Startseite Hauptnavigation Inhalt Footer und Kontaktmöglichkeiten Suche Spenden
CBM (Christoffel-Blindenmission)

Die CBM hilft traumatisierten Menschen

Psychologische Betreuung und Hilfe zur Existenzsicherung

Ein Mann mit einem Hahn
Jamil Java geht es heute gut. Er erhielt psychologische Hilfe sowie Unterstützung für eine Hühnerzucht.

Es gibt Situationen und Ereignisse, die ein Trauma oder andere psychische Erkrankungen auslösen. Taifun Haiyan war so ein Ereignis. Am 8. November 2013 fegte er über die Philippinen hinweg, brachte Tod und Leid. Um traumatisierten und psychisch kranken Menschen im Katastrophengebiet zu helfen, startete die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit ihren Partnern Help Panay und WAPR (World Association for Psychosocial Rehabilitation) in den Bezirken Estancia und Marabut ein umfassendes Hilfsprojekt. Für Jamil Java war es die Rettung.

Jamil hatte Todesangst

Der 33-jährige Filipino und seine Familie bangten um ihr Leben, als Taifun Haiyan ihr Dorf zerstörte. "Wir standen bis zum Hals in Wasser", erzählt Jamil. Er, seine Frau Rose und die beiden Kinder Jero und Jarold wurden im letzten Augenblick gerettet. Die Todesängste, die Jamil ausgestanden hatte, holten ihn auch Wochen und Monate nach dem Ereignis immer wieder ein.

"Ich hatte Albträume und Panikattacken. Oft bin ich nachts aufgewacht und zitterte am ganzen Körper", beschreibt Jamil seine Not. Er erkannte, dass er Hilfe benötigt, und ging zum nächstgelegenen Gesundheitsposten. Die Mitarbeiter waren von CBM-Partner WAPR geschult worden, um traumatisierten Menschen gezielt helfen zu können. Jamil wurde psychologisch untersucht, erhielt Medikamente, damit er wieder ruhig schlafen kann, und darüber hinaus eine Perspektive für ein sicheres Einkommen.

Sicheres Einkommen ist wichtig

Denn Jamil und seine Familie sind sehr arm. Der 33-Jährige bewirtschaftet ein kleines Stück Land und verdient sich gelegentlich etwas Geld als Schreiner hinzu. Aber der Verdienst reicht gerade so, um über die Runden zu kommen. Sich nicht ständig Sorgen machen zu müssen, ob das Geld zum Überleben reicht – auch das ist wichtig für die seelische Gesundheit. Deshalb enthält das Projekt ebenfalls eine Komponente zur Existenzsicherung. Im Frühjahr 2015 bekam Jamil sechs Hennen und zwei Hähne, um eine Hühnerzucht aufbauen zu können. Inzwischen hat er 18 Hühner und es sollen noch mehr werden. Jedes Tier kann er später auf dem Markt für umgerechnet rund acht Euro verkaufen. Jamil ist sehr froh über die medizinische und finanzielle Unterstützung: "Mir geht es jetzt viel besser!"

Ein Mann legt Holz auf eine Art Grill
Neri legt Holz auf, damit er später auf dem Rost Brot backen kann.
Eine Fahrradriska mit zwei Männern
Simeon (r.) bei der Arbeit. Mit seinem Pedicab verdient er täglich etwa vier bis fünf Euro.

Endlich wieder ein selbstbestimmtes Leben führen

Auch Simeon (41) und Neri (23) erhalten durch das Projekt Hilfe. Die beiden Männer sind an Schizophrenie erkrankt. Sie wurden psychologisch untersucht, bekommen Medikamente und werden regelmäßig von geschulten Gemeinde- oder Gesundheitshelfern besucht. Damit sie wie Jamil ein sicheres Einkommen erwirtschaften können, bekamen sie ebenfalls finanzielle Unterstützung für ihr eigenes Business. Simeon, der nach dem Taifun stark traumatisiert war und nicht mehr als Fischer arbeiten kann, erhielt ein Pedicab (eine Fahrradrikscha). Neri bekam Mehl, Holz und einen Ofen, um Brot backen und verkaufen zu können. Die Männer gehören zur Dorfgemeinschaft dazu und sind froh, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Simeon: "Früher war ich auf Nahrungsmittel von meiner Mutter angewiesen, jetzt bin ich unabhängig."

Insgesamt erhielten bereits mehr 250 Menschen mit einem Trauma oder einer psychosozialen Behinderung Hilfe in dem CBM-geförderten Projekt. Bis November 2016 sollen weitere 600 Menschen unterstützt und 100 Gemeinde- und Gesundheitshelfer geschult werden.

×

Mit Abonnieren des Newsletters
stimmen Sie der Nutzung Ihrer Daten gemäß der zu.