6-Jähriger Junge bei einer Augenuntersuchung. © CBM

Jahresbericht 2017

Im Jahr 2017 unterstützte die internationale Föderation der Christoffel-Blindenmission (CBM) 530 Projekte in 54 Ländern und kooperierte mit 376 lokalen Partnern. So half die CBM rund 9,2 Millionen Menschen mit medizinischer Behandlung, Reha und Bildung sowie über 52 Millionen gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten.

Hilfe für die Ärmsten der Armen

Die CBM konzentriert ihre Arbeit auf besonders arme Länder und Projekte. Damit wird ihre Hilfe dort effizienter und ermöglicht langfristige Entwicklung. Um Inklusion zu verwirklichen, werden die Ärmsten der Armen umfassend gefördert: Menschen, die behindert sind oder Gefahr laufen, eine Behinderung zu bekommen. Dabei bringt die CBM-Föderation ihre Sachkenntnis ein, für die sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Vereinten Nationen (UN) als Fachorganisation anerkannt ist.

Welche Schicksale verbergen sich hinter den mehr als 35 Millionen Menschen, die 2017 Hilfe bekamen? Lernen Sie Khushi aus Nepal, Mohamed aus Sambia und Salvador aus Guatemala kennen, deren Leben sich durch die CBM-Förderung zum Guten gewendet hat!

Der Jahresbericht zum Download:

  • CBM Jahresbericht 2017 Deckblatt

    CBM 2017: Jahresbericht der Christoffel-Blindenmission

    pdf2.9MB, nicht barrierefrei Herunterladen
  • Barrierefreier CBM Jahresbericht 2017 Deckblatt

    Jahresbericht 2017 (Textfassung)

    pdf401.9KB, barrierefrei Herunterladen

Hilfe für blinde und sehbehinderte Menschen

3-Jähriges Mädchen mit einer Sehbehinderung. © CBM
Khushi lacht zufrieden! Die Dreijährige kann nach einer Operation am Grauen Star Farben sehen!

7,7 Millionen Menschen mit Augenkrankheiten, Sehbehinderung und Blindheit erhielten medizinische Hilfe, Reha und Bildung. Insgesamt fanden 413.468 Graue-Star-OPs statt. Zum Beispiel kann Khushi aus Nepal dank CBM-Augenlicht-Rettern nach einer OP am Grauen Star endlich Farben sehen!

Staunend betrachtet die Dreijährige aus Indien nach ihrer Grauen-Star-Operation ein paar bunte Malstifte. Zum ersten Mal sieht sie Farben! Jetzt muss Khushi keine Angst mehr haben, sich blind am Kochfeuer zu verbrennen oder vor ein Auto zu laufen. Mehr noch: Das Mädchen kann zur Schule gehen und so der bitteren Armut entkommen.

Hilfe für hörbehinderte Menschen

Junge mit Verband am Kopf und über das rechte Ohr. © CBM/argum/Einberger
Nach zwei Ohr-Operationen ist Mohamed glücklich, denn er kann hören!

624.966 Menschen mit Ohrenkrankheiten, Hör- und Sprachbehinderungen erhielten medizinische Hilfe, Reha und Bildung, darunter Mohamed aus Sambia. Er kann jetzt hören:

Früher saß Mohamed oft reglos auf der Türschwelle seines Zuhauses und starrte auf den staubigen Hinterhof. Kaum ein Geräusch drang an seine Ohren und er sprach fast nichts mehr. Ein Cousin gibt Mohameds Mutter schließlich den Rat, die Klinik "Beit Cure" aufzusuchen. Denn dort gibt es eine deutsche Ärztin, die gehörlose Kinder heilt! CBM-HNO-Ärztin Uta Fröschl hat den Jungen an den Ohren operiert. Jetzt kann er wieder hören! Seither lacht Mohamed wieder – und spricht wie ein Wasserfall.

Hilfe für körperlich behinderte Menschen

Mann im Rollstuhl vor einem Computer-Arbeitsplatz. © CBM/argum/Einberger
Salvador (26) benötigt seit seiner Kindheit einen Rollstuhl. Er hat große Ziele: "Ich möchte Manager werden und später mal mein eigenes Unternehmen führen."

