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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Peek Vision: Diagnose mit dem Smartphone

Augenklinik-Team in Tansania testet App bei mobilen Einsätzen um Moshi

Ein Mann im weißen Kittel hält einem anderen Mann ein Handy vors Gesicht
Dr. Christopher Mwanansao testet eine Smartphone-App, mit der Augenuntersuchungen möglich sind.

Wer Diabetes hat, läuft Gefahr, blind zu werden. Deshalb suchen die Mitarbeiter einer CBM-geförderten Augenklinik in Tansania bei ihren Außeneinsätzen nach Betroffenen. Immer im Gepäck: eine unhandliche Kamera mitsamt Monitor. Die App "Peek Vision" fürs Smartphone könnte das bald Geschichte werden lassen!

Frühzeitige Diagnose schützt vor Erblindung

Mann im roten T-Shirt in Warteraum
Diabetes-Patient Reginald ist froh, dass ein KCMC-Team kostenlose Augenuntersuchungen anbietet.

"Frühe Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Sehbehinderung und Blindheit zu vermeiden", erklärt Krankenschwester Valeria Matei von der CBM-geförderten Augenklinik KCMC (Kilimanjaro Christian Medical Center) in Tansania. Sie organisiert die Diabetes-Außeneinsätze mit Augen-Untersuchungen durch das Klinik-Team. In Dörfern auf dem Land rund um die Stadt Moshi besucht das Team regelmäßig 16 Diabeteszentren. Entdeckt es bei den Untersuchungen Diabetes-Erkrankte mit Augenveränderungen, schickt es diese zur Behandlung in die KCMC-Klinik.

Unhandliche Kamera erschwert Einsätze

Eine Frau schaut durch ein Sehtest-Gerät
Statt sperriger Kamera samt Monitor benutzt das Klinik-Team vielleicht bald nur noch ein Smartphone bei seinen Außeneinsätzen.

Doch eines erschwert die wichtigen Einsätze: die große, teure Kamera mitsamt Monitor zur Untersuchung der Augen. Sie liefert exzellente Bilder, muss aber jedes Mal ins Auto geladen, in die Gesundheitsstationen geschleppt und dort aufgebaut werden. Wer die teure Kamera bedient, muss speziell ausgebildet sein. Ein enormer Aufwand! "Bei der Fahrt in die Dörfer über Lehmstraßen mit Schlaglöchern besteht immer das Risiko, dass die Kamera Schaden nimmt", erklärt Augenarzt Dr. Christopher Mwanansao.

Mann hält ein Smarthphone hoch
Das Smartphone mit der Peek-Vision-App für Augentests ist viel handlicher als die bisher genutzten Geräte.

Smartphone statt schwerer Geräte

Doch das Klinik-Team hofft, die Kamera bald zu Hause lassen zu können: Ein Smartphone könnte ihre Aufgabe übernehmen! Ein Team von Augenärzten, Programmierern und Ingenieuren hat dafür eine App entwickelt und sie "Peek Vision" (peek: engl. für Blick) genannt. Die App ist für moderne Smartphones mit großem Bildschirm und guter Kamera geeignet. Ein Aufsteck-Adapter verwandelt das Telefon in ein Untersuchungsgerät. Mit dem Adapter positioniert der Gesundheitshelfer die Kamera des Telefons am Auge des Patienten und macht ein Foto vom Augeninnern.

Untersuchungsfotos per Smartphone zum Arzt

Arzt mit Handy
Dr. Christopher Mwanansao ist von den Mögichkeiten der Peek-App begeistert.
Mann an einem Augenuntersuchungsgerät
Reginald ist froh: Er hat noch keine Diabetische Retinopathie. Seine Augen sind gesund.

Zeigt das Bild Auffälligkeiten im Auge, schickt der Helfer das Foto einfach per Mobilfunk zur Klinik. Dort entscheidet der Arzt sofort, ob der Patient zur Behandlung ins Krankenhaus kommen soll. Dr. Christopher Mwanansao hat als Stipendiat der CBM und des Hilfswerks der Deutschen Lions am KCMC die Weiterbildung zum Augenarzt absolviert. Für seine Doktor-Arbeit testete er einen Prototypen der Peek-Vision-App in der Praxis – als einer von mehreren Ärzten weltweit.

Smartphone billiger als Kamera!

Von den Möglichkeiten der Peek-Vision-App ist der Augenarzt begeistert. "Fast jeder weiß, wie man ein Smartphone benutzt", erklärt er. "Ein solches mobiles Telefon ist außerdem viel billiger als die große Kamera." Langfristiges Ziel ist: Jede Klinik, die das KCMC-Team bei Außeneinsätzen besucht, soll über eine Smartphone mit der Peek-Vision-App verfügen. Doch noch befindet sich die Anwendung in der Testphase!

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