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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Hüter des Dorfbrunnens

Nuri aus Äthiopien engagiert sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft

Sauberes Wasser ist in Äthiopien nicht selbstverständlich. Farmer Nuri Mohammed (60) kümmert sich daher gern ehrenamtlich um den neuen Brunnen im Dorf. Und das jeden Tag! Für uns ist er ein echter Held des Alltags.

Ein Mann an der Handpumpe eines Brunnen
Jeden Tag kümmert sich Nuri um den Brunnen, damit die Dorfbewohner sauberes Wasser holen können.

Jeden Morgen kurz vor acht Uhr macht Nuri Mohammend sich von zu Hause auf den Weg zum Dorfbrunnen. In seiner Hosentasche stecken zwei kleine Schlüssel. "Einer ist für den Zaun, der andere für die Kette an der Handpumpe", erklärt Nuri. Der 60-jährige Äthiopier engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender des siebenköpfigen Wasserkomitees, das sich um den Brunnen in Bamo kümmert.

Endlich sauberes Wasser

Bis vor zwei Jahren gab es in dem kleinen Dorf, rund 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Addis Abeba, kein sauberes Wasser. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern bauten die Christoffel-Blindenmisson (CBM) und ihr äthiopischer Partner GTM (Grarbet Tehadiso Mabher) deshalb einen Brunnen in Bamo. Jetzt haben die Menschen sauberes Trinkwasser und können sich damit auch das Gesicht waschen. Das ist wichtig, um der Augenkrankheit Trachom vorzubeugen, die hier weit verbreitet ist und unbehandelt zur Erblindung führt.

Feste Öffnungszeiten

"Damit der Brunnen nicht von Tieren verunreinigt wird, ist er eingezäunt", erklärt Nuri auf dem Weg dorthin. Außerdem gibt es feste Öffnungszeiten: von 8 bis 10 und von 16 bis 18 Uhr. Nuri hat den Schlüsseldienst übernommen, öffnet und schließt zweimal am Tag den Brunnen, der für rund 300 Dorfbewohner sauberes Wasser liefert. Andere Mitglieder des ehrenamtlichen Wasserkomitees gehen alle vier bis sechs Wochen von Haus zu Haus und sammeln Geld für den Brunnen ein. Jede Familie muss 60 Birr – umgerechnet rund 2,30 Euro – im Jahr bezahlen. Das Geld wird für die Wartung und Instandhaltung des Brunnens verwendet.

Mann schließt die Tür am Zaun ab.
Zweimal am Tag öffnet und schließt Nuri den Brunnen für die Dorfbewohner.
Mann vor einem alten Brunnen, hält Plastikfalsche mit verdrecktem Wasser.
Das Wasser von Nuris Hausbrunnen ist dreckig. Heute nutzt er es nur noch für den Garten und das Vieh.

Jetzt geht es den Dorfbewohnern gesundheitlich besser

Die Menschen in Bamo zahlen den Betrag gern. "Wir sind sehr froh über den neuen Brunnen. Früher haben wir Wasser vom Fluss geholt. Das ist aber dreckig und viele Dorfbewohner hatten Diarrhoe", erzählt Nuri. Jetzt mit dem neuen Brunnen geht es allen besser. Seinen Hausbrunnen nutzt Nuri heute nur noch für den Garten und das Vieh. "Denn das Wasser ist auch verunreinigt", sagt er und schüttet zum Beweis etwas in eine Plastikflasche, sodass die Schmutzpartikel deutlich zu erkennen sind.

Die ehrenamtliche Arbeit im Wasserkomitee macht ihm Freude. Es ist schön, sich für etwas Sinnvolles und die Gemeinschaft einsetzen zu können. Nuri steht stellvertretend für alle Mitglieder des Komitees. Sie alle sind Helden des Alltags.

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