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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Charta zu Inklusion in humanitärer Hilfe

Prinzip "niemand zurücklassen" beim Weltgipfel für humanitäre Hilfe

Ein Mann schüttelt einem anderen die Hand
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besucht beim Weltgipfel für Humanitäre Hilfe eine Sitzung zu Inklusion behinderter Menschen. Links: CBM-Nothilfe-Experte Gordon Rattray.

Auf dem ersten Weltgipfel für humanitäre Hilfe wurde die "Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe" verabschiedet. Das ist ein bahnbrechender Erfolg für behinderte Menschen und das Engagement der Christoffel-Blindenmission (CBM). Denn sie setzt sich weltweit schon seit Jahren für inklusive Katastrophenvorsorge und Nothilfe ein. Mit der neuen Charta ist hoffentlich bald Schluss mit der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen in Katastrophenfällen. Sie sollen endlich die Nothilfe bekommen, die sie brauchen – und die Ausführung mitbestimmen.

Verpflichtung: Niemanden zurücklassen!

Die Inklusions-Charta (PDF/60 KB – englischer Text) ist eine Selbstverpflichtung der mittragenden Akteure und beruht auf bereits getroffenen internationalen Vereinbarungen wie der UN-Behindertenrechtskonvention und dem humanitären Völkerrecht. Fünf Kernaufgaben gebe es für alle humanitäre Akteure, so UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der den Weltgipfel einberufen hatte: politische Führung in der Kriegsbewältigung, humanitäres Völkerrecht einhalten, humanitären Bedarf verringern, Investitionen verstärken und – niemanden zurücklassen! Der letztere Anspruch führte dazu, dass die Bedürfnisse besonders verletzlicher und gefährdeter Menschen in der Humanitären Hilfe mit der neuen Charta endlich im Fokus internationaler Diskussionen standen.

Praxisnahe Bestimmungen für Nothilfe

Bahnbrechend ist die neue Charta, weil darin erstmals geltende Bestimmungen praxisnah ausformuliert werden. Fünf Prinzipien sind jetzt für humanitäre Hilfe zu beachten:

  • Nicht-Diskriminierung
  • Teilhabe
  • inklusive humanitäre Politik und Standards
  • inklusive Aktivitäten und Dienstleistungen
  • verbesserte Kooperation

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon unterstrich, dass diese Charta eine der innovativsten Initiativen des WHS sei. Und tatsächlich läutet sie eine Trendwende ein: Innerhalb kürzester Zeit wird die Charta bereits von rund 120 humanitären Akteuren, hierunter 14 Staaten, mitgetragen. Das ist ein starkes internationales Signal, dass sich das politische Verständnis von Behinderung in Krisen- und Kriegssituationen wandelt. Alle humanitären Akteure müssen nun Taten folgen lassen.

CBM hat die Charta mit auf den Weg gebracht

Frau im Rollstuhl vor eingestürztem Haus
Purna Maya (36) lebt in Nepal. Wegen Zerebralparese ist sie gelähmt. Bei dem verheerenden Erdbeben im April 2015 stürzte ihr Haus ein. CBM-Partner NFDN versorgte sie und ihren Vater mit einer Notunterkunft.

Die CBM gehört zu den Organisationen und Staaten, die die Charta vorbereitet haben. Sie ist auch ein Ergebnis des weltweiten Engagements der CBM: Immer wieder hat sie in den vergangenen Jahren auf die Ausgrenzung und Vernachlässigung von Menschen mit Behinderungen in Notsituationen hingewiesen. Die CBM unterstützte Menschen mit Behinderungen, an regionalen Beratungstreffen zu humanitärer Hilfe teilzunehmen, organisierte mit Handicap International eine Sonderberatung zu Behinderung in Vorbereitung des Weltgipfels und wirkte am offiziellen und zivilgesellschaftlichen Programm des WHS mit.

Deutschland verpflichtet sich zu inklusiver humanitärer Hilfe

Weltgipfel-Teilnehmerin Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte in ihrer Erklärung, dass es gelte, jedem eine Chance auf ein würdiges Leben zu garantieren. Für Deutschland bedeutet dies, ein besonderes Augenmerk auf Menschen mit Behinderungen in humanitären Notsituationen zu legen. Denn beim WHS bekannte sich auch die Bundesregierung uneingeschränkt zur Umsetzung der Charta.

CBM fördert Umsetzung der Charta

Die Bundesregierung muss jetzt zügig und öffentlich zugänglich festlegen, mit welchen Beiträgen sie die Charta umsetzen wird. Denn für Menschen mit Behinderungen in Syrien, Südsudan oder Nepal nützen Selbstverpflichtungen auf dem Papier wenig. Sie haben ein Anrecht auf Nothilfe und verstärkte Partizipation in der Planung und Umsetzung humanitärer Hilfe. Die CBM wird die Umsetzung der politischen Zusagen der Bundesregierung, der UN-Agenturen sowie der EU kritisch begleiten. Außerdem hat CBM selbst eine Verpflichtung abgegeben, dass sie zukünftig die Verbreitung und Umsetzung der Charta fördern wird. Dafür will die CBM u.a. den Austausch von Know-how zwischen Selbstvertretungsorganisationen und humanitären Akteuren voranbringen und die Entwicklung von Standards und Instrumenten zur Inklusion unterstützen.

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