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CBM (Christoffel-Blindenmission)

“Ich wollte es allen beweisen!”

Der gehbehinderte Joenilo gibt nicht auf und wird zum Vorbild

Ein Mann von den Philippinen lächelt in die Kamera.
Zielstrebig: Joenilos Überlebenswille trieb ihn immer wieder an. Viele Dinge brachte er sich  einfach selbst bei.

Joenilo Patrimonio hatte es nicht leicht in seinem Leben. Aufgrund einer Gehbehinderung wurde er als Kind gehänselt und verspottet. Doch der 46-jährige Filipino gab nie auf! Er kämpfte für eine gute Ausbildung und brachte sich viele Dinge einfach selbst bei. Heute gibt er als Mitbegründer einer Werkstatt sein Wissen an andere Menschen mit Behinderungen weiter. Joenilo ist ein bewundernswerter Mensch und ein echter Held des Alltag!

Eine schwere Kindheit

Joenilo war sechs Jahre alt, als er an Polio erkrankte. Der Junge aus der Stadt Iloilo auf der philippinischen Insel Panay überlebte, doch danach waren seine Muskeln zu schwach, um sein Gewicht zu tragen. Zwei Jahre lang konnte er nicht laufen. Es war ein schwerer Schlag für die Familie. Denn auf dem einzigen Sohn lasteten alle Hoffnungen auf ein besseres Leben. 

Gehänselt und verspottet

Joenilo wollte nach seiner Erkrankung unbedingt weiterhin zur Schule gehen. "Also kroch ich hin", erinnert er sich. Seine Mitschüler machten ihm aber das Leben schwer. "Ich wurde fertig gemacht. Sie haben mich geschubst, weil sie wussten, dass sie mich leicht zu Fall bringen konnten", erzählt er mit bitterer Stimme. Mehr als einmal hätte Joenilo am liebsten aufgegeben. "Es gab einen Punkt, da wolle ich nicht mehr leben. Ich brauchte damals viel Mut, um doch weiterzumachen." Joenilo fand diesen Mut: "Ich wollte es allen beweisen!"

Der Wille zum Lernen

Und das tat er: Mühsam lernte Joenilo einigermaßen zu laufen. "Ich hangelte mich an Wänden die Straße entlang", sagt er. Mit 20 Jahren bekam er zum ersten Mal Gehhilfen, die ihm mehr Stabilität gaben. Joenilo erkämpfte sich als erster in seiner Familie ein College-Stipendium und machte seinen Bachelor. Nebenbei verdiente er sich etwas als Tischler: "Ich war ein arbeitenden Student", sagt Joenilo. "Ich habe als Holzschnitzer Geld verdient. Meine Spezialität waren Drachen und Rosen. Einige meiner Kunden haben meine Werke bis nach Amerika mitgenommen", berichtet er stolz.

Hochkonzentriert: Der 46-Jährige liebt die Arbeit in der Werkstatt.
Stolz: Joenilos siebzehnjähriger Sohn Paul (links) schätzt die harte Arbeit seines Vaters.

Wissen weitergeben

Heute ist Joenilo Mitbegründer der Kooperative „The Association of Differently-abled Persons in Iloilo Multi-Purpose Cooperative“ (ADPI-MPC), einem CBM-Partner. Hier bildet er seine Kollegen in der Verarbeitung von Holz und Metall aus und arbeitet natürlich auch kräftig mit. Er ist stolz darauf, mit seinem Verdienst seiner Frau und seinen beiden Söhnen etwas bieten zu können. "Ich bin sehr glücklich", sagt Joenilo und zum ersten Mal huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Dank seines starken Überlebenswillens kann er eine achtbare Arbeit ausführen, die er liebt: "Auf den Philippinen haben es Menschen mit Behinderungen schwer, eine würdevolle, gut bezahlte Arbeit zu finden. Ich bin froh, dass uns die CBM dabei hilft."

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