie abgemildert

Mit der Agenda 2030 hat sich die internationale Staatengemeinschaft bereits 2015 auf ein umfassendes Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung geeinigt. Wären ihre Prinzipien und Ziele seit der Verabschiedung konsequent umgesetzt worden, hätte die Pandemie in der Gegenwart für viele Menschen weniger dramatische Folgen.

Dies gilt insbesondere auch für Menschen mit Behinderungen, eine der weltweit größten strukturell benachteiligten Minderheiten. Insgesamt leben etwa eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent von ihnen in Ländern des Globalen Südens. Für sie muss in und nach der Corona-Krise eine Priorisierung von aufholender Entwicklung durch die Politik sichergestellt werden.

Fünf Thesen für die Stärkung von Gesellschaften in der Corona-Krise

Anhand der folgenden fünf Thesen stellen wir in unserem Politikpapier dar, welche Lektionen uns die Corona-Krise für die Umsetzung der Agenda 2030 lehrt und welche Sustainable Development Goals (SDGs) die Resilienzfähigkeit von Gesellschaften umfänglich erhöhen.

  1. Mangelnder Zugang zu Gesundheitsleistungen sowie fehlende Bekämpfung bestehender Krankheitslasten gefährden in der Krise vor allem Menschen in vulnerablen Situationen
  2. Defizite in Sozial- und Katastrophenschutzsystemen machen in der akuten Krise gezieltes Eingreifen zugunsten von Menschen mit Behinderungen erforderlich
  3. Volle soziale und wirtschaftliche Teilhabe von Menschen in vulnerablen Situationen ist der Schlüssel ihrer Resilienz in Krisen
  4. Nur ein barrierefreies Umfeld ermöglicht selbstbestimmtes und selbständiges Handeln von Menschen mit Behinderungen
  5. Die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an gesellschaftlichen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen ist vor, während und nach Krisensituationen von entscheidender Bedeutung

Laden Sie unser Politikpapier mit den Forderungen, die aus den Thesen folgen, in der Vollversion hier herunter:

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  • Die Agenda 2030 und Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise

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    Was uns die Corona-Krise für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung lehrt.

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