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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Flussblindheit – was ist das?

Rund 37 Millionen Menschen sind mit dem Erreger der Krankheit infiziert

Ein Kind führt einen Mann mit einem Stock
Nigeria: Dieser Mann erlor sein Augenlicht durch die Flussblindheit. Er benötigt nun die Hilfe eines kleinen Jungen, um sich sicher fortbewegen zu können.

Flussblindheit (Onchozerkose) ist eine Parasitenerkrankung. Sie tritt in West- und Zentralafrika, Südamerika und Teilen der arabischen Halbinsel auf. Weltweit sind 37 Millionen Menschen mit dem Erreger der Krankheit infiziert, Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind ca. 270.000 Menschen unheilbar erblindet. Die Flussblindheit zählt zu den sogenannten "Vernachlässigten Tropenkrankheiten" der ärmsten und am meisten ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen.

Ursachen der Flussblindheit

Erreger der Krankheit ist der Fadenwurm "Onchocerca volvulus". Er wird von der Kriebelmücke übertragen, die bevorzugt an schnell fließenden Gewässern nistet. Flussblindheit tritt deshalb vor allem in Flussnähe auf, was zu dem Namen führte.

Beim Blutsaugen gibt die Kriebelmücke Wurmlarven (Mikrofilarien) des parasitären Wurms ab, die im Körper des Menschen zu den Fadenwürmern (Makrofilarien) heranreifen. Jeder Fadenwurm produziert wiederum Mikrofilarien.

Ein Kind, auf dessen Knoten am Hals die Hand eines Erwachsenen zeigt
Nigeria: Ishakus Knoten am Hals ist ein Symptom einer Flussblindheit-Erkrankung. Seine Großeltern erblindeten an der Krankheit. Dank Mectizan-Behandlung bleiben er und seine Eltern vor Blindheit bewahrt.

Symptome der Erkrankung

Juckreiz, Hautveränderungen und typische Bindegewebeknoten, Onchozerkome genannt (unter der Haut und in der Muskulatur), in denen sich Makrofilarien sammeln. Sie bringen Mikrofilarien hervor, die sich im Körper ausbreiten und – oft erst nach Jahren – die Augen befallen. Bleibt der betroffene Patient unbehandelt, erblindet er.

Behandlung von Flussblindheit

Die Infektion kann mit dem Medikament Mectizan bekämpft werden, das MSD SHARP & Dohme (MSD) kostenlos in ihrem "Mectizan-Spendenprogramm" zur Verfügung stellt - seit 1987. Es muss regelmäßig ein bis zwei Mal jährlich eingenommen werden, und zwar über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Erst dann sterben die Fadenwürmer ab und produzieren keine Mikrofilarien mehr.

Eine Erwachsenenhand legt eine Tablette in Kinderhände
Die Einnahme von Mectizan über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren beugt Flussblindheit vor.

Was tut die CBM?

Im Rahmen der flächendeckenden Flussblindheit-Behandlung erreichten Mitarbeiter aus den CBM-Partnerprojekten 2016 fast vier Millionen Menschen.

Seit 1974 kämpften CBM-Partner gegen die Ausbreitung von Flussblindheit in Westafrika mit der Massenverteilung der damals zu Verfügung stehenden Medikamente (z.B. Diethylcarbamazin). Schon bald nach Beginn des "Mectizan-Spendenprogramms" durch MSD beteiligte sich die CBM in großem Stil an der Verteilung von Mectizan, ab 1995 im Rahmen des "Afrikanischen Programms zur Onchozerkose-Kontrolle" (APOC) in mehreren afrikanischen Staaten.

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