513.324 Menschen mit orthopädischen Erkrankungen sowie Körperbehinderungen erhielten medizinische Hilfe, Reha und Bildung. Auch Salvador (26) aus Guatemala:

Barrierefreiheit ist in seiner Heimat noch ein Fremdwort. Hindernisse überwinden zu müssen, daran ist der Rollstuhlnutzer inzwischen gewöhnt. Als Kind erkrankte Salvador schwer, lag jahrelang im Bett. Glücklicherweise ermöglichte der CBM-Partner ADISA ihm rechtzeitig OPs und Reha. Er besuchte die Schule, absolvierte eine Ausbildung. Heute arbeitet Salvador als Buchhalter bei ADISA: "Ich bin dankbar für diese Chance und will anderen behinderten Menschen helfen!"

Gesundheitssysteme fördern

Um noch viel mehr Menschen wie Khushi, Mohamed und Salvador grundlegend und dauerhaft zu helfen, will die CBM langfristige Entwicklung ermöglichen. Das Ziel ist, gemeinsam mit Regierungen, Netzwerken und den lokalen Partnern die Gesundheitssysteme in den Projektländern nachhaltig zu verbessern. Das kann nur durch systemische Veränderungen erreicht werden. In diesem Zusammenhang spielt die gemeindenahe inklusive Entwicklung (Community Based Inclusive Development, CBID) eine wichtige Rolle mit dem Ziel, inklusive und widerstandsfähige Gemeinschaften aufzubauen. Behinderte Menschen sollen individuell durch die inklusive Entwicklung für Menschen mit Behinderungen (Disability Inclusive Development, DID) selbstbestimmte Akteure und Rechtsträger werden, die ihre Rechte kennen, wahrnehmen und einfordern.

Stärkung der Rechte behinderter Menschen in 40 Ländern

Institutionen, die verpflichtet sind, diese Rechte zu garantieren, werden in die Verantwortung genommen. Die CBM-Föderation bettet das DID-Konzept konsequent in ihre Arbeit ein. Zu den besonderen Höhepunkten gehört ein länderübergreifendes Projekt in Afrika zur Stärkung der Rechte behinderter Menschen in 40 Ländern. Dafür konnte die CBM die Europäische Union (EU) als Kooperations- und Finanzierungspartner gewinnen. Das pan-afrikanische Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Außerdem informierten CBM-geförderte Kurse über 430.000 behinderte Menschen, Angehörige sowie Teilnehmer von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen über die Rechte und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen sowie ihre Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft – ein weiterer Schritt in Richtung mehr Inklusion!

Vernachlässigte Krankheiten bekämpfen

Zur Konzentration der Hilfe auf die ärmsten Regionen der Welt gehört auch der Kampf gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten (engl.: neglected tropical diseases, NTDs). Mehr als 52 Millionen Menschen  erhielten medizinische Hilfe gegen NTDs. Zudem übernahm die CBM 2017 die Gesamtverantwortung für die Abwicklung der weltweiten Verteilung des Medikaments Mectizan gegen Flussblindheit. Das Medikament stellt der Hersteller MSD Sharp & Dohme kostenlos zur Verfügung.

Nothilfe erreicht fast 100.000 Menschen

Mit barrierefreien Brunnen, Lebensmittelverteilung, die alle Menschen erreicht und gemeinsamen Katastrophenübungen sorgt die CBM für inklusive Nothilfe. In zehn Ländern reagierte die CBM 2017 auf Notsituationen. Sie leistete bei Naturkatastrophen Hilfe, aber auch bei humanitären Krisen wie in Niger und Nigeria. In elf Projekten wurden insgesamt 93.522 behinderte und nicht behinderte Menschen mit direkter Hilfe erreicht.

Gute Basis für die Satzungsarbeit: CBM-Jahresabschluss

Die Spenderinnen und Spender haben der CBM Deutschland erneut eine starke finanzielle Basis gegeben, um Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Regionen der Welt zu helfen. Die Erträge stiegen 2017 auf rund 262,7 Millionen Euro.

Mehr dazu erfahren Sie im Jahresabschluss, den Sie hier herunterladen können:

  • Titelseite des barrierefreien CBM-Jahresberichts mit Text und CBM-Logo

    Jahresabschluss 2017 Bilanz

    pdf792.1KB, nicht barrierefrei Herunterladen